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Checkliste mit 5 Punkten für die Investition in künstliche Intelligenz

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
26.12.2016, 14:00  |  827   |   |   

Es gibt jede Menge Schlagzeilen darüber, wie künstliche Intelligenz alles von unseren Smartphones bis zu unseren Autos verändern wird. Wie man davon als Investor profitieren kann, ist allerdings etwas schwieriger.

Die künstliche Intelligenz umfasst jede Menge verschiedene Technologien wie Sprachverarbeitung, wenn der Google Assistent versteht was du sagst, Maschinen sehen, wenn ein halbautonomes Auto den Unterschied zwischen einer Straßenlaterne und einem Fußgänger sieht, und wenn das Programm dir vorschlägt, welches Fernsehprogramm du als nächstes anschauen solltest (wenn die künstliche Intelligenz dir allerdings Westworld von HBO vorschlägt, dann solltest du etwas argwöhnisch sein). All diese Beispiele sind mehr als nur Algorithmen, die Entscheidungen treffen. Das sind Computersysteme, die lernen, während sie arbeiten.

Bildquelle: Getty Images.

Um dir deinen Start in die Investition in künstliche Intelligenz zu erleichtern, haben wir dir fünf Dinge zusammengetragen, die du vorher wissen solltest:

1. Wissen, was es wert ist

Das Forschungsunternehmen Markets and Markets schätzt, dass die künstliche Intelligenz in den USA bis 2022 16 Milliarden US-Dollar wert sein wird. Das Forschungsunternehmen erwartet, dass dieser Bereich bis 2022 jährlich im Durchschnitt um 62,9 % wachsen wird. Wenn du dir den gesamten globalen Markt ansiehst, dann soll der Wert dieses Marktes laut Track Ticker von diesjährigen 643 Millionen US-Dollar auf 36,8 Milliarden US-Dollar bis 2025 ansteigen.

2. Die Risiken verstehen

Nein, ich spreche nicht von einer intellektuell übermächtigen Roboterarmee (obwohl das wirklich eine sehr riskante Situation wäre ), sondern eher von den praktischen Problemen in diesem Segment. Systeme, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten, werden jede Menge Fehler machen, und das könnte die Unternehmen und auch Privatpersonen jede Menge Geld kosten.

Z.B. hat die BBC dieses Jahr gemeldet, dass ein Unternehmen medizinische Software mit künstlicher Intelligenz geschaffen hatte, um zu lernen, welche Patienten mit Lungenentzündung ein höheres Sterberisiko hätten. Aber irgendetwas ist dabei schiefgelaufen.

Die Software hat unbemerkt Patienten mit Asthma als Patienten mit niedrigem Risiko eingestuft. Das lag daran, da in normalen Situationen Leute mit Lungenentzündung und einer Asthma-Vorgeschichte direkt in die Notaufnahme kommen und daher die Behandlung bekommen, die ihr Sterberisiko bedeutend senkt.

Das ist ein extremer Fall, doch es gab in letzter Zeit auch noch andere Probleme. Microsoft (WKN:850747) hat z.B. erfahren, wie sich künstliche Intelligenz negativ auswirken kann, als es den Twitter-Chatbot namens Tay Anfang des Jahres einem Live-Test unterzog. Nach nur wenigen Stunden online und der Interaktion mit einigen Leuten, die allerdings auch selbst etwas intelligenter hätten sein können, begann Tay damit rassistische und hasserfüllte Phrasen zu wiederholen, die das Programm in den Gesprächen gelernt hatte. Microsoft sah sich gezwungen, das Programm nur 16 Stunden, nachdem es online gegangen war, wieder zu stoppen.

Das sind vielleicht isolierte Probleme, die wir damit aktuell haben, aber für die Unternehmen stellen sie eine größere Hürde dar. Die künstliche Intelligenz wird unser Leben irgendwann besser machen, aber bis dahin haben wir noch viel Arbeit vor uns.

3. Such dir einen Industriezweig aus

Künstliche Intelligenz wird heute bereits in medizinische Geräte, Autos, mobile Geräte und Industrieanlagen eingebaut. Aber es gibt zwei große Segmente, bei denen wir wahrscheinlich das größte Wachstum sehen werden: natürliche Sprachverarbeitung und der Gesundheitssektor.

Im Bereich künstliche Intelligenz konzentriert man sich vor allem auf die Sprachverarbeitung, die Computer, Smartphones und verbundene Geräte verstehen lässt, was die Menschen sagen und in welchem Kontext es gesagt wird. Sprachverarbeitung kann ein großer Teil dessen sein, wie wir mit dieser Software interagieren werden. Das ist auch der Grund, warum Google und Amazon (WKN:906866) sich so sehr auf diese Technologie konzentrieren. Das sieht man an Google Home und den Echo-Lautsprechern.

Am meisten soll aber der Gesundheitssektor von künstlicher Intelligenz in naher Zukunft profitieren. Markets and Markets schätzt, dass das das am schnellsten wachsende Segment in den nächsten sechs Jahren sein wird. Die Unternehmen benutzen die künstliche Intelligenz nämlich für Diagnosen, die Behandlung von Patienten und für neue Medikamentenentwicklung.

4. Such dir die wichtigsten Unternehmen

Künstliche Intelligenz ist etwas komplizierter, weil die Unternehmen diese Programme nicht auf die Art und Weise verkaufen, wie man vielleicht ein Smartphone verkaufen würde. Stattdessen entwickeln sie Plattformen, um damit ihre anderen Technologien zu perfektionieren. Zwei Unternehmen, die das jetzt gerade tun, sind NVIDIA (WKN:918422) und Amazon.

NVIDIA ist am besten für seine Grafikkarten für Videospiele bekannt. Aber die GPUs werden auch benutzt, um komplexe Systeme im Bereich Maschinenlernen zu unterstützen, darunter der DGX-1 Supercomputer.

Das Unternehmen veröffentlichte den DGX-1 vor einigen Monaten. Der Computer verarbeitet Informationen wie das menschliche Gehirn und benutzt dabei neurale Netzwerksysteme, die auf der Pascal-Chiparchitektur des Unternehmens beruhen. NVIDIA sagt, der DGX-1 wäre zwölf Mal schneller als andere Supercomputer in diesem Bereich. Das Unternehmen verkauft ihn an Unternehmen und Wissenschaftler, wird ihn aber auch als Cloud-basierten Computer für das Drive PX 2 halbautonome Fahrsystem benutzen.

Das Drive PX 2 sammelt 1,8 Millionen Datenpunkte pro Sekunde und das Unternehmen gab an, dass ein Teil dieser Information dann in den DGX-1 hochgeladen würde, um einem führerlosen Auto das Fahren beizubringen.

Der DGX-1 und das Drive PX 2 von NVIDIA sowie die leistungsfähigen GPUs sind Beispiele für die Möglichkeiten des Unternehmens im Bereich künstliche Intelligenz bei führerlosen Fahrzeugen und bei Datenzentren. Diese werden bereits von anderen Unternehmen eingesetzt. Google und Facebook greifen für ihre Technologien auf die GPUs von NVIDIA zurück. 80 Autohersteller und Zulieferbetriebe benutzen schon jetzt den Drive PX 2-Computer.

NVIDIA verdient aktuell 12 % seiner Gesamtumsätze im Segment Datenzentren. Das beinhaltet auch den Verkauf von GPUs für Cloud-basierte Anwendungen und Maschinenlernen. Darüber hinaus ist es eines der am schnellsten wachsenden Segmente des Unternehmens. Die Umsätze im Bereiche Datenzentren stiegen im Jahresvergleich fast um das Dreifache im Steuerquartal Q3 2017. NVIDIAs CEO Jen-Hsun Huang glaubt, dass maschinelle Lernprozesse das nächste Computerzeitalter einläuten werden.

NVIDIA ist aber nicht das einzige Unternehmen, das auf die künstliche Intelligenz setzt. Amazon ist auch in diesem Bereich stark vertreten und hat eigenen Angaben zufolge tausende von Mitarbeitern, die sich nur diesen Bereich widmen. Das Unternehmen hat gerade auf der re:Invent Konferenz im letzten Monat mehrere neue Dienste an die Entwickler herausgegeben, darunter eine Bilderkennungsplattform und einen Dienst, der Texte vorlesen kann.

Die größte Ankündigung war aber, dass Amazon seine Lex AI-Software für die Außenwelt öffnen würde. Das ist praktisch das Gehirn hinter der virtuellen Assistentin Alexa. Der Chef-Evangelist von Amazon Web Services, Jeff Bar, schrieb einem Blogpost, dass Lex es den Entwicklern erlauben würde, Chatbots und andere Web- und mobile Anwendungen zu bauen, die interessante lebensechte Interaktionen nachbilden.

Die Systeme für künstliche Intelligenz von Amazon sind gut in AWS integriert, und das macht es für die Entwickler zu einem natürlichen Schritt, diese Plattformen dort hosten zu lassen. Amazon hat bei der Veröffentlichung neuer Plattformen sehr gut reagiert, womit man die Entwickler dazu gebracht hat, diese basierend auf den eigenen Diensten aufzubauen. So werden die Nutzer an die Plattform gebunden und es zahlt sich mehr aus.

AWS hat im dritten Quartal 3,2 Milliarden US-Dollar verdient. Das stellt einen Anstieg um 55 % im Jahresvergleich dar und könnte damit für das Gesamtjahr einen Verdienst von 12 Milliarden US-Dollar bedeuten. Das kommt aber nicht alles von Hosting-Diensten für künstliche Intelligenz. Das Unternehmen sieht die künstliche Intelligenz jedoch als eine Möglichkeit, um sowohl die internen Produkte wie den Echo-Lautsprecher und die Hosting-Dienste langfristig besser zu verkaufen.

5. Langfristig denken

Die künstliche Intelligenz wächst mit ihrer Hardware und Software schnell, aber sie befinden sich immer noch in den Kinderschuhen. Das bedeutet, dass die Investoren Geduld brauchen, bis deren Investitionen Rendite bringen. Wie schon zuvor erwähnt, wird es etwas schwieriger sein, diesen Markt zu messen verglichen mit anderen, leichter greifbaren Investitionen. Aber hier solltest du keinen Fehler machen. Künstliche Intelligenz wird in alles integriert, von unseren Autos bis hin zu medizinischen Geräten, und wird schon bald ein normaler Teil unseres alltäglichen Lebens sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt  Amazon.com und Nvidia. The Motley Fool besitzt Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und wurde am 14.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Amazon.com, NVIDIA


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