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Deutsche Bank – die Spekulanten gehen in Deckung

Gastautor: Daniel Saurenz
28.12.2016, 06:00  |  557   |   |   

Commerzbank_BerlinDie Aktien der europäischen und der US-Banken sind kräftig auf dem Weg nach oben. Die Perspektiven für die Institute haben sich nicht zuletzt durch die Wahl von Donald Trump deutlich verbessert. Die Deutsche Bank bekommt zudem noch von einer anderen Seite Rückenwind: von der Rally am weltweiten Aktienmarkt. Damit verbessern sich die Perspektiven sowohl für den Aktienhandel, als auch für das Geschäft mit Beratungen bei Fusionen und Übernahmen, sowie das Geschäft mit Börsengängen und Kapitalerhöhungen.

Hier finden Sie den ersten Teil unserer Analyse…

Die Deutsche Bank ist stärker als jedes andere hiesige Institut vom Investmentbanking abhängig. Das bessere Kapitalmarktumfeld kommt auch US-Instituten, wie Goldman Sachs zugute. Für zusätzlichen Kursauftrieb bei dem Papier hat gesorgt, dass etliche ehemalige oder noch aktive Goldman-Banker wichtige Posten im Team von Donald Trump einnehmen werden, wie der designierte Finanzminister Steve Mnuchin. Ebenso wie die Aktien der US-Banken sind auch die der europäischen Institute im Rally-Modus. So ist der Stoxx Europe 600 Banks Index, der 45 Titel aus der Region enthält, gegenüber dem Juli-Tief um knapp 50 Prozent nach oben geschossen. Investoren setzen darauf, dass EZB-Chef Mario Draghi mit weiterhin massiven Anleihenkäufen die Lage in der Euro-Zone unter Kontrolle halten wird. Obwohl der damalige italienische Ministerpräsident Matteo Renzi das Verfassungsreferendum am 4. Dezember klar verloren hatte, tendieren die Zinsen für italienische Anleihen seitdem weiter seitwärts. Im Gegenzug sind die italienischen Bankaktien, gemessen am FTSE Italia All-Share-Banks Index, um 20 Prozent nach oben geschossen.

Unsere aktuelle Auswahl:

DEUTSCHE BANK Discount Put – PB54BH

Inliner auf die Deutsche Bank (Absicherung) – SE9R2J

Turbo – Bear -  CX9H02

CDS im Rückwärtsgang

Frankfurt BankenDie verbesserten Perspektiven für die Deutsche Bank spiegeln auch die Credit Default Swaps (CDS), also Kreditausfallversicherungen auf das Institut wider. Damit sichern sich Investoren gegen einen Ausfall ab oder wetten eben genau darauf. Zuletzt sind die CDS auf 185 Basispunkte gesunken, nachdem sie am Septemberhoch noch bei 254 Basispunkten gelegen hatten. Ein Basispunkt bei CDS zur Absicherung von zehn Millionen Euro für fünf Jahre gegen einen Ausfall bedeutet eine Zahlung von 1.000 Euro pro Jahr. Die Absicherung gegen einen Ausfall der Deutschen Bank kostet also „nur“ noch 185.000 Euro pro Jahr. Damit ist der Preis zwar deutlich höher als bei etlichen Konkurrenten. Umso mehr sind Investoren aber erleichtert, dass die CDS auf die Deutsche Bank im Rückwärtsgang sind.

Mittwoch, 28.12., 18 Uhr: Die Finanzmarktrunde- Hier gehts zur Anmeldung…

Welche Indikatoren neben den CDS sollten Investoren weiterhin genau im Auge haben? Die Zinsstrukturkurve, also den Zinsaufschlag für länger laufende Staatsanleihen im Vergleich zu kürzer laufenden. Wenn der Zinsaufschlag steigt, die Zinsstrukturkurve also steiler wird, deutet das auf eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums hin, und damit dass die Wirtschaft höhere Zinsen verkraften kann. Genau das ist in den vergangenen Monaten in den USA passiert. So ist der Zinsaufschlag zwischen zehnjährigen und zweijährigen US-Anleihen, der am Septembertief noch bei 75 Basispunkte (0,75 Prozentpunkte) gelegen hatte, zuletzt auf 130 Basispunkte gestiegen.

Damit ist die Zinsstrukturkurve so steil, wie letztmalig vor einem Jahr. Sollte sich der Trend fortsetzen, dürfte das die Bankaktien weiter stützen. Die Frage ist allerdings, wie lange der Trend anhalten wird. Immerhin sind die Schulden des privaten Sektors, also der privaten Haushalte und der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, zuletzt auf den Rekord von 47 Billionen Dollar gestiegen. Das sind herbe 252 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Sollten Sorgen aufkommen, dass Trumps Konjunkturprogramm wegen der hohen Staatsverschuldung von 19,9 Billionen Dollar möglicherweise etwas kleiner ausfallen könnte als bislang erwartet,  könnte der Zinsanstieg allmählich deutlich langsamer werden, und gleichzeitig die Zinsstrukturkurve flacher. Das würde die Rally am gesamten Aktienmarkt und damit auch bei den Bankaktien ins Stocken bringen.

Anleger sollten die Entwicklung bei den Zinsen genau beobachten. Von ihr wird es hauptsächlich abhängen, wie es bei den Bankaktien weitergeht. Zumindest kurzfristig könnte der Aufwärtstrend bei den Papieren weitergehen.

Wertpapier: Deutsche Bank Discount Put 19,64-16,96 bis 2017/12 (BNP), Deutsche Bank Inline 8,92507-18,51953 bis 2017/09 (SG)


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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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