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S&P500 – Gegenwind vom starken Dollar

Gastautor: Daniel Saurenz
29.12.2016, 06:00  |  782   |   |   

USA_Presse_DollarDer S&P500 eilt von Rekord zu Rekord. Dabei sehen Investoren darüber hinweg, dass es durchaus etliche Belastungsfaktoren gibt. Selbst die Aussicht, dass die US-Notenbank im nächsten Jahr die Zinsen drei Mal anheben könnte und damit etwas stärker, als Investoren zuvor erwartet hatten, stört die Party kaum. Wie lange wird die Hausse noch weitergehen? Heute, im zweiten Teil des Beitrags, werden wir uns näher damit beschäftigen, welche Auswirkungen der stark steigende Dollar auf die US-Wirtschaft hat..

Die Risiken für die US-Wirtschaft durch steigende Zinsen und einen möglichen Handelskrieg mit China haben wir bereits im ersten Teil unseres Beitrags analysiert: Hausse am US-Aktienmarkt lässt die letzten Bären aussterben

Neben den steigenden Zinsen bekommt die US-Wirtschaft noch von einer anderen Seite deutlichen Gegenwind: dem stark steigenden Dollar. Dadurch werden US-Produkte im Ausland deutlich teurer, während ausländische Produkte in den USA billiger werden. Damit trüben sich die Perspektiven für die US-Exportwirtschaft ein.

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S&P 500 auf ein Jahr

S&P 500 auf ein Jahr

Die Analysten von JPMorgan gehen davon aus, dass ein Anstieg des Dollar um ein Prozent, die Gewinne des S&P500 um 0,5 Prozent drücken würde. Investoren setzen dennoch darauf, dass es Trump gelingen wird, im nächsten Jahr die Konjunktur kräftig anzukurbeln. Darauf deuten die jüngsten Einkaufsmanagerindizes, wie der der Notenbank von Philadelphia hin. Weil der Aktienmarkt trotz der steigenden Zinsen und des starken Dollar auf Rekordfahrt ist, sterben die Bären zusehends aus. So erwartet nun Bob Janjuah, Stratege bei Nomura, dass Trumps Politik die Wirtschaft deutlich ankurbeln und die Inflation anheizen werde. „Ich gehe davon aus, dass der S&P500 während der beiden mittleren Quartale 2017 bis auf 2.450 Punkte (plus/minus 50 Punkte) steigen wird.“

Euer Egmond – Hier die Aufzeichung vom letzten Dienstag…

Ab dem dritten oder vierten Quartal könne bei Investoren aber die Sorge hochkochen, dass die Inflation viel stärker steigen werde, als derzeit erwartet, woraufhin die Zinsen bis auf vier Prozent steigen könnten, was deutlichen Gegenwind für die Unternehmensgewinne und damit für den Aktienmarkt bedeuten würde. Bei stark steigender Inflation geht die Bewertung des S&P500, beispielsweise das KGV, üblicherweise zurück, weil die Investoren mit einem Bewertungsabschlag darauf reagieren, wenn ein wichtiger Teil des Gewinnzuwachses der Unternehmen nur auf Inflation zurückzuführen ist, und nicht mehr auf die Leistung der Unternehmen selbst.

Zykliker sind auf der Überholspur

Börse_Bull_symbolVor Janjuah hatte bereits der berühmte US-Hedgefondsmanager Stanley Druckenmiller seine Einschätzung zum Aktienmarkt völlig auf den Kopf gestellt. In den vergangenen Monaten hatte der Finanzprofi wiederholt gewarnt, dass am Markt allmählich das Endspiel laufe und Investoren deswegen ihre Aktien zügig verkaufen sollten. Nach Trumps Erfolg sieht die Welt für Druckenmiller aber völlig anders aus. Er sei nun „ziemlich optimistisch“ für die US-Wirtschaft. „Ich bin so hoffnungsvoll wie schon lange nicht mehr“, sagte Druckenmiller bereits am 10. November, also zwei Tage nach Trumps Wahlsieg. Druckenmiller geht davon aus, dass Trumps Politik dafür sorgen wird, dass die Inflation nach oben schießen werde.

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Er favorisiert „am Aktienmarkt Sektoren, die auf das Wirtschaftswachstum reagieren“ – sprich Zykliker, also Unternehmen aus stark konjunkturabhängigen Sektoren, weil sie von einer Belebung der US-Wirtschaft am Stärksten profitieren würden. Genau wie Druckenmiller setzen auch viele anderen Investoren vor allem auf Zykliker. Besonders gefragt sind dabei die Aktien von Banken und Ölkonzernen, weil sie von einer Deregulierung des jeweiligen Sektors unter Trump deutlich profitieren würden.

Börse_USA_NewYork_5Nach der Rekordfahrt ist der S&P500 allerdings höher bewertet als selten zuvor. Das 2017er-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 17 und damit weit über dem langjährigen Durchschnitt. Laut den Analysten von Goldman Sachs liegt das KGV, in einem Umfeld, in dem die Zinsen zwischen zwei und drei Prozent liegen, üblicherweise bei lediglich 14,2. Demnach hätte der S&P500 ein deutliches Rückschlagspotenzial. Anleger sollten die US-Zinsen und den Dollar weiter genau im Auge behalten. Sollten sich gerade die Zinsen rapide der Marke von drei Prozent nähern, dürfte die Hausse beim S&P500 ins Stocken geraten. Dann wird es einmal mehr auf Yellen ankommen.

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Angesichts des hohen Schuldenbergs der Amerikaner kann Yellen einen kräftigen und nachhaltigen Zinsanstieg trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht zulassen. Daher könnte Yellen – ebenso wie schon den in den vergangenen Jahren – die Zinsen nicht so stark anheben, wie die Fed-Chefin zuletzt signalisiert hat. In diesem Umfeld könnte die Rekordfahrt des S&P500 – genau wie es Janjuah vorhersagt – erst einmal weitergehen. Anleger sollten aber die oben aufgezeigten Risiken immer im Hinterkopf behalten.

Diskussion: Hausse am US-Aktienmarkt lässt die letzten Bären aussterben


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