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DAX – Kursziel 13.000 alternativlos?

Gastautor: Daniel Saurenz
05.01.2017, 09:00  |  966   |   |   

symbol_asien_emergingNachdem wir uns im ersten Teil unseres Jahresausblicks vor allem mit der Entwicklung der Weltwirtschaft und den politischen Risiken der Euro-Zone beschäftigt haben, werfen wir im zweiten Teil einen Blick auf die Gewinneinschätzungen und eine mögliche Entwicklung des DAX im neuen Jahr.

Wie sehen die Gewinneinschätzungen im DAX aus?

Laut dem Konsens sollen die Gewinne der DAX-Unternehmen im Jahr 2017 um 9,3 Prozent auf 882,9 Indexpunkte steigen. 2018 soll es um 8,5 Prozent auf dann 957,8 Punkte nach oben gehen. Auf dieser Basis wäre der DAX mit einem 2017er-KGV von 13 nicht zu teuer, auf Basis der 2018er-Schätzungen sinkt die Bewertung sogar auf 12.

Allerdings könnten die Gewinnschätzungen wie schon in den Vorjahren zu hoch sein. So hatten Analysten Mitte 2015 zunächst noch einen Gewinn von 889,1 Punkte für das Jahr 2016 vorhergesagt, den Wert bis Ende 2015 aber wieder auf 830,2 Punkte gesenkt. Der aktuelle Stand liegt jedoch lediglich bei 807,9 Punkten. Die Analysten der Commerzbank gehen daher davon aus, dass die Schätzungen für die kommenden beiden Jahre erneut gesenkt werden (2017 im Jahresverlauf auf 850 Punkte, für 2018 auf 920 Punkte).

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Wie geht es weiter beim DAX?

Börse-Dax-1Etliche Finanzprofis gehen davon aus, dass der DAX bis Ende 2017 auf 12.000 Punkte klettern wird. „Die leichte Beschleunigung der Weltkonjunktur wird die Gewinne der stark exportorientierten DAX-Unternehmen ansteigen lassen. Dies sorgt für Kurspotenzial. Außerdem gibt es weiterhin kaum attraktive Alternativen zu einer Anlage in Aktien“, sagt Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ BANK.

Ein weiteres Argument: „Trotz des bereits recht hohen Bewertungsniveaus sind die Dividendenrenditen im DAX noch immer ansehnlich“. Sie liegen auf Basis der Schätzungen für 2017 bei 3,2 Prozent. „Auf der Aktienseite dürften Dividendentitel, die den Bullenmarkt seit 2009 kräftig angetrieben haben, viel von ihrem Glanz verlieren, wenn die Zinsen den Nullpunkt hinter sich lassen. Denn damit kehrt sich auch die Suche nach Rendite um, die Anleger dazu zwang, immer höhere Risiken einzugehen“, geben allerdings die Analysten von Fidelity zu bedenken. Hingegen sehen die Analysten der Deutsche Asset Management ein Kursziel von lediglich 11.300 Punkten für Ende 2017.

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Wie sind die Perspektiven für den Aktienmarkt der Euro-Zone?

Europa_EU_FlaggeLaut den Schätzungen der Analysten sollen die Gewinne der Unternehmen aus dem Euro Stoxx 50 stärker steigen als die des DAX. Demnach sagen die Analysten für 2017 ein Gewinnplus von 11,4 Prozent und für 2018 von 10,3 Prozent auf dann 252,2 Indexpunkte voraus. Ein Ergebnisanstieg wäre auch dringend notwendig, immerhin liegen die Gewinne der Unternehmen aus dem Euro Stoxx 50 meilenweit unter dem 2008er-Rekord von rund 380 Punkten.

Ob die Rally am Aktienmarkt in Italien, also beim FTSE Mib, oder in Frankreich, beim CAC40, weitergeht, wird nicht zuletzt davon abhängen, ob die EZB die Lage am Anleihenmarkt unter Kontrolle halten kann. Anleger sollten zudem im Hinterkopf behalten, dass die Gewichtung der einzelnen Branchen in den jeweiligen Indizes anders ist als im DAX, der quasi ein „Auto-Index“ ist. So macht laut den Berechnungen der Commerzbank der Autosektor sage und schreibe 43 Prozent der erwarteten 2017er-Erlöse, sowie 33 Prozent des Gewinns des DAX aus.

Im italienischen FTSE Mib sind die Werte wesentlich differenzierter. Platzhirsch ist hier der Ölmulti Eni mit einem Indexgewicht von 13,4 Prozent, vor dem Versorger Enel (11,1 Prozent) und der Bank Intesa Sanpaolo (10,5 Prozent). Anschließend folgt der Versicherer Assicurazioni Generali (6,4 Prozent) und die Bank UniCredit (5,9 Prozent). Diese fünf Einzelwerte machen fast 50 Prozent des Gewichts des Index ab und bestimmen damit maßgeblich wie es beim FTSE Mib weitergeht. Demnach würde ein weiterer Anstieg des Ölpreises und steigende Zinsen – von denen die Banken und Versicherungen profitieren – den Index beflügeln.

Auch beim CAC40 findet sich ein bunter Mix aus verschiedenen Branchen. Die schwersten Werte im französischen Leitindex sind der Ölmulti Total (10,6 Prozent), vor dem Pharmakonzern Sanofi (8,8 Prozent), der Bank BNP Paribas (6,1 Prozent), sowie dem Luxusgüterkonzern LVMH (4,7 Prozent) und dem Versicherer AXA (4,3 Prozent).

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Unser Ausblick

DAX30

DAX30

Selten beginnt ein Jahr mit einem solchen Maß an (wirtschafts-)politischer Unsicherheit. 2017 könnte demnach ein sehr turbulentes Jahr am Aktienmarkt werden. Nach der Rally der vergangenen Monate ist besonders beim DAX zu Beginn des Jahres eine Korrektur nicht auszuschließen. Wie es anschließend beim deutschen Leitindex weitergeht, wird auch maßgeblich von den Vorgängen in den USA und China, aber auch von den v.a. politischen Entwicklungen in den Niederlanden, Italien und Frankreich abhängen. Die – u.a. daraus resultierenden – Entwicklungen am Anleihen- und Währungsmarkt und der Ölpreis, sind als weitere Variablen bei der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten zu berücksichtigen. Bleibt zu hoffen, dass die hier kurz skizzierten Indexe und der Euro Stoxx 50 nach einer zwischenzeitlichen Korrektur im Jahresverlauf wieder nach oben drehen und Anlegern schöne Gewinne bescheren.

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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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