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Scope Analysis Markt für geschlossene Publikums-AIF tritt auf der Stelle

Gastautor: Sonja Knorr
05.01.2017, 17:19  |  1288   |   |   

Das geplante Eigenkapitalvolumen konnte sich gegenüber dem Vorjahr nicht erhöhen. Die Anzahl der 2016 emittierten Fonds ist sogar rückläufig. Immobilien-AIF dominieren zu mehr als 70% das Emissionsgeschehen.

Im Jahr 2016 wurden nur 24 geschlossene Publikums-AIF mit einem geplanten (prospektierten) Eigenkapitalvolumen von insgesamt 1,04 Mrd. Euro von der BaFin zum Vertrieb zugelassen. Im Vorjahr waren es noch 31 Fonds mit einem prospektierten Eigenkapitalvolumen in Höhe von 1,03 Mrd. Euro.

Zum Vergleich: Im Jahr 2012 – dem Jahr vor Einführung des neuen regulatorischen Rahmens – betrug das insgesamt emittierte Eigenkapitalvolumen noch 4,2 Mrd. Euro.

Gründe für die andauernde Stagnation

Die Zinsen befinden sich weiterhin auf einem historischen Tiefstand. Viele Investoren weichen daher auf alternative Anlageklassen aus. Warum profitiert der Markt für geschlossene Publikums-AIF nicht von dieser Entwicklung?

Ein wesentlicher Grund für die Stagnation im Bereich der Publikums-AIF ist die nach wie vor zurückhaltende Position zahlreicher Vertriebe gegenüber dem Produkt. Auf Anbieterseite hat dies eine weitere Fokussierung auf spezialisierte Produkte für institutionelle Investoren zur Folge.

Ein weiterer Grund ist gerade die durch das große Interesse an alternativen Assets hervorgerufene Konkurrenz unter Investoren. Sie treibt die Preise und führt zu sinkenden Renditen für Sachwerte. Dies erschwert die Konzeption geschlossener Publikums-AIF mit attraktiver Renditeerwartung.

Ein weiteres Hindernis: Da für Ein-Objekt-Fonds höhere regulatorische Anforderungen im Vertrieb gelten, bevorzugen zahlreiche Vertriebe – insbesondere Banken – risikogemischte Mehr-Objekt-Fonds. Die Konzeption von Fonds mit diversifizierten Portfolios ist jedoch vor allem im Hinblick auf die Knappheit geeigneter und attraktiver Assets anspruchsvoll.

Darüber hinaus führen Mehr-Objekt-Fonds in der Regel auch zu deutlich höheren Fondsvolumina, was wiederum mit höheren Risiken in Bezug auf die Vertriebsdauer und die Vor- und Zwischenfinanzierung verbunden ist.

Zum Hintergrund: Von den 24 im Jahr 2016 emittierten AIF weisen sieben Fonds keine Risikomischung gemäß Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) auf. 17 Fonds hingegen sind als risikogemischte – überwiegend Mehr-Objekt-Fonds – konzipiert. Von den 17 risikogemischten AIF wurden allerdings 12 Fonds emittiert, ohne dass das Investitionsobjekt bereits erworben wurde. Häufig haben sogenannte „Blindpools“ im Vertrieb einen schwereren Stand als bereits investierte Fonds.

Ausblick: Scope erwartet 2017 nur leichte Zunahme der Emissionsaktivitäten

Scope erwartet für dieses Jahr einen leichten Anstieg in Bezug auf die Anzahl der emittierten Fonds. Allerdings geht Scope von sinkenden durchschnittlichen Fondsvolumina aus. Das insgesamt zu erwartende emittierte Eigenkapitalvolumen wird den Annahmen der Scope-Analysten zufolge in diesem Jahr nicht ansteigen.

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Scope wurde im Jahre 2002 als unabhängige Ratingagentur mit Sitz in Berlin gegründet. Das Unternehmen ist europaweit auf das Rating und die Analyse von mittelständischen Unternehmen, Anleihen, Finanzinstitutionen, Zertifikaten, Investment- und Immobilienfonds spezialisiert. Scope ist von der ESMA als offiziell zertifizierte Credit Rating Agency (CRA) in der Europäischen Union zugelassen. Weitere Informationen zu Scope finden sie auf www.scoperatings.com.

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