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Deutsche Bank und ihr 42-Billionen-Problem

Gastautor: Daniel Saurenz
06.01.2017, 06:00  |  676   |   |   

Deutsche Bank_ Frankfurt_Börse_8Die Aktie der Deutschen Bank bei 18 Euro – plus 90 Prozent seit Oktober – da kann man schon einmal auf die Idee kommen, dass alles wieder in Butter ist. Kopfzerbrechen bereitete Investoren aber immer noch das Engagement bei Derivaten. 42 Billionen stehen hier im Feuer. Mit kräftigen Kursgewinnen ist die Aktie der Deutschen Bank in das neue Jahr gestartet: Das liegt nicht zuletzt daran, dass Investoren am Jahresanfang auf die größten DAX-Verlierer des Vorjahres setzen, in der Erwartung, dass die Flops des Vorjahres auf die Überholspur wechseln und einen Teil des Rückstands aufholen werden. Mit einem Kursverlust von 23,4 Prozent war die Deutsche Bank 2016 der zweitgrößte Verlierer im DAX, nur die Commerzbank hatte mit einem Minus von 24,3 Prozent noch schlechter abgeschnitten.

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Unsere aktuelle Auswahl:

DEUTSCHE BANK Discount Put – PB54BH

Inliner (Absicherung) – SE9R2J

Turbo – Bear -  CX9H02

Hohe Abhängigkeit vom weltweiten Finanzmarkt

Aktie auf ein Jahr

Aktie auf ein Jahr

Für Rückenwind bei der Deutschen Bank sorgte zuletzt vor allem die Entwicklung am Finanzmarkt, ist das Institut doch vom Investmentbanking so abhängig, wie kaum ein anderes weltweit. Das gestiegene Handelsvolumen und die erhöhte Volatilität am Anleihenmarkt kommen der Bank entgegen. „Von dieser Entwicklung profitiert auch die Deutsche Bank, allerdings nicht so stark wie die US-Institute, weil die Deutsche Bank ihr US-Geschäft zurückfährt, gerade bei riskanteren Papieren“, sagt Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

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Beflügelt wird die Aktie der Deutschen Bank noch von einer anderen Seite: von der Rally am weltweiten Aktienmarkt. Damit verbessern sich die Perspektiven sowohl für den Aktienhandel, als auch für das Geschäft mit Beratungen bei Fusionen und Übernahmen, sowie das Geschäft mit Börsengängen und Kapitalerhöhungen.

Sehr hohes Engagement bei Derivaten

Angesichts der sich aufhellenden Perspektiven sehen Investoren über das Engagement der Deutschen Bank bei Derivaten hinweg. Es beläuft sich aktuell noch auf rund 41,9 Billionen Euro. Man könnte also gegenwärtig von einem Billionen-Problem sprechen, sofern man es als Problem sehen mag. Das ist das 13,8fache der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands. Wenn es nach der Rekordfahrt am weltweiten Aktienmarkt zu Börsenturbulenzen kommen sollte, wächst das Risiko, dass es zu Problemen im Derivate-Bereich der Deutschen Bank kommt.
CDS deutlich im Rückwärtsgang.

Was bringt das Jahr 2017  ? Beachten Sie dazu unsere Finanzmarktrunde vom Mittwoch…

Wegen dieser Sorge schauen die Investoren weiterhin genau auf die Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen, kurz CDS) auf die Deutsche Bank. Damit sichern sich Investoren gegen einen Ausfall ab oder wetten genau darauf. Nachdem die CDS im September 2016 bis auf 250 Basispunkte geklettert waren, sind sie zuletzt auf 165 Basispunkte gesunken. Das ist zwar immer noch das höchste Niveau unter den europäischen Instituten, nichts desto trotz sorgt der Rückgang für deutliche Erleichterung bei Investoren. Ein Basispunkt bei CDS zur Absicherung von zehn Millionen Euro für fünf Jahre gegen einen Ausfall bedeutet eine Zahlung von 1.000 Euro pro Jahr. Die Absicherung gegen einen Ausfall der Deutschen Bank kostet also herbe 165.000 Euro pro Jahr.

Alle Hoffnungen ruhen auf der EZB

EZB_LuminaleFür zusätzlichen Rückenwind bei der Aktie der Deutschen Bank sorgt, dass der FTSE Italia All-Share Banks Index, der die Kursentwicklung der italienischen Bankaktien abbildet, trotz der bevorstehenden Verstaatlichung der angeschlagenen Monte dei Paschi die Sienna auf das höchste Niveau seit Mai 2016 geklettert ist. Investoren setzen darauf, dass EZB-Chef Mario Draghi im Notfall das Anleihenkaufprogramm wieder aufstocken und so die Lage am Anleihenmarkt unter Kontrolle halten wird. Das ist der Grund, weshalb die Zinsen für zehnjährige italienische Anleihen mit 1,85 Prozent – trotz einer Staatsverschuldung von 135 Prozent der Wirtschaftsleistung – immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau liegen. Solange eine Infektion im europäischen Bankensektor verhindert werden kann, profitiert davon angesichts des hohen Derivate-Bestandes vor allem die Deutsche Bank.

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Anleger, die auf eine Fortsetzung dieser Maßnahmen setzen wollen und die Deutsche Bank weiterhin im Aufwind sehen, können mit einem Discountzertifikat (WKN TD55SG) von einer Stabilisierung der Aktie profitieren und acht Prozent bis April 2017 einfahren. Mutige Anleger setzen dagegen mit Turbo-Calls (WKN CX8E64) auf einen weiteren Anstieg in der Deutschen Bank-Aktie, der Hebel liegt bei fünf. Wer von einer Seitwärtsbewegung überproportional profitieren will, kann dagegen Discount-Calls einsetzen. Das Papier mit der WKN HU6BPY erzielt bis Juni 2017 eine Rendite von 55 Prozent, wenn der Cap von 17 Euro bei Fälligkeit nicht unterschritten wird.



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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