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Bankaktien und der Warren Buffett-Aufschlag

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.01.2017, 16:10  |  568   |   |   

Die durchschnittliche Bankaktie, die Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) in seinem Portfolio hat, wird zum 2,6-Fachen des Sachbuchwertes gehandelt. Das ist ein Drittel höher als die durchschnittliche Bluechip-Bankaktie im KBW Bankenindex, welche beim 2-Fachen des Sachbuchwertes liegt.

Eine Möglichkeit, dies zu erklären, ist, dass Warren Buffett (Vorsitzender und CEO von Berkshire Hathaway) ein Auge für großartige Bankaktien hat. Er hat Geld von Berkshire in die rentabelsten Banken des Landes investiert. Diese Banken sind Wells Fargo (WKN:857949), U.S. Bancorp (WKN:917523) und M&T Bank (WKN:863582).

Bank Gegenwärtiger Wert der Position von Berkshire
Wells Fargo 26,4 Milliarden USD
Bank of America* 10,6 Milliarden USD
U.S. Bancorp 4,4 Milliarden USD
Goldman Sachs** 2,6 Milliarden USD
Bank of New York Mellon 1,0 Milliarden USD
M&T Bank 842 Millionen USD

* Berkshire besitzt Zertifikate, um vor September 2021 700 Millionen Aktien der Bank of America für 7,14 US-Dollar je Aktie zu kaufen. ** Da Goldman Sachs eine Investmentbank ist und keine Geschäftsbank, wurde sie nicht mit in die Berechnung des Durchschnitts der Banken aufgenommen. Datenquellen: CNBCs Berkshire Hathaway’s Portfolio Tracker und YCharts.com.

“Das Bankgeschäft ist ein gutes Geschäft, solange du keine dummen Sachen machst“, sagte Buffet 2009 gegenüber Fortune. „Du musst kein Genie sein, wenn dein Rohmaterial weniger als 1,5 % kostet.“ Buffett verweist darauf, dass sich Banken Geld zu fast keinen Kosten leihen können und dann das Geld in Anlageformen investieren, die höhere Renditen versprechen, wie Anleihen und Schatzbriefe.

Trotzdem ist Buffetts Fähigkeit, großartige Bankenaktien zu erkennen, nur ein Teil der Erklärung. Nachdem er in eine Bank investiert, könnte die Bank selbst davon profitieren, mit dem Orakel von Omaha in Verbindung gebracht zu werden.

Dies wurde mir klar, als ich einen Artikel des American Banker aus dem Jahre 2011 gelesen hatte, der sich mit der außergewöhnlichen Performance der M&T Bank in den letzten dreißig Jahren befasste. „Investoren wie Buffett zu haben, die einen langfristigen Ansatz verfolgen, helfen M&T, das Gleiche zu tun“, schrieb Matthew Monks“ „Die Bank ist gewillt, Entscheidungen zu treffen, die heute die Gewinne schmälern, sich aber später auszahlen.“

Ein Lehrstück war die Entscheidung von Wells Fargo, vor der Finanzkrise die faulsten Produkte des subprime Hypothekenmarktes auszulassen und damit einen geringeren Marktanteil hinzunehmen. 2008 schrieb Wells Fargos CEO und Vorsitzender:

Unser Unternehmen behielt die Disziplin bei Kreditrisiken während der Jahre, in denen übermäßig hohe Risiken bei Krediten eingegangen wurden, bei. Im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern haben wir keine Hypothekenoptionen mit anpassbaren Zinsen angeboten. Wir haben keine ARMs mit negativer Amortisation im Angebot gehabt. Wir haben nur in ganz wenigen Fällen Kredite angeboten, die ein hohes Risiko hatten. Aufgrund unserer vernünftigen Kreditvergabepolitik gegenüber Kunden mit niedriger Kreditwürdigkeit und unserer Entscheidung, keine Kredite mit negativer Amortisation anzubieten, haben wir in den Jahren von 2004 bis 2006 schätzungsweise zwei bis vier Prozent Marktanteil eingebüßt. Dies machte allein 2006 ein Kreditvolumen zwischen 60 Milliarden und 120 Milliarden US-Dollar aus. Wir sind froh, so gehandelt zu haben.

Heute ist klar, dass es das Richtige war. Aber Investoren von damals hatten nicht das Wissen von heute und drängten die Bank, zur schlechtesten Zeit höhere Risiken einzugehen.

2006, zwei Jahre vor der Finanzkrise, kritisierten Investoren Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase (WKN:850628), als er die Ausgabe von Derivaten zurückfuhr, die mit subprime Hypotheken verknüpft waren. Das waren die gleichen Derivate, die später so viele Konkurrenten von JPMorgan Chase an den Rand des Konkurses brachten. JPMorgan Chase war keine Bank im Portfolio von Buffett. Aber Buffett hat sich immer sehr positiv über Dimon geäußert. Zudem ist er ein persönlicher Investor der in New York ansässigen Bank.

Es ist unmöglich, mit absoluter Sicherheit zu sagen, ob Buffetts Gütesiegel hilft, dass sich Unternehmen wie Wells Fargo, U.S. Bancorp und M&T Bank auf die Maximierung der langfristigen Gewinne konzentrieren oder ob Buffett einfach nur solche Banken kauft, die dies ohnehin tun. Eines ist aber immer der Fall. Die Bankaktien in Warren Buffetts Portfolio sind deutlich teurer als die anderer Banken.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel von John Maxfield erschien am 04.01.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: JPMorgan Chase, M&T Bank Corporation, Wells Fargo, US Bancorp, Berkshire Hathaway (B)


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