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Hausse beim S&P500 – Zinswende oder Handelskrieg?

Gastautor: Daniel Saurenz
09.01.2017, 09:00  |  637   |   |   

USA_Bank_SymbolDer Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar rückt immer näher. Die Börsen sind weiter in der Trump-Euphorie, der Dow Jones nimmt die 20.000er-Marke einmal mehr ins Visier, der S&P500 notiert ebenfalls in der Nähe des Rekordhochs. Die Analysten der Schweizer Privatbank Vontobel nehmen die Perspektiven einer Präsidentschaft Trumps unter die Lupe. Im 1. Teil haben die Experten die möglichen Erfolge von Trump analysiert. Im nun folgenden 2. Teil zeigen sie auf was passieren könnte, falls der 45. US-Präsident scheitert.

Im zweiten Szenario „Stagnation – Trumps Wirtschaftspolitik versagt“, dominieren die wachstumshemmenden Aspekte seines Wahlprogramms. Neben den Neuverhandlungen bestehender Freihandelsabkommen (NAFTA), werden ausstehende Abkommen (TTIP, TPP) nicht ratifiziert. Importzölle und die konsequente Ausweisung illegaler Einwanderer führen dazu, dass die heimische Wirtschaft abgeschottet wird.

Dabei führen Importzölle über höhere Importpreise nicht nur zielstrebig zu einer höheren Inflation, sondern provozieren im schlimmsten Fall Handelskriege mit US-Handelspartnern, die diese Restriktionen nicht ohne Gegenmaßnahmen auf sich sitzen lassen dürften, so die Experten von Vontobel. Ein besonderes Augenmerk liegt hier sicherlich auf China, dass die letzten Wochen bereits des Öfteren Opfer von Trumps Verbalattacken war.

Im Stagnationsszenario rechnen die Analysten aufgrund der Importzölle mit steigenden Preisen und einer Inflation von 3,2 Prozent, bei einem allerdings deutlich niedrigeren Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Der Leitzins dürfte in diesem Fall deutlich weniger stark steigen als im ersten Szenario, auch der Anstieg der Anleihenrendite dürfte geringer ausfallen.

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Lesen Sie auch: USA – Neue Rekorde oder das verflixte siebte Jahr 

Risikofaktor Europa

Börse_USA_NewYork_5Natürlich spielen in beiden Szenarien weitere externe Faktoren eine gewichtige Rolle, die der kommende US-Präsident Trump nicht oder nur in geringem Umfang beeinflussen können wird. Hier richtet sich der Blick neben der Wirtschaftsentwicklung in den Schwellenländern besonders auf Europa, wo neben den Verhandlungen über den Brexit eine Reihe – möglicherweise richtungsentscheidender – Parlamentswahlen bevorstehen.

Gewinnen in Frankreich, Italien und in den Niederlanden die Anti-EU-Parteien, dürfte dies auf Grund der Auflösungstendenzen der EU das Wirtschaftswachstum in der Union hemmen, so die Einschätzung der Analysten. Dies wiederum könnte die EZB zu einer weiter extrem lockeren Geldpolitik verleiten, um die schwächelnden Wirtschaften der Euro-Zone weiter zu stützen.

Im positiven Falle bleibt eine Regierungsbeteiligen der Anti-EU-Parteien und die damit verbundenden Auflösungstendenzen der EU weitestgehend aus, wobei aufgrund der sich stabilisierenden politischen Verhältnisse die staatlichen Ausgaben steigen und Impulse für die Wirtschaft geben könnten. Ebenso sehen die Experten von Vontobel Chancen für kleinere Steuersenkungen vor den Wahlen in Frankreich und Deutschland.

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Die Prognose: Inflation, so oder so.

Insgesamt kommen die Analysten zu einem geteilten Ergebnis. Beide Szenarien erscheinen nachvollziehbar und realistisch, die Wahrheit wird wahrscheinlich wie so oft in der Mitte liegen. Nachdem Trump die Präsidentschaft mit seinem Motto „America first“ gewinnen konnte, muss er nun liefern. Auf der anderen Seite wird er sich vor einem Handelskrieg mit China oder anderen Partnern wie der EU hüten und somit bei einigen seiner Forderungen zurückrudern. Beiden Szenarien gemein ist eine steigende Inflation, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Dies wird nach Einschätzung der Experten von Vontobel einhergehen mit höheren Leitzinsen.

Wertpapier: Put Optionsschein auf NASDAQ 100 Index, S&P 500 Put 2.250 bis 2017/04 (DB), Dow Jones Inline 17.500-20.500 bis 2017/06 (SG)


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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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