DAX+0,60 % EUR/USD-0,07 % Gold+0,35 % Öl (Brent)+0,69 %

Hidden Champion Steico, der unbekannte Weltmarktführer

09.01.2017, 10:30  |  440   |   |   

Deutschland lebt vom Mittelstand, der rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze stellt und das Rückgrat unseres Wohlstandes bildet. Während die großen Industriekonzerne den meisten Bürgern bekannt sind und ihre Produkte sich in unseren Wohnungen oder Garagen befinden, gibt es viele kleinere Unternehmen, die beinahe gänzlich unbekannt sind. Und dennoch nicht weniger erfolgreich.

Die Steico SE (WKN: A0LR93 / ISIN: DE000A0LR936) aus dem bayerischen Feldkirchen im Landkreis München ist ein solches Unternehmen. Steico kann man mit Fug und Recht als „Hidden Champion“ bezeichnen, denn die Bayern sind nämlich Weltmarktführer bei Holzfaser-Dämmstoffen und erreichen in Europa einen Marktanteil von über 50 Prozent. Darüber hinaus stellt das Unternehmen noch Hanf-Dämmstoffe, Stegträger und Hartfaserplatten her. Klingt langweilig, ist aber durchaus reizvoll.

Steico ist in einer an Bedeutung gewinnenden Nische aussichtsreich positioniert und profitiert gleich von mehreren Trends, denn nicht erst, seitdem „globale Erderwärmung“ und „Energiewende“ die Titelseiten der großen Boulevardblätter beherrschen, ist allseits (an)erkannt, dass der beste Weg zum Energiesparen nicht in besserer Energieausnutzung liegt, sondern in der Vermeidung von Energieverbrauch. Und der mit deutlichem Abstand größte Energieverbraucher in Deutschland ist nicht die Industrie und auch nicht die Kraftfahrzeuge, sondern der private Wohnraum. Insbesondere für das Heizen werden Jahr für Jahr Milliardensummen aufgewandt und hier gibt es enorme Einsparpotenziale, da die meisten Gebäude unzureichend isoliert sind und viel zu viel der teuren Heizwärme unmittelbar an die Umwelt abgeben.

STEICO-Chart: finanztreff.de

Wärmeverbundsysteme offenbaren Schwächen

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Regierung immer neue, striktere Energievorschriften erlässt, und diese inzwischen nicht mehr nur Neubauvorhaben treffen, sondern auch den Altbestand. Neben dem Erfordernis, die alten Heizungen auszutauschen, kommt hier der Wärmedämmung eine ganz besondere Rolle zu. Nun ist Steico nicht einfach ein weiterer Anbieter der typischen Wärmeverbundsysteme, die man am Markt relativ günstig einkaufen kann, sondern Steico setzt auf ökologische Materialien und damit auf ein höherpreisiges Segment. Die Nachfrage der Bauherren ist daher geringer als nach den klassischen Wärmeverbundsystemen. Doch das ändert sich gerade. Denn diese typischen Systeme haben erhebliche Nachteile: sie kommen mit Feuchtigkeit nicht gut klar und schimmeln bzw. werden von Pilzen befallen, was dazu führt, dass sie mit hochgiftigen Stoffen beschichtet werden, die ansonsten nirgendwo mehr eingesetzt werden dürfen. Und obwohl diese Gifte „gebunden“ sind, werden sie doch vom Regen ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser, nachdem sie die Fassade heruntergelaufen sind. Wenig erbauliche Vorstellung, zumal höchst krebserregend.

Ein weiterer Nachteil ist, dass diese Wärmeverbundsysteme ganz überwiegend auf Styropor u.ä. basieren, und es hier vermehrt zu Brandproblemen kommt. Denn wenn das Zeug erst einmal Feuer gefangen hat, ist es schier unmöglich zu löschen. Immer mehr Experten raten daher von der Verwendung dieser Systeme ab, die Feuerversicherungen machen ebenfalls Druck. Es ist also abzusehen, dass die bisherigen Standardlösungen in der jetzigen Form keine Zukunftsperspektive haben – Alternativen, und zwar aktuell verfügbare – werden gesucht. Und gefunden. Bei Steico.

Hohe Preise und Konkurrenzdruck

Die ökologischen Systeme von Steico weisen überwiegend Vorteile auf, allerdings eben auch einen Nachteil: sie sind (noch) deutlich teurer als die klassischen Wärmeverbundsysteme. Und es gibt einen starken Konkurrenzdruck in der Branche, so dass die Margen keine Wunderergebnisse bieten können.
Doch Steico ist hier sehr gut unterwegs und steigert seine Effizienz immer weiter. Doch nicht nur „Financial Engeneering“, also verbesserte Finanzierungskonditionen und bessere Auslastung sind die Gewinntreiber, sondern Steico geht in die Breite. Bisher hatte man zur Abrundung des Sortiments Furnierschichtholz als reine Handelsware vertrieben, doch vor zwei Jahren entschied man sich, diese zugekauften Produkte selbst herzustellen und sogar für fremde Unternehmen zu produzieren…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / Pressefoto STEICO SE

Wertpapier: Steico


Verpassen Sie keine Nachrichten von Die Börsenblogger

Christoph Scherbaum M.A. und Diplom-Betriebswirt Marc Schmidt sind die Gründer von dieboersenblogger.de. Der Social-Börsenblog wurde Ende 2008 im Zeichen der Finanzkrise von den zwei Finanzjournalisten gegründet und hat sich seither fest in der Börsenmedienlandschaft etabliert. Heute schreibt ein gutes Dutzend Autoren neben Christoph Scherbaum und Marc Schmidt über Aktien, Geldanlage und Finanzen. Weitere Informationen: www.dieboersenblogger.de.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel

Diskussionen zu den Werten

ZeitTitel
17.02.