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Schluss mit lockerer Geldpolitik EZB-Zinswende - Top-Ökonomen fordern Umdenken in der Geldpolitik

09.01.2017, 12:58  |  8778   |   |   

In Anbetracht der stark gestiegenen Inflation in Europa fordern Top-Ökonomen von der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre milliardenschweren Anleihekäufe zu beenden. Bereits vor der letzten EZB-Sitzung im Dezember wurde Kritik am Kurs der EZB laut (mehr dazu hier und hier).

Nun werden die Rufe nach einen Kurswechsel in der EZB-Geldpolitik lauter: „Die EZB sollte den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ab April beginnen“, sagte der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld der „Welt am Sonntag“. Ähnlich äußerte sich der Chef des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest: „Derzeit rechne ich für 2017 mit einer Euroraum-Inflation von 1,5 Prozent. Das würde rechtfertigen, die Käufe ab April 2017 monatlich um zehn Milliarden Euro zu reduzieren.“ Sollte die Inflation im Euroraum in den nächsten Wochen auf nahezu zwei Prozent steigen, empfehle er, die Anleihekäufe im März 2017 ganz auslaufen zu lassen", so Fuest gegenüber der Zeitung. 

Ähnlich äußerte sich auch der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, gegenüber der „Bild am Sonntag“: "Es ist Zeit für eine Normalisierung, jetzt ist die Zinswende machbar." Und der  Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, erklärte: "Je früher die Teuerungsrate in Europa das Ziel von zwei Prozent erreicht, desto schneller kann die EZB die Zinsen erhöhen. Davon würde auch der Sparer profitieren.“ Und Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, forderte: "Die Gefahr einer deflationären Entwicklung haben wir hinter uns. Jetzt ist ein Umdenken in der Geldpolitik gefragt."

Im Dezember hatte der EZB-Rat entschieden, die monatlichen Anleihekäufe ab April von bisher 80 auf dann 60 Milliarden Euro monatlich zu reduzieren (wallstreet:online berichtete). Die massenhaften Ankäufe von Unternehmenstiteln und Staatsanleihen durch die Notenbank dienen vor allem dem Zweck, die Zinsen künstlich niedrig zu halten und so Kreditvergabe und Preise in Europa wieder in Schwung zu bringen. EZB-Präsident Mario Draghi hat bisher Fragen nach einem möglichen Ende der lockeren Geldpolitik bisher entschieden zurückgewiesen. Aus Sicht der deutschen Ökonomen sollte die EZB von dieser Haltung angesichts der steigenden Inflationsdaten möglichst bald abrücken.



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