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Kommt der Crash am Anleihenmarkt?

Gastautor: Daniel Saurenz
10.01.2017, 09:00  |  768   |   |   

Börse_EZB_5In ihrem Blog warnt die Notenbank von England, dass wenn die Blase am Anleihenmarkt irgendwann einmal platzen sollte, würden die Investoren schlimmer dastehen als nach dem 1994er-”Anleihen-Massaker”, als der weltweite Anleihenmarkt den größten Kursverluste aller Zeiten verbucht hatte. Ein kräftiger Kursrückschlag am Anleihenmarkt hätte auch erhebliche Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Peter de Coensel, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam Asset Management, Brüssel, erklärt seine Prognose.

·       2017 wird schwieriges Rentenjahr – trotzdem kein Bärenmarkt bei Anleihen zu befürchten

·       Globales Anleiheuniversum bietet nach wie vor ausreichende Gelegenheiten für Diversifikation und Rendite

·       Qualitative Dividendenaktien sind auch im Umfeld anhaltender Unsicherheiten eine effektive Ertragsquelle

Wir haben Ihnen zuletzt etliche Produkte auf den Bund-Future ans Herz gelegt, wie einen Knock-Out-Bear mit der WKN SE3RMV (Hebel 5,8). Wer deutlich risikobereiter ist, greift zu dem Knock-Out-Bear mit der WKN TD5JR4 (Hebel 34) aus unserer ISIN-Liste.

Die EZB-Sitzung am 8. Dezember bestätigte die Erwartung von Degroof Petercam AM, dass die EZB ihr Quantitative Easing-Programm vorerst fortsetzen wird. Gleichzeitig erwarten Sie ein Ansteigen der Inflation. Was kann dies für die reale Renditen am europäischen Anleihemarkt bedeuten?

EZB_LuminalePeter de Coensel: Zunächst einmal bedeutet die EZB-Entscheidung, vorerst kein echtes Tapering einzuleiten, sondern lediglich die Summe der monatlichen Anleihekäufe von 80 auf 60 Milliarden Euro zu reduzieren, ein weiteres negatives Jahr für europäische Staatsanleihen. Aber es wird auch Profiteure geben, wie zum Beispiel italienische und spanische Staatspapiere, deren Spreads gegenüber Bundesanleihen 2017 voraussichtlich zyklische Niedrigstände erreichen werden. Die Kurse französischer Staatsanleihen hingegen sollten unter der politischen Ungewissheit leiden, die von den anstehenden Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr ausgehen.

Wir glauben, dass die Realzinsen, also die um Inflationseffekte bereinigten Nominalzinsen, in Europa zukünftig maßgeblich von der Richtung der Energiemärkte geprägt werden. Endogene Faktoren sollten hingegen weniger ein Treiber für steigende Preise sein, da die konjunkturelle Dynamik dafür nach wie vor zu schwach ist. Die Fortsetzung des EZB-Kaufprogramms und ein Ölpreis von bis zu 60-Dollar könnten durchaus steigende Realzinsen in Europa zur Folge haben. Anstiege des Ölpreises, die deutlich über dieser Marke liegen, sollten die Inflation in der EU allerdings deutlich stärker ansteigen lassen in Richtung des von der EZB anvisierten Ziels von 2 Prozent.

Durch das insgesamt sehr niedrige Niveau der Nominalzinsen dürfte es aber insgesamt schwierig bleiben, in absehbarer Zeit attraktivere Realzinsen in Europa zu sehen. Für 10-jährige Bundesanleihen erwarten wir Renditen zwischen 0,75 und 1,0 Prozent am Jahresende 2017.

Wer sein Depot kostengünstig bestücken möchte, sollte sich die Preisgestaltung bei De Giro ansehen. Je nach Basiswert lassen sich zwischen 74 und 98 Prozent sparen.

Ein Ende des mehr als drei Jahrzehnte andauernden Bullenmarktes bei Anleihen ist bereits ausgemachte Sache. Wie aber geht es nun weiter an den Anleihemärkten? Startet ein langfristiger Bärenmarkt?

Peter de Coensel: Grundsätzlich sollten sich die Akteure auf ein schwieriges Jahr 2017 für die Rentenmärkte vorbereiten – ähnlich wie in den Jahren 2013 oder 2015. Druck auf die realen Anleiherenditen wird in erster Linie ausgehen von sich weiter verschlechternden globalen Demographie-Trends sowie einer rätselhaft niedrigen Produktivität sowohl in den entwickelten als auch den aufstrebenden Volkswirtschaften. Den Ausbruch eines langfristigen Bärenmarktes bei Anleihen zu befürchten, wäre jedoch übertrieben.

Wir glauben, dass in den Industrieländern sowie Überschuss-Schwellenländern wie China und ölproduzierenden Staaten die Sparraten abnehmen werden. Das heißt auch, dass die Zuflüsse in die globalen Rentenmärkte aus diesen Ländern sinken werden. Das sollte den Abwärtsdruck auf die Anleiherenditen abschwächen. Die Realrenditen in den G7-Ländern liegen heute – Sozialprodukt gewichtet – bei minus 0,05 Prozent, also minus 5 Basispunkten. Mit der fortschreitenden Erholung der globalen Konjunktur von der großen Finanzkrise sehen wir einen Anstieg der Renditen zwischen 50 und 75 Basispunkten im Laufe der nächsten Dekade.

Mit dem Bild eines Bärenmarktes hat dies nichts zu tun. Mit Blick auf die weitere Entwicklung erkennen wir ein Fixed Income-Universum, das über Jahre zahlreiche Investmentmöglichkeiten in den vielfältigen globalen Anleihesektoren bieten wird.

Im 2. Teil werden wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie sollten sich Anleger im aktuellen Umfeld an den Rentenmärkten positionieren? Wird sich der Bullenmarkt bei US-Aktien fortsetzen? Und was erwarten Sie für europäische Aktien?

Quelle: Degroof Petercam Institutional Asset Management

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Dienstag, 10.01, 18 Uhr: Euer Egmond.– Hier gehts zur Anmeldung…

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