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Rohstoffe: Ölpreise brechen ein, Gold steigt – das sind die Gründe!
Foto: www.commerzbank.de

Rohstoffe Ölpreise brechen ein, Gold steigt – das sind die Gründe!

Gastautor: Eugen Weinberg
10.01.2017, 11:16  |  6203   |   |   

Energie: Die Ölpreise sind gestern um fast 4% gefallen. Dies entsprach dem stärksten Tagesverlust seit der OPEC-Sitzung Ende November. Brent kostete in der Nacht zwischenzeitlich weniger als 55 USD je Barrel, WTI weniger als 52 USD je Barrel. Am Morgen erholen sich die Preise leicht. Es wachsen offensichtlich die Zweifel, dass es der OPEC gelingen wird, die versprochenen Produktionskürzungen weitgehend umzusetzen. Laut dem kuwaitischen Ölminister soll dies angeblich bereits zu 60-70% geschehen sein. Der Großteil davon dürfte auf die arabischen Golfanrainerstaaten Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und Vereinigte Arabische Emirate zurückzuführen sein. Rekordhohe Ölexporte aus dem Süden des Irak im Dezember und volle Zuteilungen für asiatische und europäische Abnehmer im Februar lassen aber Zweifel daran aufkommen, dass sich der Irak an die Vorgaben halten wird, seine Produktion um 210 Tsd. Barrel pro Tag zu kürzen. Keinen unterstützenden Einfluss auf die Preise hatte der vermeldete Rückgang der russischen Ölproduktion um 100 Tsd. Barrel pro Tag in der ersten Januarwoche. Denn dies dürfte in erster Linie mit den extremen Wetterbedingungen auf den westsibirischen Ölfeldern zu tun haben, wo die Temperaturen teilweise auf bis zu -60 Grad Celsius fielen. Auch ein drohender Streik in der nigerianischen Ölindustrie hatte keinen Einfluss auf die Preise. Angesichts nahezu rekordhoher spekulativer Netto-Long-Positionen bei Brent stellt dies keine Überraschung dar. Die anhaltende Debatte über OPEC-Produktionskürzungen sollte einem weiteren Preisrückgang dennoch entgegenstehen.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD4H71 Long Oil WTI Light Crude Future Feb 2017 Faktor 3
CD4H78 Short Oil WTI Light Crude Future Feb 2017 Faktor -3

Edelmetalle: Gold verteuert sich heute Morgen zeitweise auf ein 5-Wochenhoch von knapp 1.190 USD je Feinunze und erhält dabei vom schwächeren US-Dollar Unterstützung. Auch nimmt das Kaufinteresse in China im Vorfeld des Neujahrsfestes Ende des Monats anscheinend zu. Ansonsten herrschen eher preisbelastende Nachrichten vor. So verzeichneten die Gold-ETFs gestern wieder Abflüsse von 5,4 Tonnen (die Bestände im SPDR Gold Trust wurden sogar um 8,6 Tonnen abgebaut) und machten damit die Zuflüsse der beiden Handelstage zuvor wieder zunichte. Die chinesische Zentralbank (PBoC) hat eigenen Angaben zufolge im Dezember ihre Goldreserven nicht weiter aufgestockt. Dies war bereits der zweite Monat in Folge und der dritte im letzten Jahr, in dem die PBoC kein Gold gekauft hat. Die PBoC hatte mit ihren Währungsreserven vielmehr die heimische Währung gestützt. Im gesamten letzten Jahr wurden die chinesischen Goldreserven um rund 80 Tonnen aufgestockt. Mit über 1.840 Tonnen nimmt China den sechsten Rang unter den öffentlichen Goldhaltern ein.
In China wurden laut Angaben eines privaten Automobilverbandes im letzten Jahr so viele Autos wie nie zuvor verkauft. Mit 23,9 Mio. Autos wurden demnach zudem fast 16% mehr Autos verkauft als im Vorjahr. Steuerliche Kaufanreize waren laut Verbandsangaben dabei der Haupttreiber. Die offiziellen Absatzzahlen werden vom Verband der chinesischen Automobilproduzenten in Kürze veröffentlicht.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4QBH Bull Silber Hebel 8,2
CE4N0W Bear Silber Hebel 6,8

Industriemetalle: Zinn kostet heute Morgen etwa 21.100 USD je Tonne und zeigt sich damit seit Anfang Dezember weiterhin nahezu unverändert. Indonesien, der weltweit größte Zinnexporteur, hat gemäß Daten des Handelsministeriums im letzten Jahr nur 63,6 Tsd. Tonnen Zinn exportiert. Dies waren 9,4% weniger als im Vorjahr und zugleich das niedrigste Exportvolumen seit 2003, was maßgeblich zur globalen Angebotsknappheit beitrug. Die indonesische Regierung hatte im letzten Jahr mit verschiedenen Maßnahmen versucht, den Zinnpreis zu stützen – mit Erfolg. Zinn verteuerte sich 2016 um 45%. Neben angeordneten Produktionskürzungen wurden zum Beispiel die Qualitätsstandards verschärft. Auch musste das Zinn vor dem Export an der Börse ICDX in Jakarta gehandelt werden, bevor es ausgeführt werden durfte. Nicht alle Zinnproduzenten und -exporteure waren aber zunächst zum Handel an der ICDX zugelassen. Der Verband der indonesischen Zinnexporteure schätzt, dass die Zinnausfuhren 2017 trotz höherer Zinnpreise nur leicht auf rund 65 Tsd. Tonnen steigen werden, denn die Reserven würden schnell sinken. Auch das International Tin Research Institute (ITRI) geht davon aus, dass eine striktere Umsetzung der Regularien gepaart mit einem Rückgang des Metallgehalts in den Erzen die Zinnproduktion und damit die -exporte beeinträchtigen wird. Dieser Effekt würde laut ITRI allerdings durch die höheren Zinnpreise, die Anreiz zu Produktionsausweitungen geben, abgefedert werden.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4QLT Bull Copper Future Mar 17 Hebel 13,5
CE4QLM Bear Copper Future Mar 17 Hebel 7,1

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Wertpapier: Öl (Brent), Gold, Platin, Palladium, Aluminium, Nickel, Kupfer, Zink


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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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Kommentare

Noch vor wenigen Minuten habe ich gelesen, dass die Inflation in Europa anziehe, weil die Ölpreise steigen würden. Was nun?

Ach, noch was: Sie tragen zur allgemeinen Volksverdummung bei, indem Sie politisch dümmliche Aussagen weiter tragen. Weil?

Weil Sie offensichtlich den Unterschied zw. Inflation und Teuerung nicht verstanden haben. Oh, Gott!

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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