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Weltwirtschaftsforum Davos Signale der Zerrissenheit - 2017 wird entscheidendes Jahr für die Weltgemeinschaft

11.01.2017, 17:14  |  3043   |   |   

Auch im Jahr 2017 ist die Welt zahlreichen Risiken ausgesetzt. Große Herausforderungen sieht das Weltwirtschaftsforum (WEF) in dem Aufstieg von Populisten, der wachsenden sozialen Ungleichheit sowie auch zunehmende Gefahren für die Umwelt. Staatenlenker und Wirtschaftsbosse sollten diesen Aufgaben mit engerer Zusammenarbeit begegnen.

"In erster Linie müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, das System weltweiter Kooperation zu schützen und zu stärken", fordern die Autoren des Welt-Risiko-Berichts des WEF. Nur mit gemeinschaftlichem Handeln könnten Not und Unbeständigkeit im kommenden Jahrzehnt verhindert werden. "Das Jahr 2017 ist ein entscheidender Zeitpunkt für die Weltgemeinschaft", schrieb WEF-Gründer Klaus Schwab im Vorwort des Berichts.

5 Kernprobleme in 2017

Fünf Kernprobleme identifizierte der WEF für das laufende Jahr. Dazu zählen gesellschaftliche Spannungen wie eine größere Polarisierung und ein stärkerer Nationalgedanke nach den Wahlerfolgen populistischer Parteien und Politiker. Wichtig seien nun Antworten darauf, wie die Teilhabe der Menschen am Wirtschaftswachstum verbessert werden und wachsender Nationalismus mit einer vielschichtigen Gesellschaft "versöhnt" werden könne.

"Die am meisten beachteten Signale der Zerrissenheit kommen zwar aus westlichen Ländern", hieß es in dem Bericht unter Verweis auf den künftigen US-Präsidenten Donald Trump und die Brexit-Entscheidung der Briten: "Die bekanntesten Störfaktoren sind die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, und der Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl in den USA.“ Diese seien aktuell die größten Risiken für die Weltwirtschaft. "Aber auf der ganzen Welt gibt es Beispiele einer heftigen Gegenbewegung gegen Teile des inländischen und internationalen Status quo." Konkret verweisen die Experten auf Brasilien, die Philippinen und die Türkei.

Reform des Marktkapitalismus

Gefährlich für die Welt seien auch die wachsende soziale und wirtschaftliche Ungleichheit sowie Ängste durch Migration, der Klimawandel und Terroranschläge. Die WEF-Experten verwiesen auf weit verbreitete Ängste in der Bevölkerung vor einem kulturellen Identitäts- und Kontrollverlust durch Migration, Globalisierung und den einhergehenden rapiden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Allein mit zusätzlichem Wirtschaftswachstum könne man die populistische Wut auf das Establishment und die Risse in der Gesellschaft vermutlich nicht mehr heilen, heißt es laut „Handelsblatt“ in dem Bericht. "Eine Reform des Marktkapitalismus gehört ebenso auf die Agenda."

Für die Studie wurden etwa 750 Risikoexperten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft befragt. (mit dpa-AFX)



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