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Dollar-Yen – Japanische Notenbank droht mit “unbegrenzter” Geldschwemme

Gastautor: Daniel Saurenz
12.01.2017, 07:00  |  543   |   |   

Börse_Konjunktur_Hafen22016 war ein turbulentes Jahr am Währungsmarkt. Der Dollar ist auf Mehrjahreshochs gestiegen, während der Euro, Yen, oder der chinesische Renminbi kräftig auf Talfahrt waren. Je nachdem wie sich die Wirtschaft der einzelnen Länder entwickelt wird und wie die jeweiligen Notenbanken agieren werden, könnte es 2017 erneut zu erheblichen Bewegungen am Anleihen- und am Währungsmarkt kommen. Nachdem wir im 1. Teil die Perspektiven des Euro analysiert haben, schauen wir uns im 2. Teil die des Yen an.

Kräftige Kursausschläge bei Dollar-Yen: Dafür hatte zuletzt die jüngste Rede von Donald Trump gesorgt. Nachdem der Dollar kurz vor dem Beginn der Rede bis auf 116,80 Yen je Dollar gestiegen war, weil Investoren auf Aussagen zu einem bevorstehenden, massiven Konjunkturprogramm gehofft hatten, ist der Dollar, nachdem die Aussagen ausgeblieben sind, bis auf 114,5 Yen gesunken, um sich anschließend deutlich zu erholen.

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WM_Adidas_JapanDennoch spiegelt die seit Mitte Dezember laufende Erholung des Yen eine zunehmende Unsicherheit der Investoren wieder, woraufhin der Carry Trade nicht mehr ganz so stark läuft wie zuvor. Die Sache funktioniert so: In den vergangenen Jahren hatten die Investoren den zunehmenden Rückgang des Yen gegenüber dem Dollar genutzt, um verstärkt Kredite auf Yen-Basis aufzunehmen, und das Geld in riskante Vermögenswerte, wie europäische oder US-Aktien zu stecken.

Das nennt man Carry Trade. Investoren profitieren dabei von zwei Seiten: Einerseits von Währungsgewinnen und andererseits von Kursgewinnen am Aktienmarkt. Das Spiel geht aber nur solange gut, wie der Yen fällt. Wenn die Unsicherheit der Investoren aber zunimmt, wie jetzt vor dem Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar, flüchten Investoren wieder in den Yen und lösen den Carry Trade auf. Das drückt den weltweiten Aktienmarkt etwas.

Wenn Sie davon ausgehen, dass der Dollar gegenüber dem Yen in den nächsten Monaten deutlich zulegen wird, legen wir ihnen den Knock-Out-Bull mit der WKN SE6LL3 ans Herz. Der Hebel liegt bei 7. Wenn Sie hingegen gegenteiliger Meinung sind, wäre der Knock-Out-Bear mit der WKN DG2GYJ, ebenfalls mit Hebel 7, die richtige Wahl.

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Wie geht es beim Yen weiter?

Dollar-Yen auf ein Jahr

Dollar-Yen auf ein Jahr

Nach der aktuellen Erholung scheint ein weiterer Rückgang des Yen gegenüber dem Dollar für viele Investoren eine ausgemachte Sache zu sein. Immerhin hat die japanische Notenbank nach der Sitzung am 20. Dezember angekündigt, dass sie den Zins für zehnjährige japanische Anleihen bei null Prozent halten werde und dazu „unbegrenzt“ Geld drucken werde. Für eine Abkehr von diesem Ziel sei es noch zu früh. Diese Aussicht belastet den Yen. Was wäre aber, wenn die weltweiten Investoren zehnjährige japanische Anleihen verkaufen und den Zins nach dem wochenlangen Seitwärtstrend nach oben treiben würden?

Möglicherweise würde die japanische Notenbank dann allmählich von ihrem Ziel abrücken, immerhin verbessern sich bei steigenden Zinsen die Perspektiven für die angeschlagenen japanischen Banken. Wenn die Zinsstrukturkurve steiler wird, also der Zinsaufschlag für länger laufende Anleihen im Vergleich zu kürzer laufenden größer wird als vorher, verbessert sich die Zinsmarge für die Banken. Sollte die japanische Notenbank entgegen jüngster Beteuerungen tatsächlich von ihrem Ziel abrücken, würden die Zinsen für langfristige Anleihen steigen, womit der Yen überraschend Rückenwind bekäme. In dem Umfeld könnte die aktuelle Erholung des Yen deutlich Fahrt aufnehmen.

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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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