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2016 als Wendepunkt? Ausblick auf Konjunktur und Inflation

Gastautor: Daniel Saurenz
12.01.2017, 09:00  |  545   |   |   

symbol_sonne_bangkokDie ersten zehn Tage konnte man als Börsianer getrost abhacken. Es bleibt die Hoffnung dass sich die US-Börsen mit dem näherrückenden Amtsantritt des “President elect” Donald Trump aus dem Winterschlaf befreien. Für uns bleibt daher genug Zeit ausführlich auf das bevorstehende Jahr zu blicken. Wir haben uns dazu den Jahresausblick der Analysten von J.P Morgan vorgenommen. im ersten Teil blicken wir auf die Konjunktur. Diese bleibt in vielen Ländern hinter den Erwartungen. Dennoch haussieren die Börsen…

Seit der globalen Finanzkrise ist das Wachstum immer wieder hinter den Erwartungen zurückgeblieben – insbesondere in den Industrieländern. Auf globaler Ebene ist die Wirtschaftsleistung um 9 Prozent niedriger, als wenn sie lediglich zu ihrem Trend vor Beginn der Krise zurückgekehrt wäre. Für die Industrieländer liegt das durchschnittliche Defizit eher bei 13 Prozent.

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Die USA haben sich besser geschlagen als die meisten anderen Länder – mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von lediglich 2,1 Prozent in den vergangenen sieben Jahren ist dies jedoch der langsamste wirtschaftliche Aufschwung seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie der Gouverneur der Bank von England (BoE), Mark Carney, bereits bemerkte, liegt das mittlere Realeinkommen von Arbeiternehmern in Großbritannien heute auf dem Niveau des Jahres 2006. Dies ist die schwächste Entwicklung seit den 1860er Jahren.

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Der Bruch mit der Vergangenheit wird umso deutlicher, wenn man die Nachfrage aus nominaler Sicht betrachtet. Dies gilt insbesondere für die Eurozone und Japan. In der Eurozone lag das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2016 11 Prozent über dem Stand zu Beginn des Jahres 2008. In den acht Jahren davor war der Geldwert der Wirtschaft noch um 40 Prozent angewachsen. Wie Abbildung 1 zeigt, ist es Großbritannien und den USA besser gelungen, die nominale Nachfrage aufrechtzuerhalten. Aber auch hier ist sie durchgängig schwächer ausgefallen als in der Vergangenheit.

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Dieses Umfeld eines unterdurchschnittlichen Wachstums und einer ähnlich trägen Inflation hat dazu geführt, dass die ursprünglich nur als vorübergehende Reaktion auf die weltweite Finanzkrise gedachte ultralockere Geldpolitik inzwischen ein Dauerzustand zu sein scheint. Für Finanzinstitute und Unternehmen mit langfristigen Pensionsverpflichtungen war dieses Umfeld niedriger bis hin zu negativen Zinsen und flacher werdender Zinsstrukturkurven äußerst schwierig. Für den typischen Anleger hatte es jedoch erstaunlich positive Auswirkungen auf das Portfolio.

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konjunktur_asienDer S&P 500 ist seit Anfang 2009 (auf Basis der Gesamtrendite) um 292 Prozent gestiegen, und ein jeweils zur Hälfte aus globalen Anleihen und Aktien bestehendes Portfolio erzielte eine durchschnittliche jährliche Gesamtrendite von 7,6 Prozent. Das liegt deutlich über der jährlichen Durchschnittsrendite von 5,1 Prozent, die zwischen 1998 und 2008 erzielt wurde – und das, obwohl sich die Weltwirtschaft aktuell schwächer entwickelte.

Schnelle Reflation birgt höhere Risiken – sowohl wirtschaftlich als auch politisch

Wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen? Diese Frage wurde Anlegern und Wählern während des Jahres 2016 auf verschiedene Arten und zu verschiedenen Zeitpunkten gestellt. Während sich dieses turbulente Jahr nun seinem Ende nähert, können wir feststellen, dass beide Gruppen diese Frage mit „Nein“ beantwortet haben. Wähler haben sich gegen eine Fortsetzung des Status quo entschieden, und auch immer mehr Anleger rechnen mit Veränderungen. Ob eine dieser Gruppen oder gar beide mit dem Ergebnis zufrieden sein werden, bleibt abzuwarten.

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Marktbeobachter suggerieren gern, der große Reflationstrend habe am Tag nach den US-Präsidentschaftswahlen eingesetzt. Das stimmt jedoch nicht. Die Anleihenmärkte hatten bereits im Sommer begonnen, deutlich höhere Inflationserwartungen einzupreisen. Dies war teilweise auf die automatischen Effekte höherer Ölpreise zurückzuführen, nachdem diese im Laufe des Jahres 2016 um etwa 50 Prozent gestiegen waren. Aber auch innerhalb der US-Binnenwirtschaft war ein Aufwärtsdruck auf die Preise zu beobachten – diesen verschleierten zuvor die nachklingenden Auswirkungen des erstarkten US-Dollars auf die Importpreise. Die zugrunde liegende Inflation der persönlichen Konsumausgaben – eine Kennzahl, die die US- Notenbank (Fed) sehr genau im Auge behält – ist gegenüber einem Tiefststand von lediglich 1 Prozent unmittelbar nach der globalen Finanzkrise inzwischen über die Marke von 2 Prozent geklettert.

Quelle. J.P Morgan



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