DAX-0,12 % EUR/USD+0,15 % Gold0,00 % Öl (Brent)+0,07 %

EON, RWE, Deutsche Bank – achten Sie auf die US-Zinsen…

Gastautor: Daniel Saurenz
12.01.2017, 14:00  |  1056   |   |   

Frankfurt_Börse“I will be the biggest jobs creator God ever created” – Donald Trump hat Großes vor. Am Mittwoch blieb der der versammelten US-Presse jedoch den Beweis schuldig, wie er das schaffen will. Wer sich von der gestrigen Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Donald Trump klare Orientierungshilfen zur künftigen Wirtschafts- und Handelspolitik der USA erhofft hatte, wurde enttäuscht. Keine Äußerungen zu Konjunkturprogrammen und Haushaltspolitik, in seiner Rede blieb Trump schwammig.

Am Donnerstag feiert der Euro sein Comeback. Viele Analysten sahen die Parität als ausgemacht. Die nächsten Ziele waren 0,95 USD oder gar 0,90 USD. Jetzt notiert der Euro wieder mit etwas Abstand zur magischen 1,05 bei 1,0675 USD. Der DAX kann sich noch relativ schadlos halten. Vom Jahreshoch ist der Index dennoch ein Stück abgerückt. In den nächsten Wochen könnte der stärkere Euro jedoch wieder auf die Agenda rücken und als Argumentation für fallende Kurse herhalten. Denn wer die Parität eingepreist hat, muss diese Rechnung möglicherweise überdenken.

Beachten Sie die Aufzeichnung unseres Ayondo-Chart-Webinars

CBOE Interest Rate 10 Year T Note auf ein Jahr

CBOE Interest Rate 10 Year T Note auf ein Jahr

Am Tag nach Trump lohnt sich ein Blick auf die US-Zinsen. Die Rendite der 10-Jährigen US-Bonds fällt um knapp 2 Prozentpunkte auf aktuell 2,33 Prozent. Dies sorgt auch bei DAX-Werten für Bewegung. Während die Banken auf eine Zinswende hoffen, setzt man bei Vonovia auf niedrige Zinsen und günstige Baukonditionen. Ähnlich sieht es bei den verschuldeten Versorgern aus.

Die Aktienmärkte müssen weiter von der Hoffnung auf massive Steuersenkungen und Infrastrukturprogramme leben, Fakten bleiben Mangelware. Der Dow Jones rückte um ein halbes Prozent vor, die 20.000er-Marke bleibt im Spiel..

Beachten Sie auch: Dollar-Yen – Japanische Notenbank droht mit “unbegrenzter” Geldschwemme

Sowohl die fast schon euphorische Stimmung bei vielen Profi-Investoren wie auch die geringe Volatilität mahnen weiter zur Vorsicht. Positiv bleibt festzuhalten, dass es bisher nicht zu Gewinnmitnahmen kam. Anleger die investiert sind, rechnen offenbar mit weiter steigenden Kursen und bleiben im Markt. Wer hingegen die Rally zum Jahresende verpasst hat, setzt auf eine Korrektur. Unter dem Strich scheint das Rückschlagpotenzial eher begrenzt, sofern nicht unerwartet negative Nachrichten auf den Markt treffen.

Wer beim DAX auf steigende oder fallende Kurse setzen möchte, kann die Knock-Outs aus unserer Auswahl nehmen:

Bear – XM3B3U

Bull – CD8027

Erst rauf, dann runter

symbol_asien_emergingStatistisch betrachtet ist die jüngste Konsolidierungsphase bei den Dividendenwerten ohnehin nicht überraschend. Vor dem Amtsantritt eines neuen US-Präsidenten, der jeweils am 20. Januar erfolgt, pendeln die Märkte häufig seitwärts. In den zwei Wochen nach dem Amtseid kommt es meist zu einer kurzen Rally: Im Durchschnitt klettert der S&P 500 um rund 0,7 Prozent, die Gewinnquote liegt bei knapp 80 Prozent. Einen Monat später fällt die Bilanz hingegen deutlich negativer aus. In Nachwahljahren setzt meist ab Anfang Februar eine Korrektur ein, die bis in den April andauert.

Auch jetzt könnten die Aktienmärkte ein ähnliches Verhalten zeigen. Noch sorgt die Aussicht auf kräftige Konjunkturprogramme für Fantasie. Sollte Trump die hohen Erwartungen in den ersten 100 Tagen seiner Präsidentschaft aber nicht erfüllen, dürften viele Anleger die jüngsten Gewinne realisieren.

Unsere Chartanalyse:

Der Markt läuft in einem stabilen Aufwärtstrend, beginnt aber langsam, an statistische Grenzen zu stoßen. Noch ist Potenzial vorhanden, doch es wird weniger.

chart1

Ein Anstieg von mehr als zehn Prozent seit dem letzten – kleinen – Zwischentief vor fünfeinhalb Wochen ist ungewöhnlich viel. Das zeigt die historische Betrachtung von prozentualen Kursveränderungen in vergleichbaren Zeiträumen der Vergangenheit – die so genannte Rate of Change / ROC oder auch Veränderungsrate (grauer Indikator unter dem Tageschart). Theoretisch ist ein weiterer Durchmarsch der Kurse nach oben bis an den Rand des langfristigen Aufwärtstrends (grün punktiert) bei fast 12.000 Punkten möglich – das wäre dann aber der Idealfall.

chart2

Bisher existieren – abgesehen von der beginnenden statistischen Überhitzung – noch keine konkreten Anzeichen einer möglichen Korrektur. Angesichts der bereits weit gereiften Rally sollten die ersten Unterstützungen jedoch genauer im Auge behalten werden. Bleiben beim nächsten Rücksetzer des Marktes Käufe an den bereits bewährten Haltezonen aus, wäre dies ein erstes Schwächesignal. Im 5-Minuten-Chart sind untere Wendepunkte bei 11.610 sowie 11.485/11.530 und bei 11.385/11.400 erkennbar. Spätestens wenn auch die letzten beiden Unterstützungen durchbrochen werden, müssen Anleger sich langsam auf eine Pause der Aufwärtsbewegung einstellen.

Diese Chartanalyse stellen wir Ihnen gemeinsam mit Index-Radar zur Verfügung. Wenn Sie uns oder ihn unterstützen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie sich den Premium-Bereich von Index-Radar einmal ansehen. Hier geht`s dorthin…



0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel