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Aktienfonds Alter schützt vor Torheit nicht

13.01.2017, 11:06  |  864   |   |   

Sie sind sehr alt und meist sehr groß: Oldtimer-Fonds mit mehr als 60 Jahren Erfahrung an den Finanzmärkten. Meistern solche Fonds auch heutige Krisen besser?

Das neue Jahr hat zwar bereits begonnen, doch vielen Anlegern wird 2016 wohl noch lange als sehr volatiles Jahr in Erinnerung bleiben. Besonders Stabilität im Portfolio dürfte zum Jahreswechsel auf dem Wunschzettel vieler Anleger gestanden haben. Fonds, die seit über 60 Jahren existieren, haben bereits viele Phasen großer wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit erfolgreich überstanden. Doch nützt die Erfahrung auch bei der Bewältigung aktuellen Krisen? 

Seit 1955 investiert der Fondis A (ISIN: DE0008471020) in internationale Blue-Chip-Unternehmen. Aktuell sind das vor allem Apple (2,1 Prozent), JP Morgan Chase & Co (1,2 Prozent) sowie Johnson & Johnson mit 1,1 Prozent. 57,4 Prozent des Fondsvermögens sind in den USA investiert. Aber auch in Taiwan (1,7 Prozent) ist der Fonds aktiv. 2016 erzielt der Fondis mit dieser Strategie ein Plus von 9,2 Prozent. Zum Vergleich: Die Kategorie Aktienfonds International erreicht im selben Zeitraum einen Zuwachs von 7,1 Prozent. Auch mittelfristig überzeugt der Fonds mit Stabilität: Das Risiko-Rendite-Verhältnis über vier Jahre wird mit der FondsNote 2 bewertet. Derzeit sind 230 Millionen Euro in den Oldie investiert. Seit seiner Auflegung erzielt der Fondis eine Wertsteigerung von 7.863 Prozent. 

Noch älter als der Fondis ist der Robeco (ISIN: NL0000289783). Seit 1929 können Anleger in den internationalen Aktienfonds investieren. 3,9 Milliarden Euro umfasst das Fondsvermögen derzeit. 2016 erzielt das Schwergewicht jedoch nur einen Zuwachs von 6,7 Prozent und bleibt damit hinter der Peergroup zurück. Auch mittelfristig bleibt der Fonds hinter den Erwartungen zurück: Er trägt die FondsNote 3. 

Der Tempelton Growth Fund (ISIN: US8801991048) kann ebenfalls nicht mit mittelfristiger Stabilität überzeugen. Auch er erhält die FondsNote 3. Seit 1954 kommt immerhin ein Plus von 48.084 Prozent zusammen. 2016 kann er mit einem Zuwachs von 11,1 Prozent glänzen. 12,7 Milliarden Euro haben Anleger dem Fondsmanagement anvertraut.  

Noch im November 2016 stand die Kategorie Aktienfonds Deutschland mit 4,2 Prozent in den roten Zahlen. Der Dezember brachte jedoch die ersehnte Wende und einen Jahresendstand bei plus 2,1 Prozent. Der DekaFonds (ISIN: DE0008474503) kann sich gegen die Peergroup aber nicht wirklich behaupten: Er erzielt 2016 eine Wertentwicklung von plus 2,2 Prozent (Stand 30. November: - 5,5 Prozent). Der DekaFonds stammt aus dem Jahr 1956 und hat bis heute ein Fondsvermögen von 4,3 Millionen Euro erreicht. Mittelfristig wird das Rendite-Risiko-Verhältnis aber nur mit der FondsNote 4 bewertet. Immerhin, seit seiner Auflegung kommt ein Plus von 15.316,7 Prozent zu Stande.  

Ähnlich verhält es sich mit dem UniFonds (DE0008491002). Auch er stammt aus dem Jahr 1956. Zwar kann er die Peergroup 2016 mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent outperformen. Doch auch der 2,7- Milliarden-Euro-Fonds wird mittelfristig nur auf die FondsNote 4 eingestuft. Anleger, die von der ersten Stunde an dabei waren, erhielten zum 31. Dezember 2016 eine Wertsteigerung von 13.865,5 Prozent.  

Zu den erfolgreichsten deutschen Aktienfonds gehört 2016 der CLE Deutsche Aktien II (ISIN: IE00B0YVMF75) - mit Auflegung in 2005 ein deutlich jüngerer Fonds. Trotz China-Ängsten, Brexit-Sorgen und US-Wahl-Chaos: 2016 konnte er mit einem Plus von 12,5 Prozent beenden. Mittelfristig glänzt er mit der FondsNote 2. Aktuell wird das Fondsvermögen zu 59,8 Prozent in Industrie, Bau und Rohstoffe investiert. 10,3 Prozent fließen in zyklische Konsumgüter und 7,7 Prozent in den Gesundheitssektor.

Der Fondra A (ISIN: DE0008471004) aus der Kategorie Mischfonds Aktien und Anleihen Europa kann seine Peergroup 2016 schlagen: Er erzielt ein Plus von 2,1 Prozent – die Peergroup dagegen erwirtschaftet ein Plus 1,3 Prozent. Seit 1950 ist der Fonds aktiv. Investiert wird vor allem in Deutschland im Bereich Gesundheitswesen (23,2 Prozent), IT (23 Prozent) und Finanzen (15 Prozent). Seit seiner Auflegung kommt ein Zuwachs von 20.442,5 Prozent zusammen. Mittelfristig wird der 126 Millionen Euro-Fonds jedoch nur mit der FondsNote 4 bewertet.  

Ältester Fonds der Auswertung ist der Pioneer Fonds (ISIN: US7236821002). 609.719,5 Prozent hat er seit seiner Auflegung 1928 erzielt. 2016 beendet er jedoch mit rund sechs Prozent in den roten Zahlen. Seine Peergroup Aktienfonds Nordamerika erzielt im selben Zeitraum einen Zuwachs von 10,7 Prozent. 

Fazit: Oldies but Goldies? Das gilt nicht zwangsläufig. Die Auswertung zeigt: Oldtimer-Fonds kommen nicht automatisch besser durch aktuelle Krisen. 

Anmerkung: Die Wertentwicklungen in den Grafiken sind nicht- logarithmisch dargestellt. Deshalb wirken die ersten Jahre optisch „ausgeglichener“, was tatsächlich nicht der Fall ist. 

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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