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Deutsche Bank – heute gilt es…

Gastautor: Daniel Saurenz
13.01.2017, 12:00  |  719   |   |   

Ausblick_Symbol_SchweizNach der Rekordfahrt am US-Aktienmarkt warten Investoren gespannt auf die Quartalsergebnisse. Die Ausgangslage ist eindeutig: Mit einem KGV aus Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate von gut 17 ist der S&P 500 teuer und weist einen Aufschlag von mehr als 20 Prozent auf den langfristigen Durchschnitt auf. Solche Bewertungen sind nur dann gerechtfertigt, wenn die Unternehmen auch entsprechende Gewinnsteigerungen liefern. Zwar bezieht sich die anstehende Berichtssaison überwiegend auf den Zeitraum vor der Wahl. Umso mehr werden Investoren daher auf den Ausblick achten und prüfen, ob die Unternehmen ebenfalls optimistischer in die Zukunft blicken.

Der Fokus liegt am Nachmittag bei JP Morgan, Bank of America und Wells Fargo. Die Ergebnisse dürften zeigen, ob die Rally der Banken weitergeht. In den letzten Wochen stockte die Rally auf hohem Kursniveau. Zuletzt waren die Zinsen in den USA wieder leicht gefallen, was sich negativ auf die Geschäftsergebnisse der Banken auswirkt. Am Donnerstag hatte die Versteigerung der 30-Jährigen US-Bonds weniger Zinsen abgeworfen als erwartet. Daher wird sich auch der Blick der Deutschen Bank und Commerzbank-Aktionäre in die USA gehen.

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Wer beim DAX auf steigende oder fallende Kurse setzen möchte, kann die Knock-Outs aus unserer Auswahl nehmen:

Bear – XM3B3U

Bull – CD8027

Anders als in den vergangenen Quartalen, als die Analysten im Vorfeld der Berichtssaison ihre Gewinnerwartungen meist deutlich reduzierten und die Unternehmen die tiefen Prognosen leicht übertreffen konnten, blieben die Schätzungen dieses Mal nahezu stabil. Für die Technologie-, Industrie- und Energie-Branche legten die Prognosen in den vergangenen Wochen sogar zu. Unter dem Strich rechnet der Markt im vierten Quartal mit einer Gewinnsteigerung der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen von rund drei Prozent. Vor allem der Energiesektor dürfte einen maßgeblichen Anteil zur positiven Entwicklung beisteuern. Dank der im Jahresvergleich starken Erholung beim Ölpreis könnten die Konzerne eine Vervierfachung der Unternehmensgewinne melden.

Sondereffekt beachten

Deutsche Bank_ Frankfurt_Börse_8Wie üblich zum Auftakt öffnen zuerst die Banken ihre Bücher. Im dritten Quartal steigerten die Institute die Ergebnisse um acht Prozent und damit deutlich stärker als die Firmen im S&P 500 mit 3,1 Prozent. Für das Abschlussquartal wird ein Gewinnanstieg von 13,8 Prozent erwartet. Der kräftige Zuwachs beruht aber vor allem auf der schlechten Entwicklung bei Goldman Sachs und AIG im vergangenen Jahr. Ohne diesen Effekt liegen die Prognosen bei einem Zuwachs von 4,4 Prozent. Mit JP Morgan, Bank of America und Wells Fargo öffnen heute bereits drei Schwergewichte ihre Bücher.

Zudem werden sich Investoren am frühen Nachmittag einige US-Konjunkturdaten genau anschauen. Besonders die US-Einzelhandelsumsätze um 14.30 Uhr dürften wichtige Hinweise zum Stimmungsbild der Verbraucher liefern. Für Dezember sagen Volkswirte einen Anstieg um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat vorher, nach einem Plus von 0,1 Prozent für November. Gegen 16 Uhr folgt das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

Unsere Chartanalyse:

Saisonale Phänomene sind für Börsianer nichts Neues. Wie schon die Jahresendrally, die sich 2016 erneut bewährte, können auch andere Zeitpunkte zu immer gleichem Verhalten führen.

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Der Zungenbrecher Paraskavedekatriaphobie – besser bekannt als die Angst vor Freitag, dem 13., ist in vielen Kulturen seit jeher etabliert. Dies manifestiert sich in zahlreichen Ausprägungen, so melden sich beispielsweise auffällig viele Arbeitnehmer an diesem Datum krank. Dabei ist die Angst unbegründet, wie unter anderem eine Auswertung der Zürich Versicherung zeigt. An diesen Tagen werden signifikant weniger Schadensfälle verzeichnet, als an allen anderen Freitagen im Jahr.

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Auch an der Börse scheint Freitag, der 13. seine Spuren zu hinterlassen: Wir haben im heutigen Analyse-Special die letzten 13 Vorkommnisse dieser Art untersucht, und dabei festgestellt, dass nur auf den ersten Blick keine Auswirkungen messbar sind. Die Blue Chip Indizes in Deutschland (DAX) und der Schweiz (SMI) zeigen im Untersuchungszeitraum am Freitag, den 13. im Durschnitt eine Performance von 0,0 und -0,02 Prozent im Vergleich zum Vortag. Positive und negative Kursentwicklungen halten sich also die Waage. Anders jedoch sieht es beim S&P 500 aus, der mit -0,16 Prozent Durchschnittsperformance und 8 negativen von insgesamt 13 untersuchten Freitagen eine klare Abweichung nach unten zeigt.

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Da die europäischen Leitindizes offiziell nur bis in den späten Nachmittag berechnet werden, und daher nur mit Zeitverzögerung auf den abendlichen Handel an der Wall Street reagieren können, spiegelt sich der Freitag bei uns vermutlich erst in negativen Eröffnungskursen am Montag wieder. Auch wenn auf den ersten Blick kein Einfluss auf DAX und SMI erkennbar wird, lässt sich das Phänomen also nicht von der Hand weisen, allerdings gibt der Weltleitindex S&P 500 wie so oft den Takt vor.

Visualisiert man diejenigen Freitage mit der schlechtesten Performance aus der Auswertung im Chart, lässt sich eine weitere Erkenntnis gewinnen: Besonders vom “Pech” verfolgt waren die Kurse, wenn sie in den Tagen und Wochen zuvor deutlich gestiegen waren (senkrechte rote Markierungen im ersten Chart oben). Gelegentlich drehte der Markt in diesen Fällen im Anschluss sogar für längere Zeit nach unten. Dies ist angesichts der langfristig eher positiven markttechnischen Signale zwar derzeit nicht zu befürchten, etwas in Acht nehmen müssen sich Anleger vor diesem besonderen Freitag aber doch.

Wer im Daytrading aktiv ist, kann sogar auf Kursverluste des S&P 500 bis zum Feierabend an der Wall Street wetten – oder entsprechend per Put oder Mini Future Short auf (nachbörsliche) Verluste bei DAX und SMI bis zumindest am Montagmorgen setzen. Oft kommt diese Gelegenheit aber nicht: Im Mittel tritt Freitag, der 13. nur 1,7 mal pro Jahr auf.

Diese Chartanalyse stellen wir Ihnen gemeinsam mit Index-Radar zur Verfügung. Wenn Sie uns oder ihn unterstützen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie sich den Premium-Bereich von Index-Radar einmal ansehen. Hier geht`s dorthin…

Wertpapier: DAX Endlos Turbo Short 12.849,72 Open-End (DB)


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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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