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Verlustgeschäft Veganz geht in die Insolvenz - Gründer erklärt vegane Supermärkte für gescheitert

16.01.2017, 17:38  |  2167   |   |   

Der Veggi-Boom greift in Deutschland weiter um sich, die darauf spezialisierten Fachgeschäfte haben jedoch das Nachsehen. Weil er mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten konnte, musste Veganz-Gründer Jan Bredack nun mit seiner Kette Insolvenz anmelden.

Es liegt nicht daran, dass die Leute einer fleischfreien Ernährung nichts abgewinnen können. Im Gegenteil, laut Vegetarierbund führen derzeit in Deutschland 7,8 Millionen Menschen eine vegetarische und rund eine Million Menschen eine vegane Lebensweise. Bei Ersteren kommen täglich rund 2.000, bei Zweiteren immerhin 200 Leute hinzu. 

Genau das wird nun jenen Fachgeschäften zum Verhängnis, die sich eigentlich auf den wachsenden Veggi-Trend spezialisiert hatten. Denn die steigende Nachfrage nach rein pflanzlichen Lebensmitteln blieb auch den Big Playern in der Branche nicht verborgen. So führt heute fast jede große Supermarktkette ihre eigene Veggi-Linie, mit Kampfpreisen, bei denen kleinere Wettbewerber nicht mehr mithalten können.

Einer der Verlierer ist Veganz-Gründer Jan Bredack. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, habe der ehemalige Daimler-Manager mit seiner Kette vor Kurzem Insolvenz anmelden und sein Filialnetz radikal ausdünnen müssen. Demnach bestehe für mindestens vier der neun bundesweiten Geschäfte keine Zukunft mehr. Wo Veganz in Berlin noch profitabel agiere, würden die Verluste hauptsächlich in Frankfurt und München eingefahren. Alles in allem musste die Muttergesellschaft Veganz GmbH ihre Umsatzprognosen im letzten Jahr um 24 Millionen Euro nach unten korrigieren. 

Dabei erklärte Bredack ausdrücklich, dass es nicht der Trend hin zum Verzicht auf tierische Produkte sei, der gescheitert ist - sondern schlicht das Geschäftsmodell. "Das Modell des veganen Supermarktes hat sich aufgrund des steigenden Angebotes veganer Produkte im Handel überholt", sagte Bredack gegenüber der Zeitung. Aus diesem Grund werde man sich beim Mutterunternehmen nun noch stärker den Bereichen Großhandel und Gastronomie engagieren. Zu den Abnehmern des Veggi-Händlers zählen sämtliche große Ketten, wie Metro, Famila und dm.  

 

 

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