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Aktienfonds Europa Steht die Wende bevor?

18.01.2017, 10:37  |  718   |   |   

Europa steckt derzeit in vielen politischen Krisen fest. Das verdirbt auch Anlegern die Laune. Doch es gibt Lichtstreifen am Horizont.

Von allen Seiten droht der Europäischen Union derzeit Ungemach: Die Briten machen ernst mit dem Brexit, der zukünftige US-Präsident Trump scheint auch nicht viel von der europäischen Idee zu halten und selbst aus den eigenen Reihen werden die kritischen Stimmen immer lauter. 2017 stehen zudem einige wegweisende Wahlen – unter anderem in Deutschland – an. Was bei vielen Anlegern ein mulmiges Gefühl verursacht, könne jedoch auch Chancen bieten: „Die Vorsicht vor politischen Risiken könnte eine Quelle für Gelegenheiten bei europäischen Aktien sein“, so die Experten von Edmond de Rothschild. Solange das politische Risiko 2017 nicht explodiere. Auch bei Schroders fällt der Ausblick für Europa größtenteils positiv aus: „Wir sehen zwar eine Reihe politischer Unsicherheiten, doch sollte das kein Hinderungsgrund für Engagements sein, ganz im Gegenteil“, so das Urteil. „Mit Unsicherheiten und höheren Schwankungen am Markt können sich durchaus Möglichkeiten ergeben, um von Bewertungen, der Gewinnsituation und den Marktveränderungen zu profitieren.“ Besonders die Bewertungen seien aus historischer Sicht und im Vergleich zu anderen Industrienationen attraktiv. Nun erlebe man eine Renaissance wertorientierter Titel. 

2016 ließ die Renaissance jedoch noch auf sich warten: Zwar erzielten Aktienfonds Europa im Dezember einen Zuwachs von 4,8 Prozent. Per 31. Dezember 2016 steht die Kategorie aber immer noch mit 0,5 Prozent in den roten Zahlen. 2015 kamen dagegen 12,9 Prozent zusammen. Bester Europäischer Aktienfonds 2016 war der NN (L) Emerging Europe Equity (ISIN: LU0109226075). 2016 konnte er einen Zuwachs von 31,6 Prozent erzielen. Dabei wird das Fondsvermögen in Höhe von 49 Millionen Euro jedoch hauptsächlich in Osteuropäische Ländern investiert. Alleine 62,7 Prozent in die russische Föderation. Deutlich konservativer investiert der WSS-Europa (ISIN: AT0000497227). Seine Schwerpunkte setzt der 2005 aufgelegte Fonds in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Holland. 27,2 Prozent erzielte das Fondsmanagement der 3-Banken-Generali so 2016. Dabei ist auch der Einsatz derivativer Produkte möglich. In den vergangenen vier Jahren erreichte der Fonds ein Plus von 93,3 Prozent. 

Insgesamt sind 23 Fonds der 1.514 Fonds starken Peergroup mit der FondsNote 1 bewertet. Sie misst das Risiko-Rendite-Profil über vier Jahre. Auffällig dabei: 14 Fonds, die mit der TopNote glänzen, haben 2016 einen Verlust erzielt. Der Jupiter European Growth (ISIN: LU0260085492) beispielsweise verlor 2016 10,8 Prozent.  Mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens von rund zwei Milliarden Euro werden in Aktien unterbewerteter Unternehmen oder in Unternehmen mit hohen Wachstumsaussichten investiert. Das sind nach Meinung des Fondsmanagements derzeit Syngenta (9,8 Prozent), die Deutsche Börse (8,7 Prozent) und RELX PLC (8,6 Prozent). Dagegen erzielten Fonds wie der JOHCM European Select Values (ISIN: IE0032904116) ein Plus von rund fünf Prozent. Der 2,5 Milliarden Euro schwere Fonds trägt ebenfalls die FondsNote 1. Investiert wird in mittelgroße Unternehmen in Europa, die dem Fonds eine unterdurchschnittliche Volatilität bescheren. Allein im Dezember erreichte der Fonds ein Plus von 5,4 Prozent. Damit schlug sich der Fonds ähnlich gut wie der iShares STOXX Europe Select Dividend 30 UCITS (ISIN: DE0002635299). 2016 konnte er mit 5,6 Prozent im Plus abschließen. Damit schaffte das passive Produkt die höchste Wertsteigerung aller mit der FondsNote 1 bewerteten Fonds. Doch aufgepasst: Über zehn Jahre steht ein Verlust von 11,6 Prozent zu Buche. Das passiert nur 52 von 1.514 Fonds. 

Größer Fonds der Peergroup ist der Fidelity European Growth (ISIN: LU0048578792). 6,9 Milliarden Euro haben Anleger dem Fondsmanagement anvertraut. Das wiederum investiert in unterbewerte Aktien. Derzeit finden sich diese in Großbritannien (39,8 Prozent), Frankreich (20,2 Prozent) und Deutschland (17,1 Prozent). Auch Norwegen und Dänemark sind für das Fondsmanagement interessant. Das Rendite-Risikoprofil wird derzeit auf FondsNote 2 eingestuft. 2016 konnte er mit 6,4 Prozent im Plus beenden. Seit seiner Auflegung 1990 können sich Anleger über einen Zuwachs von 1.057,7 Prozent freuen. 

Ganz anders sieht es dagegen beispielsweise für den Janus Europe Fund (ISIN: IE00B3DVSZ10) aus. 2016 verlor er 31,5 Prozent. Zwar erzielte er im Dezember ein Plus von 3,4 Prozent, doch auch in den vergangenen sechs Monaten blieb ein Verlust von rund sieben Prozent. Auch mittelfristig trägt der Fonds die FondsNote 5. 116,7 Millionen Euro sind in den Fonds investiert. Dafür bezahlen Anleger eine vergleichsweise hohe TER von 2,61 Prozent.

Aktienfonds Europa: WSS-Europa zieht allen davon 


Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

(TL)



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