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Big Run: Immobilien Betongold 2017 bei Anlegern hoch im Kurs

18.01.2017, 15:29  |  3094   |   |   

Niedrigzinsen, Risikoaversion und hohe Sparvermögen sorgen für eine erhöhte Aufmerksamkeit privater Haushalte gegenüber Immobilien als Kapitalanlage. Oftmals geht es womöglich weniger um eine renditestarke Kapitalanlage, sondern um das Gefühl der Sicherheit. Denn sonst müsste Anlegern klar sein, dass das Risiko aufgrund der Langfristigkeit kaum abschätzbar ist.

Im Dezember 2016 ließ der Bankenverband insgesamt 1.000 Personen zu ihrem zukünftigen Anlageverhalten befragen - dies bereits zum dritten Mal in Folge. Es wurde unterstellt, dass ein größerer Geldbetrag für eine Investition zur Verfügung stünde. Die Prognose laut Studie für 2017: Platz 1 belegen Immobilien. Mit 38 Prozent sticht das Betongold als Anlageprodukt alle anderen Formen deutlich aus, denn erst danach kommen mit 26 Prozent Fondsanteile. Den Platz 3 teilen sich Sparkonto, Tagesgeld und Aktien, mit jeweils 23 Prozent, gefolgt von Gold mit 22 Prozent. 

Wie sahen die Ergebnisse 2015 und 2016 aus?

Der Bankenverband ließ die Befragung auch in den Vorjahren durchführen. Das mit Abstand bevorzugteste Wunschanlageprodukt 2015 war das Sparkonto. Erst nach Tagesgeld (24 Prozent) und Fondsanteilen (21 Prozent) kamen Immobilien und Festgeld, mit jeweils 18 Prozent. Auf dem vorletzten Platz landete Gold, denn nur 6 Prozent der Befragten hätten auf das Edelmetall gesetzt. Die Ergebnisse für 2016 sahen ganz ähnlich aus, jedoch mit einem signifikanten Unterschied. Das Sparkonto belegt 2016 noch immer Platz 1, jedoch sank das Vertrauen auf 22 Prozent (Vorjahr: 31 Prozent). Damit lag das Sparkonto gleich auf mit dem Tagesgeld. Auf Platz 2 landeten Fondsanteile (20 Prozent) und den vierten Platz belegten Immobilien, die einen Prozentpunkt zum Vorjahr verloren und auf 17 Prozent sanken.

Welcher Trend ist erkennbar?

Die größte Veränderung zeigt das Vertrauen gegenüber Immobilien. Immerhin springt das Betongold erstmals seit 2015 und 2016 nun auf Platz 1. Dieser Blitzstart lässt viel Raum für Interpretationen über unsere Wertvorstellung, die Anlagestrategie und die Risikobereitschaft. Jedoch kann das vermeintlich Sichere zu einem späteren Zeitpunkt auch unsicher werden. Und es könnte der Satz fallen: "Ich habe dich doch gewarnt". Davor will sich jeder schützen. Solange wir in die Vergangenheit schauen war Immobilienbesitz in Deutschland aber bislang durchaus ein sicherer Hafen - mal unabhängig von der Rendite.

Einen ähnlich großen Sprung machte Gold. Nachdem es in den Vorjahren lediglich von sechs Prozent der Befragten als Anlageprodukt gewählt worden wäre, sind jetzt 22 Prozent vom Edelmetall überzeugt. Vor diesem Hintergrund kann für Immobilien und Gold mit einer erhöhten Nachfrage 2017 gerechnet werden - unter der Voraussetzung, dass ein höherer Betrag für eine Investition zur Verfügung steht.  

Wunschliste vs. aktuelle Marktentwicklung

Auf der Einkaufsliste stehen Immobilien ganz oben, jedoch, was gibt der Markt eigentlich her? In den BIG-5 wird das Angebot immer knapper und die Preise für Eigentumswohnungen ziehen weiter an. So veröffentlicht "Haufe", dass sich auf Jahressicht 2016 zu 2015 in Stuttgart die Eigentumswohnungen um 17 Prozent verteuert haben. Es folgen Leipzig mit 13 Prozent und Berlin mit elf Prozent. In München und Köln stiegen die Kaufpreise um acht Prozent und in Hamburg um sechs Prozent. Die große Nachfrage nach Immobilien, die geringe Bautätigkeit, der Zuzug und das sinkende Angebot in den Metropolen werden die Preise weiter steigen lassen. Auch das große Vertrauen in Immobilien als langfristiges Anlageprodukt in Verbindung mit noch attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten spielt beim derzeitigen Nachfragehoch eine entscheidende Rolle. Dieser Trend wird sich vermutlich über 2017 fortsetzen.

Das zweite Wunschprodukt ist Gold. Es gilt als Substanzwert und Schutz vor einem Werteverzehr durch stärker steigende Inflationsraten. Sowohl die aktuell niedrigen Zinsen als auch steigende Inflation sprächen für eine Anlage in Gold. Auch wenn vor der US-amerikanischen Präsidentenwahl die Nachfrage nach Gold stieg, gibt es aktuell keine eindeutige Empfehlungen zum Kauf, weder in Bezug auf physisches Metall noch in Form von Wertpapieren.



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Kommentare

Unter Immobilie als Anlage verstehe ich eine, die man kauft, auf Zeit vermietet und dann wieder verkauft oder nur spaeter wieder verkauft, also keine in der man selbst wohnt.

Wie Sie selber schreiben fliehen hauptsächlich Bürger aus der Mittelschicht und Führungskräfte oder anders gesagt das Kapital und mit ihnen der Nachwuchs und die Zukunft. Man stelle sich die Frage warum sie das tun und damit ist auch die Frage nach Immoblien als Anlage ja oder nein beantwortet.
Naja,komm,wenn man eine Immobilie besitzt,die man selber nutzt,dann würde ich eher nicht jetzt verkaufen,auch nicht,um bei den ansteigenden Zwangsversteigerungen,auf ein Schnäppchen zu hoffen.

Es kann schon lohnen,wenn man noch zur Miete wohnt,sich einmal langfristig,mit dem Thema zu befassen,weil man doch erst nach einem Anstoß bereit ist,darüber nach zu denken,was man eigentlich wirklich will.

Vergessen sollte man eher nicht,dass die Politik so Flüchtlings-freundlich ist,weil ihnen tatsächlich die Bürger davon laufen,hier fliehen hauptsächlich Bürger aus der Mittelschicht und Führungskräfte,sei es,weil sie lieber in einem Rechtsstaat zuflucht suchen,oder woanders bessere Zukunfts-Chancen haben,oder sich um die Sicherheit des Nachwuchses Sorgen machen.

Klar,am Immobilienmarkt,werden in einem solchen Szenario,die Bäume nicht in den Himmel wachsen,aber bevor man ewig Miete zahlt und undiversifiziert einer ungewissen monetären Zukunft entgegensieht,ist es besser,bedarfsorientiert zu handeln.

Ich meine,rechtzeitig nachdenken,was man fangen will,wenn es zu Preiseinbrüchen kommt und die Hände mal aufhalten,ist keine schlechte Idee,Gespräche mit Notaren und Leuten,die sich da etwas auskennen,sind zu empfehlen,augenblicklich,wirkt vielerorts diese Nachrüstungspflicht,für vollbiologische kläranlagen,das drückt die Preise,...
Steigen die Zinsen weiter an,gehts abwärts,aber das Thema ,braucht mehr zeit,als man denkt!
Jetzt auf Immobilien zu setzen, zeigt, dass die Leute nicht wirklich wissen, was sie tun sollen und Kenntnisse und Wissen auf dem Kapitalmarkt fehlen. Es wird wieder nur auf traditionelles gesetzt und wie im Artikel erwaehnt auf Sicherheit gegangen, die es nicht gibt, also reiner Schein.
Deutschland ist keinesfalls ein immobilienfreundliches land. Die Steuern, Abgaben sowie die rechtliches lage machen dies deutlich. Das alleine schon genuegt, aber das jetzige Fluechtlingschaos welches nicht in Ansaetzen geloest und voellig unabschaetzbare Folgen haben kann und wird, waere fuer mich ein fixer Grund keine Immobilie mehr zu kaufen und wenn ich eine habe sie umgehend zu verkaufen.
In einem land wo solche "fehler passieren", ist genau genommen jedes Investment zu ueberdenken.

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