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moneymeets Das Cello der Schwiegermutter in spé

Gastautor: Dieter Fromm
27.01.2017, 15:13  |  927   |   |   

Eine junge Fahrerin verursacht einen Unfall. Dabei ruiniert sie ein wertvolles Musikinstrument, das sie für ihre Schwiegermutter mitgenommen hat. Wer zahlt?

Die Haftpflichtversicherungspflicht für den eigenen Pkw lernt jeder Autofahrer und jede Autofahrerin spätestens dann zu schätzen, wenn es zu einem Unfall kommt und andere Verkehrsteilnehmer betroffen sind. Wer den Schaden verursacht hat, haftet für die Folgen und ist meist erleichtert, dass er sich in dieser Situation einfach an den Versicherer wenden kann. Doch das folgende Beispiel zeigt: die Kfz-Haftpflicht deckt nicht immer alle Schäden ab, zeigt folgendes Urteil des Landesgerichts Coburg (Az.: 32 S 39/08).

Der Fall

Es war zwei Wochen vor dem Jahreswechsel. Eine Autofahrerin und ihr Lebensgefährte waren unterwegs zur Familie, um dort die Weihnachtsfeiertage zu verbringen. Der Pkw hatte eine recht außergewöhnliche Fracht an Bord, nämlich ein Cello, das der Mutter des Mannes gehörte. Auf dem Weg verursachte die Fahrerin einen Unfall. Zum Glück blieben die beiden Insassen unverletzt, aber das Musikinstrument nebst Koffer wurde komplett zerstört. Der Schaden betrug rund 3.300 Euro. Und jeder kann sich vorstellen, wie sich die junge Frau gefühlt haben muss, als sie der Schwiegermutter in spé nach dem Schock gegenübertrat.

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Für das Cello bestand eine Musikinstrumentenversicherung, die zunächst den Schaden regulierte. Angenommen wurde aber, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung der Unfallverursacherin später den Betrag erstatten würde. Diese verweigerte jedoch mit dem Hinweis auf ihre Versicherungsbedingungen die Zahlung und der Fall ging vor Gericht. Im Kleingedruckten stand, dass nur Gegenstände mitversichert sind, die „üblicherweise“ im Auto transportiert werden. Im vorliegenden Fall hatten die Autofahrerin und ihr Lebensgefährte das Cello jedoch nur „ausnahmsweise“ mitgenommen.

Das Urteil


Nach Ansicht des Landgerichts Coburg hat die Kfz-Haftpflichtversicherung ihre Leistungsverweigerung zurecht mit dem Hinweis auf die Versicherungsbedingungen verweigert. Im vorliegenden Fall war das Cello kein persönlicher Gebrauchsgegenstand, der üblicherweise und deshalb regelmäßig im Auto transportiert wird. Positiv für die Autofahrerin war, dass sie den Schaden dennoch nicht aus eigener Tasche zahlen musste. Die Musikinstrumentenversicherung der Geschädigten übernahm letztlich den Schaden.

Hintergrund
 

Wer also wertvolle Gegenstände transportiert, sollte sich vorher versichern, dass diese anderweitig versichert sind. Denn die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt grundsätzlich Personen- und Sachschäden ab, die anderen Verkehrsteilnehmern durch fehlerhaftes Verhalten entstehen. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Denn Fahrer ohne Versicherung könnten sich und andere Verkehrsteilnehmer finanziell ruinieren. Die gesetzliche Deckungssumme liegt bei 7,5 Millionen Euro. Doch viele Tarife decken für wenige Euro mehr Schäden bis zu 100 Millionen Euro ab.  Wird hingegen der Fahrer selbst verletzt, zahlt nicht die Haftpflicht, sondern die Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherung. Für Sachschäden am eigenen Auto muss der Unfallverursacher selber aufkommen. Zudem zahlen die meisten Tarife auch bei grober Fahrlässigkeit, etwa wenn der Fahrer einen Unfall verursacht, weil er über eine Kreuzung mit roter Ampel gefahren ist. Auch eine sogenannte Mallorca-Police ist in vielen Tarifen enthalten. Sie schützt Versicherte, wenn sie im Ausland einen Mietwagen nutzen. Dort sind die Deckungssummen häufig sehr niedrig. In der Türkei etwa liegen sie bei Personenschäden schon mal bei weniger als 30.000 Euro. Ein solcher Zusatz hebt den Schutz auf deutsches Niveau.

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Die Teilkasko ist eine freiwillige Versicherung und deckt Schäden durch Brand Diebstahl oder durch die Einwirkung von Naturgewalten ab. Auch Reparaturen nach dem Zusammenstoß mit Haarwild können gemeldet werden, meist auch Glasbruchschäden und  Schäden der Verkabelung durch Kurzschluss oder Marderbiss. Die Vollkasko versichert darüber hinaus Vandalismus und selbst verursachte Unfallschäden am eigenen Kraftfahrzeug.

Die Kosten
 

Jede Kfz-Versicherung sollte individuell an die Bedürfnisse angepasst sein. Statistisch gesehen verfügt jeder Deutsche über eine Police und  zahlt dafür im Schnitt 310 Euro im Jahr. Der Versicherungsvermittler erhält von dieser Prämie jährlich im Mittel 6,7 Prozent Bestandscourtage, zeigt eine Studie von moneymeets. Das sind etwa 21 Euro Bestandscourtage. Über moneymeets.com können sich Versicherte die Hälfte dieser Provision zurückholen.

 

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Dieter Fromm ist Gründer und Geschäftsführer von moneymeets. Vorher war er 29 Jahre als Berater, Private Banker und Gesamtverantwortlicher für das Privatkundengeschäft der drittgrößten Sparkasse Deutschlands tätig. Mit der Gründung von moneymeets im Jahr 2011 hat er sich auf die Transparenz und die digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung konzentriert.

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