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Warum der Gewinn von Ford in Nordamerika im letzten Quartal gefallen ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.01.2017, 12:00  |  750   |   |   

Ford Motor Company (WKN:502391) verfügt über einen riesengroßen weltweiten Betrieb, verdient aber immer noch den Großteil seines Geldes in Nordamerika. Das macht die Sparte Nordamerika besonders wichtig für die Investoren.

Letzte Woche haben wir erfahren, dass Ford Nordamerika 1,96 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal vor Steuern verdient hat. Das ist nicht schlecht, aber das ist ein bisschen weniger als im vierten Quartal 2015. Was ist hier passiert?

Der komplett neue 2017er Ford Super Duty hat die Gewinnmarge im vierten Quartal erhöht. Die Markteinführung des Fahrzeugs hat die Kosten allerdings auch erhöht. Bildquelle Ford Motor Company

Warum die Großhandels Auslieferungen im vierten Quartal gefallen sind

Die Gewinne von Ford in Nordamerika vielen um 73 Millionen US-Dollar in Q4 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das ist kein großer Rückgang im Kontext von fast zwei Milliarden US-Dollar Gewinn. Wir sprechen hier immerhin nur von 3,6 %. Aber das sollte man sich einmal genauer ansehen. Die Großhandelsauslieferungen vielen um 105.000 Einheiten im Jahresvergleich und stellen einen Rückgang um 13 % dar. Das erklärt wahrscheinlich, warum die Umsätze und der Marktanteil des Unternehmens im Jahresvergleich rückläufig sind.

Bildquelle Ford Motor Company

Wie konnte es dazu kommen?

Während der Telefonkonferenz am Donnerstag sagte CFO Bob Shanks, dass ein Großteil dieses Rückgangs darauf zurückzuführen sei, dass Ford versucht habe die Inventare im vierten Quartal zu verringern. Das steht aber im Kontrast dazu, dass das Unternehmen auch im Winter Inventar aufbauen musste, als der damals neue F-150-Pick-up auf den Markt gebracht wurde. Ford hatte im Oktober angekündigt, man würde die Produktion in vier Werken senken, um die Inventarbestände zu verringern.

Shanks erinnerte die Investoren daran, dass Ford jede Menge Fahrzeuge im Voraus für die Vermietung 2016 produzieren musste. Das führte zu einigen sehr großen Auslieferungen Anfang 2016.

Ein Blick auf die monatlichen Umsatzberichte  belegen dieses Argument. Der Analyst Erich Merkle bestätigt, dass das Unternehmen am 31. Dezember 2015 674 000 Fahrzeuge auf Lager hatte, während es ein Jahr später nur 647.000 waren.

Die Fahrzeug werden als Großhandelsfahrzeuge eingestuft, wenn sie zu den Händlern gebracht und dort auf Lager gehalten werden. Ende 2015 versucht man so viele Autos wie möglich in diese Inventare zu bringen, um die steigende Nachfrage für die neuen Pickups und andere neue Produkte auffangen zu können. Zusätzlich standen noch große Auslieferungen für Mietfahrzeuge an. Ein Jahr später arbeitete das Unternehmen daran, die Bestände von Modellen zu reduzieren, bei denen sich die Umsätze verlangsamt hat.

Das legt nahe, dass diese Unterschiede bei den Grosshandelsauslieferungen im vierten Quartal vielleicht größer sein könnten als der Unterschied bei den Inventarständen am 31. Dezember 2015 und 2016. Shanks sagte, dass Inventurbereinigungen 98.000 der 105.000 Fahrzeuge, die den Unterschied im Jahresvergleich ausgemacht hatten, Großhandelsauslieferungen waren.

Das ist aber noch nicht alles.

Der Rückgang bei den Auslieferungen konnte teilweise von höheren Gewinnen ausgeglichen werden

Die folgende Grafik fasst zusammen, welche Veränderungen im Jahresvergleich Ford in mehreren Kategorien in Nordamerika zu verzeichnen hatte.

Bildquelle Ford Motor Company

Und so hat Shanks diese Folie kommentiert:

Das zeigt  die Veränderungen in Nordamerika im Jahresvergleich. Das macht ein Minus von 73 Millionen US-Dollar. Wie Sie sehen können, liegt der Grund dafür bei den Veränderungen beim Inventar und auch bei den höheren Produktionskosten. Wenn Sie sich die Kosten einmal genauer ansehen, dann sehen sie “Material exklusive Rohstoffe”. Das erklärt sich durch die höheren Produktionskosten der neuen Produkte, die wir auf den Markt gebracht haben. Dazu gehört auch der Super Duty und etwas früher im selben Jahr der Fusion, der Escape und auch der Continental Ende des Jahres.

Aber es gibt auch Positives zu vermelden, denn Ford hat eine Verbesserung von 486 Millionen US-Dollar bei den Preisen erzielen können. Der durchschnittliche Transaktionspreis stieg im Jahresvergleich dank neuer und verbesserter Produkte, besonders wegen des komplett neuen Super Duty Pickup. Das ist auch der Grund, warum die Gewinne nur um 3,6 % gefallen sind, während die Umsätze um 7 % rückläufig waren. Gleichzeitig hat sich die Gewinnmarge von 8,2 % im vorher auf 8,5 % erhöht.

Shanks merkte an, dass Ford, wie man ganz rechts in der Grafik sehen kann, 452 Millionen US-Dollar an Bonuszahlungen an die Arbeiter der UAW bezahlt hatte, nachdem diese den neuen 4-Jahresvertrag 2015 ratifiziert hatten. Das gab es 2016 natürlich nicht noch einmal.

Unterm Strich: Ford schlägt sich gut in einem Markt, der wahrscheinlich seinen Zenit schon überschritten hat

Ford verkauft immer noch jede Menge Fahrzeuge in Nordamerika und kann das immer noch ohne große Rabatte tun. Das sind die guten Nachrichten. Aber es ist für die Investoren wichtig zu wissen, dass die Autoverkäufe zyklisch sind. An einem bestimmten Punkt werden die Umsätze einbrechen und der Wettbewerbsdruck wird steigen, woraufhin die Rabatte auch steigen werden.

Bisher passiert das noch nicht. Aber die Umsätze sind jetzt wahrscheinlich auf dem Höhepunkt oder schon auf dem absteigenden Ast. Sie könnten hoch sein und die Gewinne von Ford könnten gesund bleiben. Es könnte noch einige Quartale so weitergehen. Man sollte dabei aber eines wissen: An diesem Punkt im Zyklus ist es keine Überraschung und es sind keine schlechten Neuigkeiten, wenn Ford versucht das Inventar zu trimmen, besonders wenn die Alternative darin bestehen könnte, hohe Rabatte zu geben.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Ford.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und wurde am 28.01.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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