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Deutsche Cannabis & Cannabis Science Ein regelrechter Hype

30.01.2017, 12:40  |  987   |   |   

Um Cannabis-Aktien gibt es derzeit einen regelrechten Hype und sehr hohe Volatilität – siehe Chart der Aktie „Cannabis Science“ (WKN: A0RM6Z / ISIN: US1376481016). Oder denken Sie an die Aktie „Deutsche Cannabis“ (WKN: A0BVVK / ISIN: DE000A0BVVK7), die innerhalb weniger Tage von unter 0,50 Euro auf rund 4,00 Euro nach oben schoss, um dann auf 1,20 Euro einzubrechen und dann wieder zu steigen – und was danach?

Deutsche-Cannabis-Chart: finanztreff.de

Das alles innerhalb weniger Tage. Ohne, dass es News zum operativen Geschäft gab. Mir ist immerhin aufgefallen, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Cannabis letzte Woche eigene Aktien für insgesamt 37.548 Euro verkauft hat (Verkaufskurs sollen 1,043 Euro gewesen sein). Zudem hat eine Großaktionärin ihren Anteil laut meldepflichtiger Mitteilung von 9,73% auf 2,13% verringert. Ich kenne die Hintergründe nicht, finde es aber allgemein gesehen bei Aktien kein gutes Zeichen, wenn die Insider einen Kursanstieg zum Ausstieg nutzen.

Ich habe mich bei www.vaupels-boersenwelt.de selber mit Cannabis-Aktien beschäftigt, denn das ist durchaus ein interessanter und in immer mehr Regionen (US-Bundesstaaten) legaler medizinischer Markt. Ich bin auch zu einer entsprechenden Empfehlung einer seriösen Aktie gekommen, die ich kostenpflichtig gegeben habe. Und heute bekommen Sie kostenlos eine Warnung – wenn Sie möchten. Und zwar vor dieser Cannabis-Aktie: Cannabis Science.

Cannabis-Science-Chart: finanztreff.de

Geschäftszahlen bei Cannabis Science führen zu meiner Warnung

Ich kenne das Unternehmen nicht näher und auch keinen der Manager persönlich und bin auch nicht investiert. Ich berufe mich hier einzig auf die Daten, die ich der Internetseite des Unternehmens entnehmen konnte inkl. der Angaben, die Cannabis Science gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC gemacht hat (sogenannte „SEC Filings“).

Es geht schon damit los, dass auf der Startseite als Ziel genannt wird, 2015 ein positives Ergebnis pro Aktie zu erreichen. Top-aktuell sozusagen. Dann der Blick auf die Zahlen, die der SEC gemeldet worden sind und damit der Wahrheit entsprechen sollten, sofern hier kein Betrug im Spiel ist. Die jüngsten Zahlen sind die für das dritte Quartal 2016. In selbigem Quartal verzeichnete Cannabis Science Umsätze von 2.733 Dollar. Also durchschnittlich 911 Dollar Umsätze pro Monat.

Umsätze im Quartal von gerade einmal 2.733 Dollar

Die operativen Ausgaben lagen den Angaben zufolge in dem Quartal bei 6.956.895 Dollar. Ich sehe da ein gewisses Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgsaben, um es einmal so auszudrücken. Aber ok, wenn viel geforscht wird, kann das vorkommen – sind denn genug liquide Mitttel vorhanden? Dazu der Blik auf die Assets: Bei den Aktiva fanden sich  ausgewiesene Cash-Bestände in Höhe von 11.045 Dollar. Dann noch diverse Lizenzen und „Goodwill“, insgesamt mit 1.082.077 Dollar in der Bilanz aktiviert.

Mein Fazit: Wenn ich dies im Verhältnis zu den oben genannten operativen Ausgaben setze, kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass ich eine Aktie mit solchen Daten nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Dies ist natürlich nur meine wie immer höchst subjektive Ansicht.

Und hier noch das Zitat zum Tag:

„Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menschen nichts aus Erfahrung lernen.“ – George Bernhard Shaw

Michael VaupelEin Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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Bildquelle: Michael Vaupel / dieboersenblogger.de

Wertpapier: Deutsche Cannabis, Cannabis Science


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Christoph Scherbaum M.A. und Diplom-Betriebswirt Marc Schmidt sind die Gründer von dieboersenblogger.de. Der Social-Börsenblog wurde Ende 2008 im Zeichen der Finanzkrise von den zwei Finanzjournalisten gegründet und hat sich seither fest in der Börsenmedienlandschaft etabliert. Heute schreibt ein gutes Dutzend Autoren neben Christoph Scherbaum und Marc Schmidt über Aktien, Geldanlage und Finanzen. Weitere Informationen: www.dieboersenblogger.de.

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