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Marktüberblick DOW und S&P setzen Rally fort! NASDAQ mit fälliger Korrektur?

30.01.2017, 13:00  |  574   |   |   

Die amerikanischen Indizes zeigten sich in der vergangenen Handelswoche durchweg in beeindruckender Verfassung. Die drei wichtigsten Indizes in Form des DOW Jones, des S&P 500 und des Nasdaq glänzen dabei durch neue Allzeithochs. Damit wurde deutlich, dass auch nach der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump und der Unterzeichnung seiner ersten Dekrete die Party noch nicht vorbei ist. Dies liegt vornehmlich daran, dass die Anleger nach seinen ersten Amtshandlungen allen Grund haben an seine Wahlversprechen zu glauben, da Trump es sich auf die Fahne geschrieben hat, diese im Rekordtempo umzusetzen. Allerdings mehren sich auch die kritischen Stimmen, sodass ein Wendepunkt in absehbarer Zeit erreicht werden dürfte.

Marktsituation S&P 500 – 30. Januar 2017

Der S&P 500 konnte im späten Handel am Dienstag bereits ein bullishes Signal mit dem Triggern der Abwärtstrendlinie etablieren und am Mittwoch dieses Signal durch weitere Kursanstiege bestätigen. Hiermit wurde in der vergangenen Handelswoche auch ein neues Allzeithoch beim S&P 500 mit 2.303 Punkten verzeichnet. Zum Wochenschluss zeigten Anleger dann eine kurze Verschnaufpause und nahmen zum Wochenende Gewinne mit, um durch negative Nachrichten über das Wochenende nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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Dabei erreichte der S&P 500 mit dem 23,6er-Retracement bereits eine erste Unterstützungsmarke. Eine bullishe Reaktion und eine Bodenbildung zum Wochenbeginn scheinen hierbei nicht ausgeschlossen, sodass die nächste bullishe Impulsbewegung bereits am Montag etabliert werden könnte.

Sollte dies nicht gelingen müssten Anleger einen Rücklauf an die vorherigen Widerstände bei 2.282 Punkten und 2.278 Punkten einkalkulieren. Das 38,2er-Retracement fungiert hier als Zwischenziel und könnte bereits für eine erste Stabilisierungsphase sorgen. Die 20er-EMA (grün gestrichelt) weist ebenfalls eine steigende Tendenz auf und nähert sich den angesprochenen Unterstützungsbereichen, sodass hier eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr zum übergeordneten Aufwärtstrend gegeben wäre.

Unterstützungen und Widerstände:

Unterstützungen Widerstände
2.290 2.300
2.285 2.303 (ATH)
2.282 2.310
2.278
2.275

Ausblick für den S&P 500:

In den unteren Trendstufen wird die Verschnaufpause beim S&P 500 vor dem Wochenende als bullishe Flagge deutlich dargestellt. Deutlich wird auch die temporäre Bodenbildung bei 2.291 Punkten, die nur knapp unter dem 23,6er-Retracement bei 2.292,5 Punkten liegt.

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Bestätigen würde sich diese Bodenbildung, wenn der temporäre Widerstand bei 2.295 Punkten egalisiert werden könnte. Dann stünde ein Test der oberen Flaggenbegrenzung bei 2.298 Punkten auf der Agenda. Gelingt auch ein bullisher Ausbruch müsste der S&P 500 im Anschluss die Verlaufshochs bei 2.299 und 2.301 Punkten knacken, um den Ausbruch endgültig zu bestätigen und Kurs auf ein neues Allzeithoch zu nehmen.

Unter dem Tagestief von Freitag und der unteren Flaggenbegrenzung dürfte der S&P 500 seine Korrektur zunächst fortsetzen bzw. beschleunigen und Kurs auf das übergeordnete 38,2er-Retracement bei 2.285 Punkten nehmen.

DOW Jones testet Unterstützungsbereich:

Der DOW Jones zeigte Mitte der vergangenen Handelswoche ebenfalls eine bullishe Ausbruchsbewegung und markierte bei 20.140 Punkten ein neues Allzeithoch. Damit ist auch die Marke von 20.000 Punkten endlich übertroffen worden. Dass diese Marke nur symbolischen Charakter hat, wie es an der ein oder anderen Stelle zu lesen ist, ist allerdings aus technischer Sicht nicht korrekt. Die psychologischen Marken bilden regelmäßig einen ersten Ansatz, wenn ein neues Kursniveau erreicht wird.

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Dadurch, dass der DOW mehrfach an der psychologischen 20.000er-Marke abgeprallt ist und damit eine bearishe Reaktion gezeigt hat, ist diese Marke auch aus technischer Perspektive relevant. Sie steht damit für markante Wendepunkte und Reaktion im Chartbild. Somit haben die 20.000 Punkte auch weiterhin eine wichtige Rolle im Chartbild inne.

Hierzu gehört insbesondere eine mögliche Pullbackbewegung an den vorherigen Widerstandsbereich. Hier verläuft zudem das 38,2er-Retracement der übergeordneten Aufwärtsbewegung, was dieser Marke nochmal eine höhere Bedeutung verleiht. Sollte sich die Korrektur beim DOW also zu Wochenbeginn fortsetzen, wäre eine Pullbackbewegung an diesen Bereich das erste handelbare Szenario.

Stößt der NASDAQ an seine Grenzen?

Während der DOW Jones und der S&P 500 kurz vor Wochenschluss noch eine Verschnaufpause einlegten, zeigte der Tech-Index wieder seine relative Stärke und schloss nahe des Wochenhochs (5.171,5 Punkte) bei 5.165 Punkten.

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Gleichzeitig notiert der NASDAQ an der oberen Begrenzung des seit Anfang Dezember 2016 bestehenden Aufwärtstrendkanals. Bereits am Donnerstag zeigte der NASDAQ hier eine bearishe Reaktion, sodass Anleger hier die Ausbildung eines Doppel-Tops zumindest einkalkulieren müssen. Dieses Szenario würde an Wahrscheinlichkeit gewinnen, sofern die US-Indizes DOW und S&P ihre eingelegte Verschnaufpause fortsetzen und neue Korrekturziele auf der Unterseite ausgeben.

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Im Stundenchart zeigt sich allerdings ein noch dynamischer Trendkanal, welcher sich durch die seit Jahresbeginn laufende Rally ausgebildet hat. In diesem Chartbild hätte der NASDAQ bei einem bullishen Bruch des ATH bei 5.171,5 Punkten weiteres Aufwärtspotenzial bis 5.225 Punkte. Anleger sollten aber auch im Hinterkopf behalten, dass die Luft zunehmend dünner wird.

Unter dem Tagestief vom vergangenen Freitag bei 5.142 Punkten dürfte zunächst eine ausgedehntere Korrektur auf die Agenda rücken.


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Wichtige Wirtschaftsdaten für die kommende Handelswoche:

Montag, 30. Januar 2017:

Montag sind die Börsen in China aufgrund des Neujahrfestes weiterhin geschlossen. Um 14:00 Uhr wird dann eine erste Prognose für den deutschen Verbraucherpreisindex für Januar im Monatsvergleich gemeldet. Im Dezember ist hier ein deutlicher Anstieg von 0,7 Prozent verzeichnet worden während im November der VPI lediglich um 0,1 Prozent gestiegen war. Hier wird spannend sein, ob im Januar eine vergleichbare Teuerungsrate erreicht wird. Um 16:00 Uhr folgen dann Zahlen zu den schwebenden Wohnungsverkäufen in den USA. Hier wird für Dezember ein Anstieg der Aktivitäten um 0,6 Prozent prognostiziert.

Dienstag, 31. Januar 2017:

In der Nacht von Montag auf Dienstag geht der Blick zunächst nach Japan. Dann steht mit der Sitzung und dem Zinsentscheid der Bank of Japan die nächste Notenbank auf der Agenda. Dabei wird keine Veränderung des Leitzinses erwartet. Experten gehen davon aus, dass dieser weiterhin bei -0,10 Prozent belassen wird. Allerdings dürfte auch hier der Prognosebericht und die anschließende Pressekonferenz im Fokus stehen, um ggf. die weitere geldpolitische Entwicklung besser abschätzen zu können. Die Pressekonferenz ist für 07:30 Uhr MEZ angesetzt. Um 14:00 Uhr folgen dann Daten zum europäischen Verbraucherpreisindex. Im Jahresvergleich wird hier für den Januar ein Anstieg der Verbraucherpreise um 1,4 Prozent erwartet. Damit läge die Inflation weiter unter der Zielmarke von 2 Prozent, was für die EZB entscheidend ist. Eine positive wie negative Überraschung dürfte entscheidenden Einfluss auf die Erwartungshaltung des Marktes an die EZB haben und damit auch die Kurse an den europäischen Börsen bewegen. Am Nachmittag folgt um 16:00 Uhr das amerikanische CB-Verbrauchervertrauen für Januar. Nach 113,7 Zählern im Dezember prognostizieren Experten für Januar einen leichten Rückgang auf 112,5 Zähler.

Mittwoch, 01. Februar 2017:

Um 02:00 Uhr wird zunächst der chinesische Einkaufsmanagerindex bekannt gegeben. Hier wird nach 51,4 Zählern im Dezember für Januar ein Wert von 51,2 Zählern erwartet. Um 09:55 Uhr folgt der deutsche Herstellungs-Einkaufsmanagerindex (PMI) für Januar. Im Vergleich zu Dezember wird der PMI im Januar unverändert bei 56,5 Zählern erwartet. Das britische Pendant (HPI) folgt dann um 10:30 Uhr. Hier rechnen Experten nach 56,1 Zählen im Dezember mit 55,9 Zählern zum Jahresstart. Der amerikanische ISM-Einkaufsmanagerindex wird am Nachmittag um 16:00 Uhr gemeldet. Auch der ISM wird leicht rückläufig erwartet. Hier wird mit 54,5 Zählern im Januar kalkuliert. Im Dezember notierte der ISM bei 54,7 Zählern.  Zwischenzeitlich werden noch die ADP non-farm Arbeitsplätze für Januar gemeldet (14:15 Uhr MEZ). Hier wird erwartet, dass im Januar 168.000 neue Stellen geschaffen worden. Die ADP-Daten gelten als Indikator für den am Freitag folgenden Arbeitsmarktbericht (Non-Farm-Payrolls). Bevor dann Janet Yellen und der Zinsentscheid der amerikanischen Zentralbank im Mittelpunkt stehen werden zuvor noch die amerikanischen Rohöllagerbestände um 16:30 Uhr gemeldet. Im Vorfeld des Zinsentscheids wird nicht erwartet, dass das FED erneut den Leitzins anheben wird. Der letzte Zinsschritt erfolgte erst im Dezember. Dennoch dürften die anschließende Pressekonferenz und die Aussagen der Vorsitzenden Yellen in der kommenden Woche im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Donnerstag, 02. Februar 2017:

Am Donnerstag folgt dann die Bank of England als letzte große Notenbank. Auch hier wird erwartet, dass die Leitzinsen unverändert bei 0,25 Prozent belassen werden. Die Bekanntgabe erfolgt um 13:00 Uhr. Zur selben Zeit wird auch der Inflationsbericht der britischen Zentralbank veröffentlicht.

Freitag, 03. Februar 2017:

Freitag steht dann der amerikanische Arbeitsmarktbericht im Fokus der Anleger. Die Veröffentlichung erfolgt um 14:30 Uhr MEZ. Nach 156.000 neuen Stellen im Dezember rechnen Experten im Januar mit 165.000 neugeschaffenen Stellen. Die Arbeitslosenquote wird im Januar unverändert bei 4,7 Prozent erwartet.

Alle Handelstermine finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

Wertpapier: Dow Jones, US Tech 100, S&P 500


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Schon vor dem Beginn seines Studiums zum Diplom-Finanzwirt, welches er erfolgreich abschließen konnte, sammelte Herr Wachsmann die ersten Erfahrungen an den Kapitalmärkten. Nach kurzer Zeit entdeckte er den charttechnischen Ansatz für sein eigenes Trading und spezialisierte sich daraufhin auf dem Gebiet der technischen Analyse.

Das lebendige an seinen charttechnischen Analysen ist die Tatsache, dass er nicht nur auf die wichtigsten Unterstützungen und Widerstände im Chart eingeht, sondern auch einen Blick auf die wichtigsten Ereignisse der kommende Woche wirft und so die verschiedensten Szenarien und Einflussfaktoren bildlich darstellt.

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