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Chartanalyse: Der SDAX, die Schatztruhe für Stock-Picker
Foto: www.commerzbank.de

Chartanalyse Der SDAX, die Schatztruhe für Stock-Picker

Gastautor: Achim Matzke
30.01.2017, 15:01  |  1163   |   |   

Der SDAX befindet sich in einer intakten technischen Hausse und liefert ständig neue historische Höchststände. Trotzdem ist und bleibt der SDAX eine Schatztruhe für „Stock-Picker“, da bei den Indextiteln ein differenziertes technisches Bild vorliegt. Zum Beispiel hat der SDAX mit Werten wie Takkt und Stabilus einige technische Marathonläufer, also Aktien in (sehr) langfristigen Aufwärtstrends. Hinzu kommt die Gruppe der Titel, die aufgrund der aktuell attraktiven Gesamtlage (zu-)kaufenswert sind wie zum Beispiel Deutz, SAF Holland, VTG und Wacker Neuson. Auf der technischen Beobachtungsliste sollten Gerry Weber, Rocket Internet und Vossloh stehen, da hier schnell eine grundlegend verbesserte technische Lage entstehen kann. Demgegenüber stehen einige SDAX-Titel wie Cewe Stiftung, Puma und Sixt Stämme, bei denen nach den Kursgewinnen der Vorjahre auf dem aktuellen Kursniveau (Zu-)Käufe stark prozyklisch wären. Der SDAX hat zurzeit aber auch Werte wie Bertrandt und Patrizia Immobilien, die mit mittelfristigen technischen Eintrübungen zu kämpfen haben – aber der Reihe nach.

SDAX: Die technische Hausse setzt sich fort
Der SDAX umfasst im Prime Segment der Deutschen Börse die 50 – nach Free-Float-Marktkapitalisierung – kleineren Aktien aus den klassischen Börsenbereichen unterhalb des MDAX. Der SDAX, ein Performance-Index, bei dem z.B. Dividendenzahlungen anteilig in Kurssteigerungen umgerechnet werden, ist so konstruiert und zurückgerechnet, dass er genau wie DAX und MDAX Ende 1987 bei 1000,0 Punkten startete. Aus technischer Sicht befindet sich der Index seit März 2009 und Kursen um 2149 Punkte in einer Bilderbuch-Hausse. Hierbei hat sich seit Oktober 2011 (Start bei 4108 Punkten) ein stabiler Hausse-Trend herausgebildet. Die Schwäche am deutschen Aktienmarkt ab April 2015 hatte der SDAX mit einem Trading-Markt unterhalb der Resistance-Zone um 9180 Punkte überstanden. Zuletzt hat sich der Index mit mehreren (Investment-)Kaufsignalen nach oben abgesetzt und neue All-Time-Highs geliefert. Als Konsequenz sollte das nächste mittelfristige technische Etappenziel für 2017 bei 10500 Punkten liegen. Da der Index in den letzten Jahren zusätzlich eine relative Stärke im deutschen Index-vergleich aufweist, stellt ein SDAX-Investment ein technisches Basisinvestment dar.

Stabilus: In der technischen Neubewertung
Stabilus, deren Geschäftsschwerpunkt die Produktion und der Vertrieb von Gasfedern und hydraulischen Vibrationsdämpfern für die Autoindustrie sowie die Möbel- und Medizintechnik umfasst, ist aktuell – auf Basis des Streubesitzes – die zweitgrößte Aktie im SDAX. Deshalb sollte es nicht überraschen, wenn dieser Titel aus mittelfristiger Sicht auch in das Rennen um eine MDAX-Aufnahme eingreift. Die Aktie von Stabilus bewegte sich nach dem Börsengang (Mai 2014 zu €21,5) zunächst in einer mittelfristigen Seitwärtspendelbewegung mit der Support-Zone €22,6 und Resistance-Zone um €26,5. Zum Jahreswechsel 2014/2015 lief die Aktie mit einem Investment-Kaufsignal aus dieser Handelspanne heraus und bildete einen idealtypischen Hausse-Trend heraus, bei dem sich Kaufsignale, Aufwärtsschübe und mittelfristige, trend-bestätigende Konsolidierungen abwechseln. Der zentrale Hausse-Trend bei Stabilus liegt aktuell bei ca. €45,0 und damit leicht unterhalb der steigenden 200-Tage-Linie. Zum Jahreswechsel 2016/2017 ist die Aktie mit einem neuen Trading-Kaufsignal und einem kurzfristigen Aufwärtstrend auf neue All-Time-Highs gestiegen. Da die technische Gesamtlage eine Fortsetzung der Neubewertung der Aktie andeutet und das nächste mittelfristige Etappenziel bei €60,0 liegen sollte, ist Stabilus ein technischer (Zu-)Kauf. Trotz der guten technischen Gesamtlage sollte aber jede Stabilus-Position mit einem strategischen Sicherungsstopp bei €42,0 belegt werden.

Fazit: Aus technischer Sicht ist Stabilus ein (Zu-)Kauf.

VTG: In der technischen Neubewertung
Der Geschäftsschwerpunkt von VTG ist – neben der allgemeinen Schienenlogistik – die Vermietung von Bahnwagen. Da der Free Float aktuell ca. 40% beträgt, gehört der Titel eher zu den kleineren Aktien im SDAX. Trotzdem bietet der Wert zurzeit eine attraktive technische Gesamtlage. Nach dem Börsengang im Juni 2007 (IPO-Kurs war €18,0) lag zunächst ein anderes technisches Bild vor. VTG, die die Resistance-Zone um €20,0 etabliert hatte, wurde von der damals einsetzenden Gesamtmarktbaisse erfasst und in einem steilen Baisse-Trend bis auf ein Kursniveau um €5,2 und damit in einen Sell-Off gedrückt. Ab März 2009 war der Kurs umgeschlagen und in einem steilen Hausse-Trend bis zum Juli 2011 wieder bis an die Resistance-Zone um €20,0 gelaufen. In den Folgejahren steckte VTG dann in einer relativen Schwäche gegenüber dem SDAX fest und der Kurs etablierte eine Seitwärtspendelbewegung mit der Support-Zone um €11,0 und der gestaffelten Resistance-Zone um €16,0. Im Spätsommer 2014 war VTG mit einem ersten Investment-Kaufsignal angesprungen (Verlassen der Seitwärtspendelbewegung) und hatte mit Hilfe des neuen mittelfristigen Aufwärtstrends auch die langfristige Widerstandszone zum €20,0 überwunden. Die damit vorliegende technische Neubewertung hatte VTG bis zum November 2015 bis auf ein Kursniveau um €30,2 (neue Resistance-Zone) geführt. In den Folgemonaten kam es zu einer mittelfristigen Konsolidierung in der Form eines Aufwärtsdreiecks. Da dieses Dreieck einen trendbestätigenden Charakter nach oben aufweist, überrascht es nicht, dass VTG jetzt mit einem weiteren Investment-Kaufsignal (Sprung über die Resistance-Zone um €30,20) den Hausse-Trend und die technische Neubewertung mit einem nächsten technischen Etappenziel von €34,0 wieder aufgenommen hat. Da VTG zusätzlich noch eine erwartete Brutto-Jahresdividendenrendite von ca. 2,0% aufweist, bleibt die Aktie ein technischer (Zu-)Kauf.

Fazit: Aus technischer Sicht ist VTG ein (Zu-)Kauf.

Vossloh: Fünfjähriger Baisse-Trend vor dem Abschluss
Vossloh hat den Schwerpunkt seiner Geschäftsaktivitäten in der Produktion und dem Vertrieb von Eisenbahnbedarf. Die Aktie, deren Free Float ca. 40% beträgt, ist zurzeit im Mittelbau des SDAX angesiedelt. Die technische Gesamtentwicklung der Aktie seit dem Jahr 2000 kann in zwei Phasen eingeteilt werden. Zuerst ergab sich ein über 10-jähriger, moderater Hausse-Trend. Dieser hatte die Aktie von ca. €11,0 bis auf knapp €100,0 (April 2011) geführt. Im Jahr 2011 wurde dieser Hausse-Trend zur Seite verlassen. Obwohl sich der Titel zunächst bis 2014 oberhalb der Support-Zone um €60,0 noch in einer Seitwärtspendelbewegung befand, war dies bereits Teil der einsetzenden Baisse-Bewegung. Der Baisse-Trend, der im April 2011 bei ca. €100,0 startete, liegt aktuell bei ca. €61,0 und ist weit fortgeschritten. Vossloh musste durch den Kursrutsch im Herbst 2014 einen Kurseinbruch bis auf €40,6 hinnehmen. Seitdem hat sich – noch innerhalb des mehrjährigen Baisse-Trends – bereits ein mittelfristiger Aufwärtstrend (Auf-wärtstrendlinie zurzeit bei ca. €49,0) ergeben. Mit den zuletzt neu aufgetretenen (Trading-)Kauf-signalen bereitet Vossloh das Verlassen des Baisse-Trends vor. Als Konsequenz sollte Vossloh auf die Beobachtungsliste für technische (Zu-)Käufe gesetzt werden. Sollte der Titel in den kommenden Wochen über €63,0 laufen (in dem Fall wäre der Baisse-Trend beendet), wird die Aktie auf „technischer (Zu-)Kauf (Kurspotenzial bis ca. €70,0)“ hochgestuft.

Fazit: Aus technischer Sicht hat Vossloh bereits wieder einen mittelfristigen Aufwärtstrend etabliert.

Produktideen
WKN Typ Basiswert Merkmale
ETF905 ETF SDAX ausschüttend
CD4TC1 Optionsschein Call Vossloh Hebel 21
CD71TA Optionsschein Call Vossloh Hebel 15

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Wertpapier: Vossloh, SDAX


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Achim Matzke leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research bei der Commerzbank. Nach dem Mathematik- und BWL-Studium startete er 1990 seine berufliche Karriere bei der Commerzbank. Er ist mit seinem Team maßgeblich für die Technische Analyse sowie die Erstellung von Prognosen und Strategien mit dem Schwerpunkt auf deutsche und europäische Aktien und Aktienindizes verantwortlich. 2014 wurde Achim Matzke von Thomson Reuters Extel Surveys erneut zum besten Analysten des Jahres für deutsche Aktien gewählt.

Achim Matzke ist in Printmedien (z.B. FAZ, Handelsblatt) ebenso als kompetenter Kolumnist tätig wie im TV als Interviewpartner bei ARD, CNBC und natürlich regelmäßig bei ideasTV.

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Achim Matzke ist in Printmedien (z.B. FAZ, Handelsblatt) ebenso als kompetenter Kolumnist tätig wie im TV als Interviewpartner bei ARD, CNBC und natürlich regelmäßig bei ideasTV.

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