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DAX - Candlesticks DAX stabil, Schwung fehlt! Das langfristige Bild im DAX

01.02.2017, 06:54  |  2608   |   |   

Die Hausse nährt die Hausse! Der DAX konnte im Dezember durchstarten und aus einer viermonatigen engen Range nach oben ausbrechen. Das Jahr 2016 wurde erfolgreich beendet und die lange weiße Monatskerze vom Dezember verspricht steigende Kurse auch in 2017 für den deutschen Aktienmarkt. Doch die Kursentwicklung im Januar enttäuscht ein wenig. Zwar zeigt sich der DAX robust und mit einem Hoch bei 11.893 Punkten knapp unter der runden 12.000er-Marke. Doch die kleine Januar-Kerze spiegelt Unsicherheit im Markt wider. Kräftige Anschlusskäufe nach der positiven Dezember-Kerze fehlen. Dies ist aus Sicht der japanischen Candlestick-Methodik als Warnsignal aufzufassen. Die Hausse erhält einen Dämpfer. Zudem stellt Unsicherheit an der Börse das Risiko eines Stimmungsumschwungs dar. Unsicherheit geht oftmals einer Trendwende voraus.

DAX - Monatskerzen

Aus charttechnischer Sicht ist jedoch Luft nach unten vorhanden, bis von einem deutlichen Stimmungswandel ausgegangen werden müsste. So ergeben sich Unterstützungen aus der langfristigen Perspektive der Monatskerzen erst einerseits im Bereich der Mitte der Dezemberkerze bei ca. 11.050 Punkten sowie im Bereich der kleinen Lunte der Dezemberkerze zwischen deren Tiefst- und Eröffnungskurs bei 10.402 bis 10.593 Punkten. Damit gilt, dass Rücksetzer in den Bereich 11.100/11.000 Punkten noch in Verbindung mit kurzfristigen Kaufsignalen in den eher Timing-orientierten Zeitebenen der Tageskerzen eine gute Aussagekraft erhalten würden.

Kritisch unter 11.000

Ein Break der runden 11.000er-Marke könnte jedoch den DAX bis ca. 10.600 bis max. 10.400 Punkte führen. Auch innerhalb dieser Zone wäre kurzfristig eine Käuferzone zu erwarten. Ein kompletter Stimmungswandel und die Gefahr eines Bruchs des langfristigen Aufwärtstrends im DAX hingegen wären bei einem Fall der 10.400 Punkte zu konstatieren. Unterhalb dieses Niveaus wäre für den langfristig orientierten Anleger die Reißleine zu ziehen.

DAX - Monatskerzen

Doch solange vor allem die Mitte der Dezember-Kerze nicht fällt, besteht aus Sicht der Candlesticks noch die Chance auf ein recht positives Szenario. So verläuft der DAX innerhalb eines seit 2009 bestehenden langfristigen Aufwärtstrendkanals und dessen obere Begrenzung ist ein mögliches Kursziel. Mithin besteht gar eine Kurszielableitung bis ca. 15.000/16.000 Punkten als „Best-Case-Szenario“ für die kommenden Monate. Dieses sehr positive Szenario wird unterstützt aufgrund des Ausbruchs Ende 2016 aus einem korrektiven Abwärtstrendkanal sowie der derzeit noch positiv zu wertenden Dezemberkerze.

Entsprechend dem Ausbruch aus dem korrektiven Abwärtstrend ist allerdings nur ein Kursziel bis ca. 12.500 Punkten abzuleiten. Dieses Kursziel ergibt sich ausgehend von der nach oben gespiegelten Schwankungsbreite des Trendkanals. Für eine kurzfristige Pause im Trend spricht allerdings ein kurz- bis mittelfristiger Kursverlauf in den Wochen- und Tageskerzen. So hat sich mit dem Tief im Februar 2016 bei 8.699 Punkten über ein Tief im Juli 2016 bei 9.214 Punkten ein Aufwärtstrendkanal etabliert, dessen obere Begrenzung in den vergangenen Wochen erreicht und vor allem in der letzten Woche mit einer weißen Wochenkerze getestet wurde. Eine Pause an der oberen Begrenzung des Trendkanals wäre ein normales Marktverhalten. Die Aufwärtsbewegung ist zudem überkauft, einige Marktstrukturindikatoren weisen auf Konsolidierungsbedarf hin.

DAX – Wochenkerzen

Eine volatile Seitwärtsbewegung in den kommenden drei bis fünf Wochen wäre somit innerhalb einer Zone zwischen max. 12.000 Punkten bis 11.400 Punkten ein Szenario, welches an der grundsätzlich bullishen Gesamtverfassung des Marktes nichts ändern würde und die Chance auf nachfolgend wieder ansteigende Kurse unterstützen könnte. Im Umkehrschluss würde allerdings ein Ausbruch über die runde 12.000er-Marke auch einen Ausbruch aus dem seit Februar 2016 laufenden Aufwärtstrendkanal darstellen mit der Folge, dass sich der Kaufdruck im Markt beschleunigen sollte und der DAX recht zügig sein bisheriges Allzeithoch bei 12.390 Punkten erreicht und auch übertreffen dürfte. Dieses Szenario ist allerdings weniger wahrscheinlich als eine Konsolidierung. Eine kurzfristige Verschnaufpause im Trend ist auch aus Sicht der Tageskerzen anzunehmen. So bildete sich am 25. Januar eine lange weiße Tageskerze, der zwei kleinere schwarze Tageskerzen folgten sowie zu Wochenbeginn am Montag eine lange schwarze Tageskerze mit Schlusskurs und Tief im Bereich der Eröffnung der langen weißen Kerze. Diese Abfolge von vier Tageskerzen bildet ein „Tower Top“, ein potenzielles Trendwendemuster der japanischen Candlesticks.

DAX - Tageskerzen

Auch wenn dieses Muster nur kurzfristige Aussagekraft hat und mit dem gestrigen DAX-Close unter 11.596 Punkten bestätigt wurde, so deutet das Muster auf deutlichen Widerstand nach oben hin. Als Fazit darf festgehalten werden, dass der DAX sich grundsätzlich bullish präsentiert und Rücksetzer kurz- und mittelfristig aufgefangen werden dürften. Erst bei einem Fall unter 11.000 sowie folgend unter 10.400 Punkten würde sich ein kräftiger Stimmungsumschwung durchsetzen.

Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst wallstreet-online.de

 

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Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Eine Angabe von Kurszielen, potenziellen Kauf- oder Verkaufssignalen dient lediglich der Information und dient der Veranschaulichung entsprechend der Methodik der Chartanalyse. Die in den Beiträgen von Stefan Salomon besprochenen Werte können für den einzelnen Anleger je nach dessen Risikoprofil und finanzieller Lage nicht geeignet sein. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags in dem in diesem Beitrag besprochenen Wert/Werten investiert ist, direkt oder indirekt durch Finanzinstrumente. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: www.tradesignalonline.com

Wertpapier: DAX


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Stefan Salomon ist seit Mitte der 1990er-Jahre Technischer Analyst. Er gilt als der Spezialist in Deutschland für Candlesticks in Verbindung mit der Trend- und Formationsanalyse. Mit rund 20 Jahren Erfahrung ist Stefan Salomon gefragter Medienpartner und Vortragsredner (u.a. auch n-tv, DAF, diverse Zeitungen und Magazine). Sein Motto lautet: "Börse ist einfach"! In Seminaren und Webinaren sowie als Coach vermittelt "Mr. Candlestick" sein Wissen an Börsen-Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis gern weiter.

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