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Zinsentscheid der Fed Was heute zu erwarten ist? Erstmal Nischt.

01.02.2017, 13:51  |  5035   |   |   

Am heutigen Tag treffen sich die US-Notenbanker, um über den weiteren geldpolitischen Verlauf der USA zu entscheiden. Da man im Kreise Yellen jedoch noch immer ratlos ob Trumps zukünftiger Haushaltsführung ist, werden wohl vorerst die Füße stillgehalten. 

Keine Frage, Janet Yellen ist bremsbereit. Schon Ende letzten Jahres hatte sie klargemacht, im Zweifelsfall mehr als nur einmal an der Zinsschraube drehen zu wollen, sollte die US-Wirtschaft dank ihres neuen Präsidenten außer Rand und Band geraten.

Unter den aktuellen Umständen wäre eine heutige Erhöhung jedoch nichts anderes, als ein Manöver mit verbundenen Augen. Denn noch immer ist nicht eindeutig abzusehen, ob Trump seine fiskalischen Pläne auch wirklich zu 100 Prozent in die Tat umsetzen wird. Auf der einen Seite will er hauptsächlich Unternehmen entlasten, indem die US-Körperschaftsteuer von 35 auf voraussichtlich 15 Prozent abgesenkt werden soll. Auf der anderen Seite hat er den Amerikanern ein dickes Konjunkturpaket versprochen. Das sich daraus in den nächsten zehn Jahren ergebende Haushaltsminus wird vom Thinktank "Tax Policy Center" mittlerweile auf zusätzliche 7,2 Billionen US-Dollar beziffert. 

Wirtschaft abkühlen, nicht abschrecken

Eine für die Fed wesentliche Entscheidungshilfe sind bekanntermaßen die US-Arbeitsmarktdaten. Hier gäbe es bislang aber noch kein Anzeichen einer starken Überhitzung, wie Yellen vorletzte Woche bei einer Rede am Stanford Institute bekanntgab. Die Vorwürfe, die US-Notenbank würde langsam aber sicher mit ihren Zinsschritten in Verzug geraten, wies sie zudem klar zurück. Man müsse die Sache eben schrittweise angehen, so der Grundtenor ihrer Aussage. Die Notwendigkeit weiterer Erhöhungen stellte sie jedoch keineswegs in Frage (siehe: "Financial Times" vom 20. Januar). 

"Die Zentralbank scheint sich ihre Optionen offen halten zu wollen", schrieb daher der US-Wirtschaftskorrespondent Sam Fleming am Mittwoch in der "Financial Times". Auf neue Signale über das weitere Vorgehen brauche man darüber hinaus auch nicht zu hoffen, denn bei der Sitzung werden keine neuen Prognosen über die Entwicklung von Wirtschaft und Zinsen aufgestellt. Die reguläre Stellungnahme über die letzten Quartalszahlen dürften ebenso wenig aussagekräftig sein.

Der nächste Schritt kommt

Auch bei der HSBC ist man sich sicher, dass heute noch nicht viel passieren wird: "Wir glauben nicht, dass das Komitee an dieser Stelle starke Signale über den kurzfristigen Kurs geben wird", hieß es vom Chefökonom Kevin Logan. "Die jüngsten Kennzahlen haben dem FOMC (Anm. d. Red.: Federal Open Market Commitee) keine besonderen Gründe geliefert, für das Erreichen der Kernziele Vollbeschäftigung und zweiprozentiger Preissteigerung jetzt noch schneller an den Zügeln zu ziehen."

Darüber, dass der nächste Zinsschritt noch in diesem Jahr kommt, herrscht jedoch weitgehende Einigkeit. So wird mittlerweile häufig der Juni als Monat genannt, in dem es zu einer dritten Erhöhung kommen könnte. Je nachdem, wie es mit der US-Wirtschaft und den globalen Antworten darauf weitegehen wird, ist ein vorheriges Eingreifen aber keineswegs ausgeschlossen. 

 

Wertpapier: HSBC Holdings


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