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Der wichtigste Wert für Gilead Sciences

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
01.02.2017, 16:00  |  793   |   |   

Wenn Gilead Sciences (WKN:885823) die Ergebnisse des vierten Quartals und die Gesamtjahresergebnisse am 7. Februar meldet, dann werden die Investoren ganz besonders aufmerksam sein. Sie werden nach Anzeichen Ausschau halten, die ihnen vielleicht Aufschluss darüber geben können, was als nächstes passieren könnte. Was ist also der wichtigste Wert bei Gilead Sciences? Ich würde sagen, es ist der Cashflow. Und hier sind die Gründe.

Cashflow is King

Das alte Sprichwort „Nur Bares ist Wahres“ trifft in den meisten Fällen zu. Ich glaube aber, dass der Cashflow sogar noch wichtiger ist.

Am Ende des dritten Quartals hatte Gilead 31,6 Milliarden US-Dollar in Barmitteln und marktgängigen Wertpapieren. Das ist ein beeindruckender Wert, den viele (darunter auch ich) oft anführen, wenn wir davon sprechen, was denn so toll an dem Unternehmen sei.

Aber da Gilead im vierten Quartal keine größere Übernahme getätigt hat, ist diese Cash-Position wahrscheinlich jetzt noch höher. Warum? Der Cashflow hat jede Menge zusätzliches Geld in die Kassen gespült.

Um das einmal genau anzuführen – ich beziehe mich hierbei auf den freien Cashflow. Es gibt mehrere verschiedene Arten von Cashflow, darunter den operativen Cashflow, den Cashflow aus den Investitionen, den Cashflow aus den Finanzierungen, den gesamten Cashflow und den freien Cashflow. All diese Begriffe sind ziemlich selbsterklärend, außer dem freien Cashflow. Dieser wird berechnet, indem man die Investitionsausgaben vom operativen Cashflow subtrahiert.

Wie groß ist jetzt der freie Cashflow von Gilead? Als das Unternehmen die Ergebnisse des dritten Quartals 2016 gemeldet hat, hatte Gilead noch einen operativen Cashflow für die ersten neun Monate des vergangenen Jahres von fast 13,2 Milliarden US-Dollar. Die Investitionsausgaben betrugen 579 Millionen US-Dollar. Das lieferte dem Unternehmen einen freien Cashflow von 5,6 Milliarden US-Dollar. Gilead ist damit auf Kurs, für das Gesamtjahr einen freien Cashflow von deutlich über 16 Milliarden US-Dollar zu erreichen.

Was ist mit den anderen Kennzahlen?

Du wirst dich jetzt vielleicht fragen, warum andere Kennzahlen, wie die Umsätze oder die Gewinne, als nicht so wichtig angesehen werden sollten wie der freie Cashflow. Diese Kennzahlen sind natürlich auch wichtig. Ich glaube aber immer noch, dass der Cashflow, und besonders der freie Cashflow, die wichtigste Zahl dieses Unternehmens darstellt.

Bildquelle: Getty Images.

Es ist nämlich möglich, dass ein Unternehmen die Umsätze erhöhen kann, es dem Unternehmen gleichzeitig aber finanziell schlechter geht. Ein Unternehmen, das deutlich mehr ausgibt, als es einnimmt, wird früher oder später Probleme bekommen. Daher könnte man argumentieren, dass die Gewinne wichtiger sind als die Umsätze.

Die Gewinne können einen aber auch täuschen. Es gibt nämlich viele Möglichkeiten, wie ein Unternehmen seine Gewinne auf dem Papier besser aussehen lassen kann. Der freie Cashflow ist da deutlich schwerer zu manipulieren. Ein Unternehmen kann zwar solide Gewinne melden, aber dennoch Probleme haben, die Rechnungen zu bezahlen. Das liegt daran, da einige Ausgaben über einen längeren Zeitraum verteilt werden. Aus Buchhaltungsgründen wird es so praktiziert. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass diese Ausgaben zwar so gemeldet, aber sofort bezahlt werden müssen.

Was ein starker freier Cashflow für Gilead bedeutet

Aufgrund des freien Cashflows ist Gilead Sciences eines von nur wenigen Biotech-Unternehmen, die auch eine Dividende zahlen. Das Unternehmen kann seine Dividende auch erhöhen, wie im Februar 2016 mit einer Erhöhung von 10 % bewiesen wurde. Ich erwarte eine weitere Dividendenerhöhung, die die Rendite auf nahezu 3 % heben könnte.

Gilead kann auch seine eigenen Aktien zurückkaufen und damit die Aktien der Investoren wertvoller machen. In den ersten neun Monaten 2016 hat das Unternehmen unglaubliche 10 Milliarden US-Dollar für den Rückkauf der eigenen Aktien ausgegeben.

Dividenden zu bezahlen und die eigenen Aktien zurückzukaufen sind gute Möglichkeiten, um die Aktionäre zu belohnen. Ein großer freier Cashflow bedeutet aber noch etwas anderes für das Unternehmen. Es gibt etwa 450 Biotech-Aktien an den amerikanischen Börsen. Der freie Cashflow von Gilead ist groß genug, um jedes davon – ausgenommen der zehn größten – zum aktuellen Marktpreis zu kaufen, ohne überhaupt die Reserven angreifen zu müssen.

Wird der frei Cashflow 2016 verglichen mit dem Vorjahr zurückgehen? Ja. Die Umsätze für die Hepatitis-C-Medikamente Harvoni und Sovaldi gehen weiter zurück. Aber wird der freie Cashflow von 19,6 Milliarden im Jahr 2015 auf 16,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 abrutschen? Wird das die Fähigkeit von Gilead schmälern, die Dividenden zu erhöhen, Aktien zurückzukaufen und Übernahmen zu tätigen? Nicht wirklich. Das Biotech-Unternehmen sollte sich diese Dinge dann immer noch leisten können.

Der Cashflow als Geldmaschine

Gilead verfügt über einen Cashflow, der eine wahre Geldmaschine ist. Ein schlauer Investor wird stets die Gewinne einer Investition nehmen und damit weitere Vermögenswerte kaufen. Wenn ein Vermögenswert kein Geld mehr abwirft, dann produzieren die anderen immer noch jede Menge davon. Ist Gilead auch so schlau? Das denke ich schon.

Im November 2011 verkündete Gilead den Kauf von Pharmasset für 11,2 Milliarden US-Dollar. Damals hatte das Unternehmen einen freien Cashflow von 3,5 Milliarden US-Dollar. Diese Übernahme brachte dem Unternehmen Sovaldi, woraus Harvoni und Epclusa hervorgingen. Darauf begründet sich auch der starke Cashflow, den das Unternehmen heute genießt.

Wenn Gilead seine Zahlen bald melden wird, dann sollte man sich die Umsätze und die Gewinne natürlich ansehen. Man sollte sich den Cashflow aber noch viel genauer ansehen. Das ist für die Zukunft von Gilead nämlich das wichtigste.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und wurde am 29.01.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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