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Marktkommentar: Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Gilt auch 2017: »Politische Börsen haben kurze Beine«
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Marktkommentar Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Gilt auch 2017: »Politische Börsen haben kurze Beine«

Nachrichtenquelle: Asset Standard
25.01.2017, 00:00  |  24   |   |   

Beim Thema Donald Trump regiert weiterhin das Prinzip Hoffnung, meint Dr. Daniel Hartmann. Das und mehr kommentiert der Senior Analyst Economics bei Bantleon.

Ein Schmeichler ist Donald Trump wirklich nicht. Wie er die ganze Welt bei seiner Antrittsrede vor den Kopf stiess, sucht seinesgleichen. Immerhin hielt sich der neue US-Präsident mit starken wirtschaftspolitischen Aussagen bzw. Handlungen zurück. Er unterschrieb lediglich ein Dekret zur Aushebelung von Obamacare. Die Ankündigung von konkreten protektionistischen Massnahmen blieb dagegen (bislang) aus.

In dieser Hinsicht regiert weiterhin das Prinzip Hoffnung, dass sich Trump mit eher symbolischen Handlungen begnügt – z.B. einer Verstärkung der Aussengrenzen zu Mexiko oder Anpassungen im NAFTA-Abkommen. Stattdessen sollte sich die neue Administration auf die Themen Steuerreform, Deregulierung und Infrastrukturprojekte konzentrieren. Noch besser wäre es, Trump würde die aktuelle konjunkturelle Belebung in den USA einfach laufen lassen und dies als seinen Erfolg verbuchen.

Auch in Sachen Brexit ist die Welt nicht viel schlauer geworden. Zwar liess die britische Premierministerin Theresa May in einer Grundsatzrede keinen Zweifel daran, dass sie einen klaren Schnitt gegenüber einem halbherzigen EU-Ausstieg bevorzugt. Wie das künftige Handelsabkommen mit der EU aussehen soll und wann es in Kraft tritt, bleibt aber völlig unklar. Für die Unternehmen besteht somit die Unsicherheit über den Zugang zum Binnenmarkt fort.

Eine Hängepartie bleibt schliesslich auch die politische Lage in Italien. In dieser Woche wird das Verfassungsgericht darüber entscheiden, ob die im Juli 2015 beschlossene Wahlrechtsreform zum Abgeordnetenhaus verfassungskonform ist. Umstritten ist dabei vor allem der Siegerbonus für die stärkste Partei. Welches Urteil das Gericht auch immer fällt, die Parteien sind im Nachgang der gescheiterten Senatsreform zu einer Harmonisierung der Wahlsysteme aufgerufen. Ansonsten sind bei der nächsten Parlamentswahl abweichende Mehrheitsverhältnisse in den beiden Kammern (aufgrund der unterschiedlichen Wahlverfahren) und damit eine erneute Blockade vorprogrammiert. Worauf sich die Parteien einigen, ist noch vollkommen offen. Es zeichnen sich schwierige Verhandlungen ab. Darüber hinaus ist die aktuelle Regierung nach dem Rücktritt von Matteo Renzi ohnehin geschwächt, weshalb jederzeit Neuwahlen drohen.

Immerhin gibt es im politischen Umfeld auch noch die Möglichkeit von positiven Überraschungen. Ein heisser Kandidat dafür ist Frankreich. Bei den Umfragen zur ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen liegt Marine Le Pen zwar mit gut 25% knapp in Führung. Gegenüber den schärfsten Rivalen Francois Fillon (knapp 25%) und Emmanuel Macron (20%) hätte sie jedoch in einer Stichwahl keine Chance – ihr werden dann nur ca. 35% zugetraut. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass ein reformfreudiger Kandidat das Rennen in Frankreich macht.

Für den verwirrten Finanzinvestor ist es dieses Jahr aber vielleicht sowieso am besten, nach dem Motto zu handeln: »politische Börsen haben kurze Beine«. Damit ist er bereits 2016 gut gefahren. Als Leitlinie des Tuns bietet sich stattdessen der konjunkturelle Trend an. Dies gilt umso mehr, als die weltweiten Stimmungsindikatoren derzeit ein klares Profil aufweisen: Sie zeigen einheitlich nach oben. Dasselbe gilt für die Inflationsentwicklung. In Anbetracht dessen ist es nicht verwunderlich, dass die Notenbanken den Ausstieg aus den ultraexpansiven Stimuli vorantreiben. Zumindest in der Geldpolitik deutet sich somit eine Normalisierung an. Im Ergebnis ist das makroökonomische Umfeld weiterhin positiv für Risikoassts und negativ für die sicheren Häfen

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