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EZB Geldschwemme Sparkassenpräsident Fahrenschon: "Nullzinspolitik ein ganz gefährliches Spiel"

03.02.2017, 11:30  |  2796   |   |   

Mario Draghi ist derzeit unter Dauerbeschuss. Anleihenpolitik, Niedrig-, Null- und Negativzinsen strapazieren die Nerven der Bankenbranche. Sparkassenpräsident Fahrenschon forderte daher wiederholt einen Ausstieg aus der expansiven Politik.

Mit Nachdruck warnt der Präsident des Sparkassenverbands, Georg Fahrenschon, dass die aktuelle Zinspolitik gefährlich sei und stabile Finanzstrukturen beschädige ("Reuters"). Auf der Berliner Bankenkonferenz erklärte er, dass jetzt die Zeit gekommen sei, Schritte aus der expansiven Geldpolitik anzugehen.  

Bereits Ende Januar hatte Fahrenschon das Wort ergriffen. Wie wir berichteten, forderte der Sparkassenpräsident damals eine Novellierung des Vermögensbildungsgesetzes und kritisierte zugleich die Nullzinspolitik der EZB. Fahrenschon sieht darin ein "gefährliches Spiel" und identifiziert nur noch den Staat als Chance für Sparer, um Anreize zu schaffen. In seinen Augen ist die EZB eine Ersatzregierung, die am Ende ihrer Möglichkeiten ist.

Bislang sieht es aber nicht danach aus, als ob die steigende Inflation die EZB großartig beeindruckt. Denn noch immer wird das Argument gefahren, dass mit einer expansiven Geldpolitik eine Deflation abgewendet werden soll. Draghi vertraut den aktuellen Entwicklungen nicht - sieht nur kurzfristige Effekte - und hält deshalb lieber am eingeschlagenen Kurs fest. Fakt ist jedoch, dass im Januar die Verbraucherpreise im Schnitt auf 1,8 Prozent geschnellt sind - der höchste Wert seit vier Jahren. Jedoch strebt die EZB eine runde zwei Prozent-Marke an. Also gebe es noch keinen echten Handlungsdruck. 

Eine Option jenseits der EZB: Vermögensbildungsgesetz novellieren

Fahrenschons Forderung das Vermögensbildungsgesetz zu novellieren, beruht im Wesentlichen darauf, dass dieses Instrument seit 1998 nicht angefasst wurde. Wenn schon von der EZB kein positives Signal für die Sparer kommt, dann müssen durch staatliche Weichenstellungen neue Impulse gesetzt werden, so der CSU-Politiker. Viele Sparer fallen heute aus der Förderung raus, weil seither die Gehälter um gut 32 Prozent gestiegen sind.  

Krise und kein Ende in Sicht

Mit einer Novellierung des Vermögensbildungsgesetzes könnte Fahrenschons Forderung nach einer Verringerung der immer weiter auseinandergehenden Schere zwischen Arm und Reich entgegengetreten werden. Generell attestiert der Sparkassenpräsident unserer Zeit eine Vertrauenskrise, die durch die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung einen weiteren Nährboden erhält. Diese bedrohliche Tendenz lässt sich laut Fahrenschon nur mit offenen Grenzen, ungestörten Handelsbeziehungen und internationalen Koopertationen begegnen.  

 

 

 



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