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Continental – Gewinn wird gebremst

Gastautor: Daniel Saurenz
03.02.2017, 07:00  |  1025   |   |   

Continental_Presse_2Nachdem die Continental-Aktie im vergangenen Jahr dem DAX weit hinterhergefahren war, legte sie am Jahrensende noch einmal ordentlich zu, gönnt sich seit Mitte Januar aber erneut eine Verschnaufpause. Der Ausblick des weltweit zweitgrößten Autozulieferers lässt Investoren derweil aufhorchen. Zwar ist die Auftragslage gut, jedoch drücken hohe Forschungsausgaben kurzfristig die Ergebnisse. Dazu schwebt im Moment das Damoklesschwert des Donald Trump über der Automobilbranche. Es scheint, als ob die Aktie des Unternehmens an einer entscheidenden Weggabelung steht.

Nachdem das Papier am 11. Januar mit Kursen von um die 194,50 Euro in die Nähe des Sechs-Monats-Hochs herangelaufen war, aber nicht nach oben ausbrechen konnte, wächst das Risiko, dass das Papier nach unten abdrehen könnte. Kopfzerbrechen bereiten Investoren die Nachrichten aus den USA. Sollte der designierte US-Präsident Donald Trump Einfuhrzölle von 35 Prozent auf ausländische Autos einführen, würde das die deutschen Premiumhersteller, wie Daimler und BMW, und damit indirekt auch Continental belasten.

Aktienkurs Conti auf ein Jahr in Euro

Aktienkurs Conti auf ein Jahr in Euro

Zuvor war die Aktie des Autozulieferers seit dem 9. November 2016, also dem Tag nach Trump‘s Wahlsieg, im Gleichschritt mit dem DAX auf dem Weg nach oben. Investoren hatten darauf gesetzt, dass Trump die US-Wirtschaft deutlich ankurbeln würde, wovon indirekt auch die deutschen Autohersteller und damit ihre Zulieferer profitieren würden.

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Hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben belasten die Profitabilität

Continental gab sich daher zuletzt optimistisch. „Für 2017 rechnen wir mit einem Umsatzplus von mehr als sechs Prozent auf mehr als 43 Mrd. Euro“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Zuversichtlich stimmen ihn die guten Auftragseingänge. „Neben den Aufträgen für Fahrerassistenzprodukte, die auf mehr als drei Mrd. Euro anstiegen, legten auch die Aufträge für Produkte und Systeme für Hybrid- und Elektrofahrzeuge um 17 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro zu.“ Bei einem derart starken Erlösanstieg auf Konzernebene würde Continental Marktanteile gewinnen, geht das Unternehmen doch davon aus, dass der weltweite Markt für Autos und leichte Nutzfahrzeuge im Jahr 2017 um lediglich ein Prozent auf 93 Mio. Fahrzeuge wachsen wird.

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Konjunktur_AutoAllerdings drücken die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten, wie für Elektroautos, auf die Profitabilität. So soll die bereinigte operative Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern im Verhältnis zum Umsatz) lediglich „mehr als 10,5 Prozent“ erreichen. 2016 hatte der Wert bei 10,7 Prozent gelegen. Damit würde der operative Gewinn in diesem Jahr nicht so stark zulegen wie der Erlös. Die höhere Produktion batteriebetriebener Autos wird nach Degenhart’s Ansicht nicht vor dem Ende des Jahrzehnts Gewinn abwerfen.

Continental-Aktionäre sollten sich kurzfristig gut anschnallen, zumindest bis Trump die weiteren Grundzüge seiner Politik bekannt gegeben hat. Wenn er auf Kollisionskurs gerade mit den deutschen Autoherstellern bleibt, könnte die Continental-Aktie den Blinker nach unten setzen.

Wertpapier: Continental Bonus Cap 150 bis 2017/12 (HVB), Continental Call 195 bis 2018/03 (VON)

Themen: Aktien, Euro, Invest


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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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