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Auszeit Ex-Bahnchef Grube: Frageverbot und 100 Tage Sabbatical

03.02.2017, 15:33  |  2537   |   |   

Ob es überraschend kam oder nicht spielt keine Rolle mehr. Rüdiger Grube ist bei der Bahn raus. Ein Zerwürfnis mit dem Kontrollgremium führte zum Eklat und nun braucht der Top-Manager 100 Tage Auszeit. Schöne Ferien!  

Am 30. Januar trat Rüdiger Grube als Bahnchef zurück. Eigentlich wäre sein Vertrag noch bis Dezember 2017 gelaufen. In den Vertragsverhandlungen konnte sich Grube mit einer Zwei-Jahres-Verlängerung nicht anfreunden und gab seinen Abgang bekannt. Die Nachfolgekandidaten stehen bislang nicht fest - vorerst wird Finanzvorstand Richard Lutz übernehmen. Am Montag (6. Februar 2017) beschäftigt sich der Personalausschuss des Aufsichtsrates mit dem Thema, wie wir berichteten.

Dass Grube für neue Aufgaben zur Verfügung steht, machte er in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" deutlich. Der 65-Jährige denkt nicht an Ruhestand, sondern will nach einer 100-tägigen Auszeit nochmal so richtig durchstarten. Grube sagte: "Ich habe viele Angebote, wirklich viele, gute Angebote". Die Vergangenheit möchte er ausgeblendet wissen, über seine Zeit bei der Bahn nicht mehr sprechen. Wie könnte die Bahn-Bilanz der Regentschaft Grube lauten? Martin Burkert (SPD) konstatierte, dass die Bahnergebnisse derzeit nicht zufriedenstellend sind und in der Güterverkehrssparte Entscheidungen getroffen wurden, die nicht im Sinne der Beschäftigten und der Politik seien (mehr dazu hier). Natürlich gibt es auch andere Stimmen, die die angestoßenen Maßnahmen würdigen.

Unterdessen scheint sich der vakante Chefposten zum Politikum auszuweiten. Martin Schulz, designierter SPD-Kanzlerkandidat, meinte, dass die Besetzung in der Koalition entschieden werde. Dagegen wehrt sich die Verkehrsexpertin der Grünen, Valerie Wilms, und meint, dass die Besetzung nicht im Hinterzimmer ausgehandelt werden dürfe. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sieht einen Neustart bei der Bahn als echte Chance auf Veränderungen. Wer diese Mammutaufgabe jedoch stemmen soll, das sagte er nicht. Grube ist jedenfalls raus und wird es auch bleiben. Nach Managern aus der Flugzeug- und Autobranche sind kreative Vorschläge mehr als willkommen.      

 



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