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Warum selbstfahrende Autos der Schlüssel zu höheren Gewinnen für Amazon sein könnten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.02.2017, 12:00  |  83   |   |   

Der E-Commerce-Riese Amazon.com (WKN:906866) hat vor Kurzem ein Patent zuerkannt bekommen, dass einen möglichen Eintritt in den Bereich selbstfahrende Autos mit sich bringen könnte. Das Patent deutet an, dass Amazon versucht, eine Technologie zu bauen, womit Fahrzeuge miteinander kommunizieren können, während sie sich annähern und dabei auf einem in beide Richtungen benutzbaren Fahrstreifen fahren.

Im Patent steht Folgendes:

Ein Straßenmanagementsystem kann Fahrstreifenkonfigurationen für eine Straße oder nur einen Teil einer Straße generieren. Dieses Straßenmanagementsystem kann die Reiserichtung für die einzelnen Fahrstreifen bestimmen und selbstfahrende Autos dahingehend steuern, dass sie bestimmte Fahrstreifen nutzen, wenn sie auf eine Straße auffahren.

Das Patent deutet an, dass das Unternehmen an selbstfahrender Technologie arbeiten könnte. Diese These wird dadurch gestützt, dass Jim Curlander, Amazons technischer Berater für Prime Air, einer der Erfinder dieses Straßenmanagementsystems ist.

Curlander arbeitet aktuell daran, die Technologie zu entwickeln, damit Amazon seine Bestellungen innerhalb von 30 Minuten oder weniger per Drohnen ausliefern kann. Das bedeutet, dass er bereits in den Prozess „automatisierte Lieferungen“ eingebunden ist. Selbstfahrende LKWs sind dann nur der nächste logische Schritt.

Was bedeutet dieses Patent für Amazon?

Mit der Technologie von Amazon werden selbstfahrende Autos fähig sein, ihre Routen sicher zu planen und sich auf dem korrekten Fahrstreifen richtig zu verhalten. Das Patent deutet auch darauf hin, dass ein Straßenmanagementsystem entwickelt werden könnte, bei dem die Fahrzeuge miteinander kommunizieren und ihre Bewegungen aufeinander abstimmen können.

Diese Entwicklungen könnten große Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Erstens kann Amazon damit seine Versandausgaben senken, da die Lieferfahrzeuge weniger Zeit im Verkehr verbringen werden, nachdem die beste Route zuvor berechnet wurde. Das führt zu geringeren Treibstoffkosten und schnelleren Lieferzeiten. Zweitens wird Amazon diese Technologie besitzen und auch selbst nutzen. Diese kann dann gegen eine Gebühr für andere Autobauer lizenziert werden.

Der erste Punkt ist aktuell aber wichtiger für das Unternehmen, da es Amazon erlauben würde, die schnell steigenden Lieferkosten im Zaum zu halten.

Die Lieferkosten gehen durch die Decke

Die übermäßigen Lieferkosten von Amazon sind in den letzten Jahren schnell gewachsen und haben damit die Lieferumsätze des Unternehmens deutlich überstiegen.

Datenquelle: Statista. Grafik: Autor.

Diese Lieferkosten sind 2016 noch einmal gesteigen. Die weltweiten Lieferkosten der ersten neun Monate 2016 erhöhten sich, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, um 40 % auf 10,5 Milliarden US-Dollar. Amazon hatte erwartet, mindestens weitere 3,9 Milliarden US-Dollar in Q4 für Lieferkosten auszugeben. Das wären Gesamtkosten in Höhe von 14,4 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2016.

Das Unternehmen ist immerfort darauf bedacht, die Lieferkosten für die Kunden, besonders für die Prime-Mitglieder, zu senken. Die Kosten könnten in Zukunft aber noch weiter steigen, wenn das Unternehmen seine Ein-bis-zwei-Stunden-Lieferung an mehreren Orten anbietet. Daher arbeitet Amazon darauf hin, die autonome Liefertechnologie wie Drohnen und selbstfahrende LKWs zu entwickeln, um sowohl Personal- als auch Treibstoffkosten zu senken.

Warum selbstfahrende LKWs der natürliche nächste Schritt für Amazon sind

Bildquelle: Getty Images.

Amazon hat keine besonderen Details verraten, wie das Unternehmen plant, dieses Patent zu nutzen. Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass Amazon irgendwann selbstfahrende LKWs einführen wird.

Im Dezember 2015 kaufte Amazon tausende LKWs, um Güter zwischen den Warenhäusern hin und her zu bewegen. Im Januar 2016 kaufte Amazon das Transportunternehmen Colis Privé zu 100 %, um die Lieferungen an die Kunden verbessern zu können. Es scheint, als würde Amazon nach und nach ein Liefersystem aufbauen, dass das Unternehmen selbst besitzt. Damit hätte Amazon auch mehr Kontrolle über die Bewegung der Güter.

Laut Business Insider soll Amazon auch diesen Sommer eine App veröffentlichen, die einen Marktplatz wie bei Uber schaffen soll, nur, dass es sich dabei um Transport und Lieferung handelt. Das wird es Amazon erlauben, 15 % Gebühren zu eliminieren, die an den Mittelsmann gehen. Damit kann Amazon jetzt direkt mit dem LKW-Unternehmen in Kontakt treten. Die App wird auch die Effizienz des Transportes verbessern, da es den Fahrern auch sagt, welche Route sie nehmen sollen und ihnen empfiehlt, wo man Pause machen kann, indem die Route und die geschätzte Zeit dafür im Voraus berechnet wird.

Das alles scheint die Strategie von Amazon voranzubringen, mehr Kontrolle über die Lieferinfrastruktur zu haben, während das Unternehmen wo immer es nur möglich ist die Kosten reduziert, die Gewinne erhöht und den Lieferprozess gleichzeitig schneller macht.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.com.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und wurde am 01.02.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Amazon.com


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