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Geheimes Treffen mit Schin-Bet-Chef Jetzt wird's abgefahren: Hatte Israels Geheimdienst seine Hände mit im Abgas-Spiel?

09.02.2017, 13:02  |  2191   |   

Einem Medienbericht zufolge soll sich der ehemalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech vor rund zwei Jahren mit dem damaligen Chef des israelischen Geheimdiensts Schin Bet und dem Ex-Botschafter Israels getroffen haben. Dabei ging es auch um die Manipulation der VW-Abgaswerte. 

Für den angekündigten Dieselgate-Film brauchen die Drehbuchautoren bald wirklich nichts mehr hinzuerfinden, um das ganze noch dramatischer wirken zu lassen. Wie die "WirtschaftsWoche" erfahren hat, war allem Anschein nach der israelische Geheimdienst Schin Bet frühzeitig in die Ereignisse rund um den Abgasskandal verwickelt. 

Demnach habe sich der damalige VW-Aufsichtsratchef Ferdinand Piech (der vor gut einer Woche noch den Ex-Konzernchef Martin Winterkorn vor Gericht belastet hatte) im Februar 2015 zusammen mit dem früheren israelischen Geheimdienstchef Yuval Diskin getroffen. Diskin war vier Jahre zuvor aus dem Geheimdienst ausgeschieden und leitete seitdem eine Firma, die sich auf Cybersicherheit spezialisiert hat (Diskin Advanced Technologies).

Dabei sollte es zunächst nur um eine mögliche deutsch-israelische Kooperation in Sachen Sicherheitstechnik gehen. Der damalige Botschafter Israels, Avi Primor, sei bei dem Treffen ebenfalls zugegen gewesen. In einem Vier-Augen-Gespräch soll er Piech dann über den drohenden Abgasskandal in den USA unterrichtet haben. Der Bild-Zeitung zufolge soll Primor die vertraulichen Informationen von einem "israelischen Sicherheitsunternehmen" bezogen haben. Ob es sich dabei um Diskins Unternehmen gehandelt hat, wollte Primor nicht preisgeben. 

"Zu allem, was mit dem VW-Skandal zu tun hat, sage ich nichts. Gar nichts", so das Statement des Ex-Botschafters gegenüber der "WirtschaftsWoche". Er habe seinem Freund Diskin lediglich einen Gefallen tun und für ihn Kontakte knüpfen wollen. Aus Unternehmersicht heraus hat das auf jeden Fall geklappt: VW und Diskin Advanced Technologies gründeten bald darauf eine gemeinsame Sicheriheitsfirma namens Cymotive Technologies, der Hauptsitz wurde in das israelischen Herzliya gelegt. Über seine Tocher, AutoVision, ist VW zu 40 Prozent an Cymotive beteiligt. Die anderen 60 Prozent gehören Diskin sowie zwei weiteren Ex-Geheimdienstlern. 

Beim Bundesnachrichtendienst gehe man übrigens davon aus, dass Primors Informationen von US-Diensten mit hoher Wahrscheinlichkeit an israelische Geheimdienste weitergeleitet wurden. Beide würden seit Langem "sehr eng und freundschaftlich" zusammenarbeiten. 

Wertpapier: Volkswagen


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