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Panama-Papers-Firma Gründer von Mossack Fonseca hinter schwedischen Gardinen

10.02.2017, 15:08  |  1600   |   |   

Diesmal geht es nicht um die Panama Papers, sondern um einen Vorwurf gegen den panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela. Dieser soll laut Ramón Fonseca, Gründer der in die Schlagzeilen geratenen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht Millionenspenden erhalten haben. Der Präsident holte zum Gegenschlag aus und ließ Fonseca verhaften. 

In Panama scheint Einiges möglich zu sein - die Panama Papers waren vor einem Jahr in allen Schlagzeilen. Dieses Mal könnte die Kanzlei Mossack Fonseca in den größten Korruptionsskandal des Landes verwickelt werden, denn der Präsident Juan Carlos Varela soll im Wahlkampf von dem brasilianischen Baukonzern Odebrecht Spenden erhalten haben ("Spiegel Online"). So behauptete es zumindest Ramón Fonseca. Spenden sind ansich kein Verbrechen, aber in dem vorliegenden Fall hatte Odebrecht wohl jahrelang Politiker und Funktionäre geschmiert, um so an öffentliche Bauaufträge zu kommen ("Süddeutsche Zeitung"). 

Größter Schmiergeldskandal in der Geschichte Panamas?

Für seine Behauptung ist nicht nur Ramón Fonseca festgenommen worden, sondern gleich auch noch sein Firmenpartner Jürgen Mossack. Ihr Unternehmen sei eine "kriminelle Organisation", so die offizielle Erklärung der zuständigen Generalstaatsanwältin von Panama-City. Laut "FAZ" wurden zudem die Büroräume der Kanzlei durchsucht. In erster Linie werfen die Ermittlungsbehörden den beiden Gründern vor, dass ihre Kanzlei geholfen habe, Gelder aus zweifelhafter Herkunft zu verstecken - hierfür wurden tausende Briefkastenfirmen für Politiker, Prominente und Sportler gegründet. 

Neben dieser eher allgemeinen Formulierung geht es auch um den Lava-Jato-Skandal. Dieser hatte in Brasilien schon mehrere Politiker zu Fall gebracht, als Manager von Odebrecht in Kronzeugenregelungen damals ausgepackt hatten. Jüngst wurde ein internationaler Haftbefehl gegen den früheren peruanischen Staatschef Alejandro Toledo erlassen - es geht um Bestechungsgelder von Odebrecht i.H.v. 20 Millionen Dollar, wie wir berichteten.

Gegen ein ähnliches Vorgehen will sich der panamaische Präsident mit der jetzt erfolgten Festnahme von Ramón Fonseca vermutlich schützen. Fonseca hatte ausgesagt, dass Varela von Odeberecht Wahlkampfspenden erhalten haben soll. Dieser hatte die Vorwürfe am Donnerstag, den 9. Februar 2017, in einer Erklärung zurückgewiesen und ließ Fonseca und Mossack festnehmen.  

Ausgang ungewiss

Falls Varela tatsächlich Schmiergelder von Odebrecht erhalten haben sollte, dann wäre es kein Einzelfall. Auch in Kolumbien, Venezula, Mexiko und Argentinien sollen Schmiergelder geflossen sein. Laut US-Behörden hatte Odebrecht bis zu 785 Millionen Dollar an Schmiergeldern gezahlt, um an Bauaufträge zu kommen.

Eine juristische Schlacht scheint vorprogrammiet, denn gegen die Kanzlei Mossack Fonseca laufen bereits Ermittlungen. Wenn sich die Schmiergeldvorwürfe verdichten, dann kommt Varela definitiv nicht mehr nur mit einem blauen Augen davon.   

 

Themen: Panama


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