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Crashprognosen 2017 – wird schon schief gehen, oder?

Gastautor: Daniel Saurenz
13.02.2017, 09:00  |  1102   |   |   

arrow_downLetzte Woche haben wir uns potentielle Risiken und Crashprognosen für das Jahr 2017 angesehen und dabei unter anderem den chinesischen Immobillienmarkt unter die Lupe genommen. Im zweiten Teil wagen wir einen Blick in die USA, nach England und nach Australien und beleuchten aktuelle Warnsignale für die nächsten Monate.

Obwohl Präsident Trump in den ersten Wochen seiner Amtszeit bereits für einige Verwirrung gesorgt hat, zeigen sich Investoren und Anleger bisher unbeeindruckt. Da die jüngste Rezession in den USA im Juni 2009 endete, geht der Konjunkturaufschwung bereits in den 92 Monat und ist damit einer der längsten Aufschwünge der Geschichte.

Da die US-Notenbank seit Oktober 2014 nicht mehr so viel Geld druckt wie früher – aktuell druckt die Fed „nur“ rund 50 Mrd. Dollar pro Monat, weil sie auslaufende Anleihen in neue umtauscht – ist die Wirtschaft zusehends gebremst worden, weshalb sie im Jahr 2016 um lediglich 1,6 Prozent gewachsen ist. Das ist das niedrigste Wirtschaftswachstum seit der 2009er-Krise. Entsprechend war die Gewinnmarge der Unternehmen aus dem S&P500 in den vergangenen Quartalen im Rückwärtsgang und lag auf Basis der bislang bekannten Daten für das vierte Quartal im Gesamtjahr 2016 bei 9,4 Prozent.

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Konjunktur_SchiffDamit lag die Marge allerdings immer noch über dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre, was vor allem an den sehr niedrigen Zinsen liegt. Umso mehr setzen Investoren darauf, dass Trump mit einem massiven Konjunkturprogramm die Wirtschaft ankurbeln wird. Wenn er aber einen weltweiten Handelskrieg anzettelt, dämpft das den Welthandel und die Weltwirtschaft und damit indirekt auch die Perspektiven für die US-Wirtschaft. Sollte sie nicht so stark wachsen wir erwartet, bedeutet das Gegenwind für den Aktienmarkt – nicht nur in den USA, sondern auch für viele stark Exportabhängige DAX-Firmen.

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Enorme Immobilienblase in England

Doch nicht nur China oder die USA werfen Fragen auf, auch in England gibt es Entwicklungen die misstrauisch machen. So sind die Immobilienpreise auf der Insel in manchen Gegenden geradezu absurd teuer und weisen klare Merkmale einer Blase auf. Ähnliche Entwicklungen haben Analysten der Schweizer Bank UBS mit einen weltweiten Immobilienblasen-Index entwickelt. Das Barometer misst die Bewertung der Häuserpreise in einzelnen Städten und vergleicht sie anhand etlicher Kennzahlen. Zum Beispiel schauen sich die Experten den Häuserpreis im Verhältnis zum Einkommen, den Häuserpreis im Verhältnis zur durchschnittlichen Miete, oder die Bewertung der Immobilien einer Stadt im Vergleich zu der eines Landes an.

England_London_3Angeführt wird die Rangliste von der kanadischen Metropole Vancouver, knapp gefolgt vom Finanzzentrum London. „Erhebliche Blasenrisiken scheint es auch in London, Stockholm, Sydney, München und Hongkong zu geben“, so die Immobillienexperten von UBS. Aktuell liegen die Hauspreise in London, je nach Stadtteil beim Acht- bis Neunfachen des Haushaltseinkommens – ein extrem hoher Wert. Wenngleich die Blase außerhalb Londons nicht ganz so groß ist, kosten viele Häuser immer noch das Sechsfache des Einkommens. Das ist das Doppelte das in früheren Jahrzehnten üblichen Durchschnitts.

“In einer Welt, in der mehr als ein Drittel aller Staatsanleihen Strafzinsen abwerfen, bleibt das Investieren in Sachwerte populär. Daher ist es kaum ein Wunder, dass die Immobilienmärkte erneut überhitzt sind, nur ein paar Jahre nach der letzten großen Korrekturwelle. Wir sehen eine erhebliche Überbewertung der Häusermärkte in etlichen führenden Finanzzentren“ führen die Analysten von UBS weiter aus.

Lesen Sie hierzu auch: Immobilienblase immer gigantischer

 

Australier stecken ganz tief im Schuldensumpf

Ebenso wie in England gibt es auch in Australien eine massive Immobilienblase, zumal viel Geld von chinesischen Käufern in den australischen Immobilienmarkt geflossen ist. Gleichzeitig haben viele Australier massiv Schulden gemacht und damit den Immobiliensektor angeheizt. So sind die Schulden der privaten Haushalte zuletzt auf den Rekord von mehr 180 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung gestiegen –  gegenüber etwas mehr als 60 Prozent im Jahr 1988.

Australien_MelbourneBesonders extrem ist die Lage in den Metropolen: So belaufen sich die Preise in Sydney auf das 12,2fache des Haushaltseinkommens, in Melbourne auf das 9,7fache. Üblicherweise zeigen Werte von drei bis vier an, dass die Immobilien eines Landes noch einigermaßen erschwinglich sind.

Konjunkturabhängige Aktien am Mehrjahreshoch

Hinzu kommt die reine Bewertung vieler Aktien in Deutschland. Unternehmen wie Siemens, Lanxess oder Adidas fallen in den Bereich der zyklischen, konjunkturabhängigen Titel. Diese wurden in den letzten Monaten unter anderem von den hohen Erwartungen an den neuen US-Präsidenten Trump getragen worden und notieren nahe am Mehrjahreshoch. Weitere Analysen und News rund um das Geschehen auf den Märkten lesen Sie im Blog von onemarkets. 

Zusätzlich werden für die großen Volkswirtschaften in den USA und China für die kommenden Jahre sinkende Wachstumsraten erwartet. Wie das angekündigte Konjunkturprogramm in den USA aussehen wird ist es ebenfalls fraglich. Es erscheint insgesamt durchaus berechtigt zu fragen, ob jetzt nicht der Punkt erreicht ist vorsichtig zu werden. Viele Investoren blenden die Risiken zur Zeit jedoch aus und schwimmen noch mit dem Strom. Wenn alles gut geht, haben wir nichts gesagt. Wenn nicht, haben wir gewarnt.



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