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Frankreichs Notenbankchef warnt Der 'Frexit' würde Frankreich 30 Milliarden Euro kosten. Jedes Jahr.

13.02.2017, 15:00  |  2231   |   |   

In einer Radiosendung des französischen öffentlich-rechtlichen Hörfunks Radio France hat der Notenbankchef François Villeroy de Galhau eingehend vor einem Austritt Frankreichs aus der Eurozone gewarnt. Die Rückkehr zum Franc würde das Land in eine Schuldenspirale stürzen, so die Befürchtung des Gouverneurs.

Ginge es nach Marine Le Pen, so würde nach der französischen Präsidentschaftswahl alles ganz schnell gehen. Zumindest dann, wenn ihre Partei mehrheitlich gewählt würde. In den Vorstellungen der Rechtspopulistin und Front-National-Vorsitzenden soll es gerade mal sechs Monate dauern, bis ihr Land im Rahmen eines Referendums entscheiden soll, ob es noch weiterhin der EU angehören möchte. Vorbild hierfür sind natürlich die Briten, daher auch das neue, an den Brexit angelehnte Kunst-und Furchtwort 'Frexit'. 

Ernsthafte Chancen auf einen Wahlsieg werden Le Pen zurzeit noch nicht zugeschrieben. Der neuesten Umfrage des französischen Meinungsforschungsinstituts OpinionWay zufolge würde die Anwärterin auf den Élysée-Palast zwar aus der ersten Wahlrunde am 23. April als Siegerin hervorgehen; die entscheidende Stichwahl am 7. Mai dürfte bislang aber der unabhängige Kandidat und ehemalige Wirtschaftsminister Emmanuel Macron für sich entscheiden. 

Dass sich gerade bei Meinungsumfragen aber noch einiges bis zum tatsächlichen Wahlereignis ändern kann, hat im letzten Jahr nicht nur der Brexit gezeigt. Aus diesem Grund hat der Gouverneur der französischen Notenbank, François Villeroy de Galhau, am Montag schon mal eine erste Prognose darüber abgegeben, wie teuer seinem Land eine Abkehr vom Euro zu stehen käme. In einem Radiointerview des Senders "France Inter" erklärte er, dass Frankreich mit jährlichen Kosten von rund 30 Milliarden Euro rechnen müsse, sollte es aus der Währungsunion austreten. 

Wie es schon das französische EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré in der letzten Woche getan hatte, warnte Villeroy de Galhau zudem vor den Folgen von Le Pens anvisierten Plänen in Sachen Wirtschaftspolitik. Denn diese, so scheint es, sind zum Teil stark an Donald Trumps geldpolitischem Konzept angelehnt. So hat auch Le Pen das Ziel vor Augen, der Banque de France ihrer Unabhängigkeit zu berauben, um Staatsschulden ganz einfach mit der Geldpresse begleichen zu können.

Dieser Tabubruch würde nach Ansicht von Villeroy de Galhau aber nur allzu schnell in eine Schuldenspirale münden - ganz abgesehen von dem extrem hohen Inflationsrisiko, dem damit einhergehenden Beschäftigungsrückgang und der von Cœuré befürchteten "Verarmung" Frankreichs. Das, befand Villeroy de Galhau, könne "nicht der Wunsch der Franzosen" sein.

Es ist selbstverständlich auch nicht der Wunsch der Investoren, die der heutigen "Financial Times" zufolge schon damit angefangen haben, ihre französischen Staatsanleihen abzustoßen. Die Risikoprämien zehnjähriger Bonds sind demnach seit September von ihrem damaligen Rekordtief von 0,1 Prozent auf mittlerweile über einen Prozent gestiegen. Mit derzeit 94 Prozent ist Frankreichs Staatsschuldenquote so hoch wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr.  



6 Kommentare

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Kommentare

Monsieur Capitolist!Ich begebe mich ungern auf das Terrain der Legastheniekritiker!Es geht mir auch nicht um Fähigkeiten oder nicht.Ich bin selbst eine auf dem letzten Drücker gerettete Steisshausgeburt in 1959!Ich war mehr tot als lebendig an diesem Januartag 59.Der glücklichste Zeitraum meines beruflichen Lebens war,als ich einem hyperintelligenten Legastheniker ihres Schlages untergeordnet war und in seinem Schatten 7 Jahre lang aufstieg!Es war schon damals und das ist schon 30Jahre her ein Mysterium,wie jemand eine solche Intelligenz entwickeln,sie aber partout nicht zu Papier bringen kann.Machen sie trotzdem weiter,da die Inhalte erstklassig sind!
Selbstverständlich wäre eine französische Abwertung für die Exportnation Deutschland kein Zuckerschlecken. Nur sollte man sich aber doch die Frage stellen, ob diese "deutschen" Erfolge bei denen, die sie tatsächlich erarbeiten, jemals angekommen sind. Die bisherigen Nutznießer dieser monetären Missgeburt Euro sind nämlich nicht die arbeitenden Menschen, sondern die kriminelle Finanzmafia der Bankster und der Großkonzerne.

Im Übrigen - bei Target-2 Salden von inzwischen fast 800 Mia. € muss man sich im Klaren darüber sein, dass diese von der Bundesbank vorgestreckten Gelder mit Sicherheit niemals von dem per Mausklick erzeugten Schwindel- und Fiatgeld der EZB zurückgezahlt werden.

Man sollte auch Frau Le Pen nicht verdammen, nur weil sie die unsägliche Zonen-Wachtel, die uns zusammen mit ihren verkommenen Blockflöten-Parteien dieses Dilemma eingebrockt hat, mit Recht nicht ausstehen kann. Ich wünschte mir in unserer verkorksten Regierung einige Le Pens, die unabhängig von den Lügenmedien, die uns tatgtäglich für blöde verkaufen, endlich der Wahrheit die Ehre geben.
Ich bitte Dich !
Eine Abwertung,kommt nicht nur als Segen daher,dafür gibts stets einen Grund !
In einem solchen Falle,kann man davon ausgehen,dass die Anleger,am Kapitalmarkt davon ausgehen werden,dass sie ihr Geld wohl nie wieder sehen werden.

Ganz ehrlich,ein Rechts-Ruck,währe genauso stumpf und uneinsichtig,wie der erste Fehler,mit der Heilsuche,im Sozialismus,das sollte uns doch allen klar sein !
Nein,Le Pen,verrät sich auch,die absurde Feststellung,der Euro,wäre nur für Deutschland gut,lässt darauf schliessen,dass sie nichts anderes vorhat,um mit dem Euro,weiter gegen Deutschland zu zocken und hier liegt der große Fehler,des Euros begraben!

Keiner nimmt wahr,dass den Deutschen ihr Wohlstand nicht geschenkt wurde,sie haben ihn sich redlich erspart,mit den höchsten RV-Kosten,es gelang nie,Früchte daraus zu ernten,denn sobald etwas da ist,erwächst der Neid ins unermessliche und es wird gestänkert,bis schwache Politiker alles ins Ausland schleppen,was Rentnern und Witwen abgetrotzt wurde!
Wir sind und waren,in Währungsunionen,damit die Eliten Geld schleppen können,um gleichmäßigen Wohlstand zu verteilen,mit anderen Worten,deswegen,weil die Pleite,einiger Teilnehmer stets vorher absehbar war,schon Kohl,bat eine erneute Teilnahme am Euro nur an,weil er die letzten Zweifel Frankreichs,am Wiedervereinigungs-Projekt beseitigen wollte,die Franzosen fürchteten ein erstarktes Deutschland und genau das,wird der Grund sein,warum Merkel ständig Eigentore schiesst,durch die gelegentliche Verkrüppelung der Heimat,soll der absehbare Verfall,durch Neid aufgehalten werden!
Wacht auf,wenn Le Pen gewinnen würde,währe das ein Übel und wenn man ausgerechnet in Frankreich aufräumen würde,dann erfolgt auch nicht der erste Erntetag,das gibt Unruhen ohne Ende dann,ein Chaos wäre die Folge,ich habe arge Zweifel,dass die ganzen Wilden,ernsthaft einem Glauben zuzuordnen sind,die glauben an nichts,da haben einige Länder einfach ihre Knäste gesäubert !
Der Euro,hat Deutschland nur geschadet,uns um 15 Jahre zurückgeschmissen,warum sollte ausgerechnet Le Pen uns erlösen ?
Das wäre absurd,so etwas anzunehmen,ich rechne eher damit,dass sie sehr bald danach Euro-Bonds fordern wird !
Francois Villeroy de Galhau(ist sicherlich mit allen Wässern gewaschen,bei dem Namen!)&Benoit Coeure(EZB Paladin!)Unsere Poli-Ticker gebrauchen ja häufig schöne Sprichwörter um dem Souverän etwas ungeniessbares schmackhaft zu machen!Umgekehrt funktioniert das aber auch!Wenn man einen Sumpf trockenlegen will,darf man nicht die Frösche(F V de G/B.C.) fragen!
Diese Oberbankster stellen unüberprüfbare Zahlen in die Welt, um die Bevölkerung zu verängstigen, damit diese für Frankreich schlimmste monetäre Missgeburt aller Zeiten, nämlich dieser wahnwitzige Euro, am Leben bleiben soll. Das wird er aber nicht.

Mit keinem Wort wird hier erwähnt, dass sich durch eine Rückkehr zum Franc und dessen Abwertung sofort erheblich verbesserte Export-Chancen ergeben würden und dieses Land in die Lage versetzen wird, wieder kostengünstig und wettbewerbsfähig zu produzieren.

Absolut lächerlich ist die Warnung vor einer Schuldenspirale und der angedrohten Verarmumg, wenn man weiß, dass diese Staatsschulden sowieso nie zurückgezahlt werden und dieses verbrecherische Schuldgeldsystem so oder so untergehen wird - nur mit dem Euro wahrscheinlich schneller, als sich das manch einer vorstellen kann.

Abgesehen davon würde diese von den interessierten Lügenmäulern erfundenen 30 Mia. schon alleine dadurch wieder wettgemacht, indem Frau Marine Le Pen ihre Wahlversprechen erfüllt und ihr Land im Gegensatz zu unsreren politischen Narren von dem muslimischen Abschaum weitgehend befreit.

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