DAX-0,19 % EUR/USD-0,03 % Gold-0,09 % Öl (Brent)-0,18 %

Shiller-KGV im Crashtest

14.02.2017, 13:45  |  1269   |   |   

Der S&P500 eilt von Rekord zu Rekord. Doch mit dem Anstieg hat die Bewertung Niveaus erreicht, die Sorgen vor einem Rücksetzer bereiten. Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller wundert sich bereits über luftige Bewertungen und weist auf das „Shiller-KGV“ hin, das aktuell auf ähnlichem Niveau wie vor den großen Crashs 1929, 2000 und 2007 ist.

Quelle: MARS Asset Management, http://www.econ.yale.edu/~shiller/data.htm

Das aktuell hohe Niveau des Shiller-KGV von 28,3 beunruhigt etliche Investoren. Doch was kann das Shiller-KGV leisten – und was nicht? Und können damit herannahende Börsencrashes identifiziert werden? 

Zunächst eine kurze Einführung in das Shiller-KGV: Die Basis bildet das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das die Relation vom Börsenwert und Erträgen eines Unternehmens abbildet. Je niedriger das KGV, desto "günstiger" die Bewertung des Unternehmens am Aktienmarkt. Das Shiller-KGV hat jedoch die Besonderheit, dass anstatt der aktuellen Gewinne die durchschnittlichen Gewinne der vergangenen zehn Jahre eingehen. Zudem werden die Gewinne um die Inflation bereinigt. Das Shiller-KGV ist damit weniger anfällig für kurzfristige Unternehmensentwicklungen und erlaubt einen deutlich „ruhigeren“ Blick auf die Bewertung von Aktien.

Eine verlässliche Grundregel, ab welchem KGV der Aktiemarkt als „günstig, fair oder teuer bewertet“ betrachtet werden kann, gibt es indessen nicht. Somit bleibt nur die Vergangenheit als Anhaltspunkt. 

Quelle: MARS Asset Management, http://www.econ.yale.edu/~shiller/data.htm

Von 1881 bis 1989 schwankte das Shiller-KGV für den S&P500 zumeist zwischen 8,8 und 20,8. Der historische Durchschnitt betrug 14,6. Seit 1990 notiert aber das Shiller-KGV nur in 1% der Zeit (!) unter dem langjährigen historischen Durchschnitt. Das ist sehr wenig für eine Kennzahl, deren Wert vor allem auf der Annahme beruht, dass sie um ihren langjährigen historischen Durchschnitt oszilliert. 

Mehrjährige Bullenphasen am Aktienmarkt wäre damit verpasst worden. Sogar in der schlimmsten Krise der letzten Jahre, also 2008/2009, notierte das Shiller-KGV nur „leicht unter dem langjährigen Durchschnitt“. Zudem treten heftige Kursrückschläge wie der Schwarzer Montag 1987 auch in Phasen durchschnittlicher Bewertungen auf. 

FAZIT: Das Shiller-KGV ist weitgehend wertlos als kurzfristiger Crash- und Timing-Indikator. 

In Kooperation mit Mars Asset Management



Verpassen Sie keine Nachrichten von Euro Advisor Services
Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer