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2018 Anleger aufgepasst: Trump kann die Fed neu besetzen!

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17.02.2017, 08:21  |  734   |   |   

Die USD-Stärke ist in den letzten Tagen spürbar unter die Räder gekommen. Mittlerweile notiert EUR/USD sogar etwas höher als noch zu Wochenbeginn. Wäre ich jemand, der kurzfristig auf einen stärkeren Greenback setzt, würde ich mir langsam Sorgen machen.

Denn je länger die Aufwertung auf sich warten lässt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Start der neuen US-Regierung eine Belastung für die US-Währung wird. Zumindest dann, wenn der Devisenmarkt es als belastend ansieht, wenn der Präsident eines Landes in seiner eigenen Scheinwelt lebt. Trotz geradezu chaotischer Zustände in seinem Team (der Sicherheitsberater bereits wieder zurückgetreten, der Arbeitsminister gar nicht erst angetreten, bezüglich einer Beraterin fordert die Ethikkommission Ermittlungen) sprach Trump davon, seine Regierung laufe „wie eine gut eingestellte Maschine“. Wie üblich ist Alles, was ihm nicht passt, Fake News. Dieses Verhalten macht den US-Präsidenten zunächst einmal unberechenbar. Und das wiederum kann für den USD auf Dauer nicht gut sein, weil nicht abgeschätzt werden kann, was Donald Trump tatsächlich durchsetzen könnte, bevor ihn Parteikollegen, Regierungsmitglieder oder Freunde mit mehr Realitätssinn stoppen.
Oder eben, wie schon geschehen, ordentliche Gerichte. Deren Macht sollte man aber auch nicht überschätzen. Zumindest dann nicht, wenn es um einen für den USD ganz wichtigen Punkt geht: Die amerikanische Notenbank. Denn kein US-Gericht wird verhindern, dass Trump sich eine Fed nach seinem Gusto baut, und das schneller als gedacht. So geht die Amtszeit der Fed-Chefin, Janet Yellen, am 3. Februar 2018 zu Ende, Stanley Fischers Dienstzeit als ihr Vize ist bis zum Juni 2018 befristet. Dazu kommen zwei vakante Posten im Fed-Board, die Trumps Vorgänger Barack Obama nicht besetzen konnte, weil die Republikaner im Senat die Bestätigung verweigerten. So stehen für insgesamt fünf der sieben Positionen neue Besetzungen an. Mit der republikanischen Mehrheit im Senat könnte Trump sich die neuen Fed-Mitglieder quasi aussuchen. Und das hat nicht einmal den Hauch von Illegalität, an dem sich irgendein Gericht stören könnte. Das Fed-Board aber bildet zusammen mit fünf Gouverneuren regionaler Notenbanken den Offenmarktausschuss (FOMC), der letztlich die Geldpolitik festlegt.
Und nun stellen wir uns einmal vor, die Fed wäre ein zumindest williges Werkzeug Trumps. Die aktuelle Fed-Chefin Yellen will die Zinsen schrittweise weiter erhöhen – eine Politik, die den Dollar stärkt. Trump aber hat bereits den starken USD als einen Grund ausgemacht, warum viele amerikanische Unternehmen international nicht wettbewerbsfähig seien. Nun weiß man bei Trump nie, ob seine Äußerungen wirklich ernst zu nehmen sind, oder am nächsten Tag wieder revidiert werden. Fakt ist aber: Hält Trump an der Idee fest, dass eine schwache Währung der amerikanischen Wirtschaft hilft (und mit dieser Fehleinschätzung wäre er weltweit wahrlich nicht allein), hat er alle Möglichkeiten, das auch umzusetzen. Es mag ja noch eine Weile dauern, bis der Devisenmarkt meine Sichtweise teilt. Aber nach der gestrigen Pressekonferenz von Trump bin ich ziemlich sicher, dass dieser Präsident für den USD zu einer Belastung werden wird.

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Anouch Wilhelms
Derivate-Experte, Commerzbank AG

Anouch Wilhelms ist Derivate-Experte bei der Commerzbank und in diesem Bereich mehr als 12 Jahre tätig. Er studierte Betriebswirtschaft in Frankfurt und Madrid und startete direkt nach dem Studium bei der Commerzbank in Frankfurt im Bereich Aktien und Rohstoffe. Heute ist er Spezialist für strukturierte Wertpapiere. Anouch Wilhelms ist als Derivate-Experte der Commerzbank regelmäßig Gast im TV (z.B. n-tv Telebörse) und schreibt regelmäßig Gastbeitrage in Tageszeitungen und Fachmagazinen. Außerdem moderiert er die Sendung ideasTV.

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