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Rohstoffe Die OPEC traut sich selbst nicht – unrealistische neue Ziele

Gastautor: Eugen Weinberg
17.02.2017, 10:55  |  2898   |   |   

Energie: Brentöl handelt weiterhin knapp unter 56 USD je Barrel, WTI bei 53,5 USD je Barrel. Gestern sorgten Meldungen aus OPEC-Kreisen für Aufsehen, wonach die OPEC die Produktionskürzungen über den 1. Juli hinaus verlängern und sogar ausweiten könnte. Dies wäre eine Option, falls die Lagerbestände nicht stark genug zurückgehen würden. Damit die Lagerbestände wie beabsichtigt auf den 5-Jahresdurchschnitt zurückfallen, wäre diesen Quellen zufolge eine Umsetzung in den ersten sechs Monaten 2017 von 100% erforderlich. Dies ist vollkommen unrealistisch. Im Januar lag sie Umfragen zufolge bereits bei rekordhohen 90%, vor allem deshalb, weil Saudi-Arabien deutlich mehr gekürzt hatte als erforderlich. Offensichtlich scheint die OPEC dem Erfolg der eigenen Kürzungen nicht zu trauen. Wie sonst ist zu erklären, dass man bereits jetzt über eine Verlängerung und Ausweitung der Produktionskürzung nachdenkt? Die Daten in dieser Woche lassen in der Tat Zweifel daran aufkommen, dass die OPEC-Kürzungen zu einer Angebotsverknappung geführt haben. Die US-Rohöllagerbestände sind die zweite Woche in Folge kräftig gestiegen und liegen damit inzwischen auf einem Rekordniveau. Der Irak hat in der ersten Februarhälfte Verladedaten zufolge 3% mehr Rohöl exportiert als im Januardurchschnitt. Und gemäß Daten des Beratungsunternehmens Oil Movements liegen die OPEC-Lieferungen in den vier Wochen bis zum 4. März unverändert bei knapp 24 Mio. Barrel Rohöl pro Tag. Normalerweise hätten die Öllieferungen inzwischen merklich fallen müssen, wenn die OPEC ihre Produktion seit Jahresbeginn um ca. 1 Mio. Barrel pro Tag gekürzt hat. Die Frage ist, wie lange der Markt diesen „alternativen Fakten“ noch Glauben schenkt.

Produktidee: Unlimited Turbo-Zertifikate
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CE5NJW Bull Oil WTI Light Crude Future Apr 2017 Hebel: 3,9
CE4QLC Bear Oil WTI Light Crude Future Apr 2017 Hebel: 5,9

Edelmetalle: Gold stieg gestern kurzzeitig über 1.240 USD je Feinunze und wurde dabei von einem schwächeren US-Dollar und fallenden Anleiherenditen unterstützt. Ebenso sind die Zinserhöhungserwartungen in den USA wieder zurückgegangen. Dass Gold derzeit gut nachgefragt ist, zeigen ETF-Zuflüsse. Denn die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs wurden gestern den 13. Handelstag in Folge aufgebaut. In dieser Zeit sind den Gold-ETFs 58,6 Tonnen zugeflossen. Politische Unsicherheiten wie zum Beispiel die anstehenden Wahlen in der Eurozone, wo Anti-Establishment-Kräfte deutlichen Zulauf bekommen könnten, oder das unberechenbare Vorgehen des neuen US-Präsidenten Trump sollten auch zukünftig die Nachfrage nach Gold hoch halten. Trump zeigte letzte Nacht während einer Pressekonferenz erneut, dass er in seiner eigenen Scheinwelt lebt.

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CE76WA Bull Silber Hebel: 10,5
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Industriemetalle: Mit Ausnahme von Nickel haben die Metallpreise gestern allesamt nachgegeben. Sie profitierten damit nicht vom schwächeren US-Dollar. Trotz guter US-Konjunkturdaten kam eine Art Risikoaversionsstimmung bei den Marktteilnehmern auf. Heute Morgen reiht sich auch Nickel in die Verliererliste ein und fällt wieder unter die Marke von 11.000 USD je Tonne. Fallende chinesische Aktienmärkte sind dabei wohl ein Belastungsfaktor. Wie aus der Ende letzter Woche veröffentlichten Handelsstatistik Chinas hervorgeht, hat China im Januar 7,42 Mio. Tonnen Stahlprodukte exportiert, 23% weniger als im Vorjahr und zugleich die geringste Menge seit 2½ Jahren. Hier dürfte zum einen das Neujahrsfest eine Rolle gespielt haben, zum anderen haben die Stahlproduzenten viel Stahl an inländische Kunden verkauft. Denn die Stimulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung sorgen für eine höhere Stahlnachfrage in China selbst. Der nächstfällige Futures-Kontrakt für Betonstahl an der SHFE in Shanghai war im Januar um 15% gestiegen. Die Ausfuhren von Aluminium und Aluminiumprodukten lagen im Januar unverändert bei 390 Tsd. Tonnen. Sie scheinen sich um dieses Niveau herum eingependelt zu haben. China hatte die Aluminiumproduktion in den letzten Monaten stark auf ein Rekordhoch ausgeweitet, verbraucht aber das produzierte Material nicht vollständig. Zudem wurde per 1. Januar die Exportsteuer auf fertige Aluminiumprodukte eliminiert, was Ausfuhren attraktiv macht.

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CE4QLT Bull Copper Future Mar 17 Hebel: 8,5
CE4QLN Bear Copper Future Mar 17 Hebel: 8,5

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Rechtliche Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise. Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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