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Reizwort Vorfälligkeitsentschädigung So hilft der Widerrufsjoker Immobiliendarlehensnehmern bei Trennung und Scheidung

Gastautor: Dr. Timo Gansel
06.03.2017, 09:49  |  1553   |   |   

Eine Scheidung oder Trennung ist immer eine schwere Belastung. Muss man sich dann noch von seiner Immobilie trennen und das Darlehen ablösen, kommt es noch heftiger. Denn die vorzeitige Beendigung des Immobilienkredits bei der Bank oder Sparkasse wird fast immer zum Problem. Regelmäßig fordern die Kreditinstitute eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung und akzeptieren oft keinen Ersatzkreditnehmer. Am Ende wird man mit unerwarteten Kosten konfrontiert, die zu einer hohen Schuldenlast führen können. In dieser Situation kann ein Widerruf helfen, das laufende Darlehen ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig zu beenden.

Das belastende Immobiliendarlehen

Nach einer Scheidung gibt es für Ex-Paare mehrere Möglichkeiten, wie sie künftig weiter mit der Immobilie verfahren können. Häufig wird man sich darüber einig, dass das Haus oder die Eigentumswohnung verkauft werden soll. Meistens ist die Immobilie aber noch mit einem Darlehen belastet und dann hat die Bank ein Wörtchen mitzureden. Lässt sich vielleicht relativ schnell ein Käufer finden, ist die Ablösung der laufenden Immobilienfinanzierung bei seinem Kreditinstitut nur dann einfach, wenn man bereit ist, eine deftige Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen. Hatte man noch geglaubt, dass der Käufer als Ersatzkreditnehmer das bestehende Darlehen auch gleich mit übernehmen kann, macht die Bank einem einen Strich durch die Rechnung. Die Frage ist dann häufig: Was nun?

Der Widerrufsjoker kann die Entlastung bringen

Für manche Probleme gibt es ungewöhnliche Lösungen. Im Falle der Aufforderung zur Zahlung einer hohen Vorfälligkeitsentschädigungen, kann die Lösung bei einem Fehler liegen, den die Bank bei Abschluss des Darlehensvertrages gemacht hat. Denn fast alle Banken, Sparkassen und auch darlehensgebenden Versicherungen haben Fehler bei der Belehrung ihrer Kunden über deren Widerrufsrecht gemacht. Stellt sich heraus, dass die Widerrufsbelehrung bzw. die Widerrufsinformation in Form oder/und Inhalt nicht ordnungsgemäß ist, dann zeigen die Gerichte dem betreffenden Kreditinstitut die „rote Karte“. Das heißt, das Darlehen kann widerrufen werden und damit hat das Kreditinstitut keinen Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung. Und weil das so eindeutig ist, müssen inzwischen selten die Gerichte bemüht werden, um das im Einzelfall zu klären. Das gilt auch für bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigungen, die bei einer fehlerhaften Belehrung zurückgefordert werden können.

Die Einschränkung: Den Widerrufsjoker können mittlerweile nur noch Darlehensnehmer ziehen, die ihren Vertrag nach dem 10. Juni 2010 abgeschlossen haben. Allerdings sind immer noch über die Hälfte aller Verträge falsch und bieten daher die Chance für einen Widerruf.

Die Crux mit dem Ersatzkreditnehmer

Wenn die darlehensbelastete Immobilie verkauft werden soll, dann bietet es sich oft an, dem Käufer auch das Restdarlehen „mitzugeben“, wenn die Konditionen stimmen. Was so einfach und vernünftig klingt, wird aber selten praktiziert. Der Grund: Das Kreditinstitut will sich die Vorfälligkeitsentschädigung nicht entgehen lassen und sperrt sich häufig. Doch meist zu Unrecht. Denn das Kreditinstitut darf einen Ersatzkreditnehmer nicht ablehnen, wenn der bisherige Darlehensnehmer ein berechtigtes Interesse hat, sich vom Vertrag zu lösen und er einen „zumutbaren“ Ersatzkreditnehmer anbietet. Das heißt, der „Neue“ muss mit einer gleich guten Bonität das Darlehen fortführen können. Dann steht einer Bank oder Sparkasse keine Vorfälligkeitsentschädigung als Schadensersatz zu, weil sie es unterlässt, Schaden dadurch abzuwenden, indem sie den Ersatzkreditnehmer akzeptiert.

So viel können Sie sparen: Ein Beispiel

Ein Paar trennte sich 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung und musste den laufenden Kredit für das Haus vorzeitig ablösen. Die Restschuld betrug noch 110.00 Euro bei 4,15 % Zinsen. Die Bank wollte aber das Darlehen nur gegen die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig ablösen: 14.400 Euro sollten als „Entschädigung“ für den notgedrungenen Ausstieg bezahlt werden. Das Ex-Paar stand vor einer weiteren – diesmal finanziellen – Katastrophe. Eine Lösung, die teure Zahlung zu umgehen, war der ein Widerruf des Darlehens. Deshalb ließ man den Vertrag auf eine falsche Widerrufsbelehrung prüfen, um dadurch die Zahlung zu sparen oder reduzieren. Unsere Kanzlei prüfte den Darlehensvertrag zunächst kostenfrei und stellte fest, dass das Ex-Paar beim Abschluss des Vertrages nicht ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt worden war. Da die Fehler so offensichtlich waren gelang es uns nach kurzen Verhandlungen, die Vorfälligkeitsentschädigung in voller Höhe abzuwehren.

Kostenfreie Vertragsprüfung von Spezialisten

Dr. Timo Gansel und seine 20 Rechtsanwälte in Berlin prüfen Widerrufsbelehrungen und Widerrufsinformationen kostenfrei auf widerrufsrelevante Fehler. In den vergangenen Jahren hat die Kanzlei für ihre Mandanten bei über 800 Kreditinstituten Verträge mit einer falschen Widerrufsbelehrung schnell, unkompliziert und zu deren Vorteil verglichen – meistens außergerichtlich. Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte übernimmt mit ihren spezialisierten Anwälten nur Fälle, die sich wirtschaftlich für ihre Mandanten lohnen. Näheres und eine kostenfreie Vertragsprüfung unter www.gansel-rechtsanwaelte.de



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Rechtsanwalt Dr. Timo Gansel ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Finanzmediator. Seit über 10 Jahren ist er Inhaber der Berliner Kanzlei Gansel Rechtsanwälte mit 80 Mitarbeitern, die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht, Versicherungsrecht, Immobilienrecht und Arbeitsrecht spezialisiert ist. In den Medien ist Dr. Gansel immer wieder beliebter Experte beim Thema Finanzmarktrecht und Verbraucherschutz. Dr. Timo Gansel und sein Team gehören zu den erfahrensten Wegbereitern des Widerrufsjokers und der Rückabwicklung von Verbraucherdarlehen. Beim „Widerruf von Immobilienkreditverträgen" verfügt die Kanzlei über Erfahrungen aus mehr als 25.000 geprüften Verträgen bei 800 Banken und kann auf eine überdurchschnittliche Erfolgsquote verweisen. Für die meisten Anliegen bekommen Interessenten eine kostenfreie Ersteinschätzung. Die Kanzlei steht durch ihre Erfahrung in engem Kontakt mit den Verbraucherzentralen, publiziert regelmäßig in der Fachpresse und tritt häufig auf Kongressen auf.

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