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Sie wittern Rendite... 5 Aktien, auf die Hedgefonds derzeit besonders scharf sind

08.03.2017, 17:35  |  5813   |   |   

Wie gut, dass Hedgefonds dazu verpflichtet sind, ihre Wetten ab einem bestimmten Volumen offenzulegen. Denn auch für Hobby-Börsianer lässt sich daraus noch so einiges über die zukünftigen Chancen am Markt lernen. Hier sind fünf Titel, die es den Vermögensverwaltern in den letzten drei Monaten am meisten angetan haben.

Zugegeben, der Ruf von Hedgefonds ist schon lange nicht mehr derselbe, wie noch vor einigen Jahren. Viel zu passiv seien sie, einfallslos, intransparent, oftmals unrentierlich - und am Ende schlichtweg zu teuer. Dennoch dürften ihre Anlagestrategien für viele Einzeltrader und Börsenanfänger von Interesse sein, zumindest dann, wenn sich bei einer großen Zahl aktiver Vermögensverwalter ein sichtbares Schema erkennen lässt.

Das US-Finanzportal "InsiderMonkey" begibt sich regelmäßig auf die Suche nach solchen Auffälligkeiten. Dabei bedienen sich die Datenexperten den sogenannten 13F-Unterlagen, also einer Auflistung jener Hedgefonds-Wetten, die ein Volumen von 100 Millionen Dollar übersteigen. Mehr als 700 institutionelle Vermögensverwalter müssen so eine Übersicht in jedem Quartal verpflichtend an die US-Börsenaufsicht herausgeben. Daraus filtern die "Monkeys" dann die 100 besten Performer und identifizieren 30 Mid-Cap-Aktien, auf die die Champions zuletzt besonders begierig waren. 

Knapp 40 Prozent Rendite habe man mit dieser Strategie im letzten Jahr herausholen können - weit mehr als die 24 Prozent, welche durch jene Indexfonds erwirtschaftet wurden, die sich nach dem S&P 500 ausrichten. Welche Branchen und Konzerne werden nun aber speziell für das kommende Jahr als vielversprechend erachtet? 

US-Banken

Ob man es glauben möchte oder nicht: Definitiv im Kommen sind wieder die guten alten Papiere etablierter US-amerikanischer Finanzhäuser. Da wäre konkret die Bank of America hervorzuheben, deren Titel zuletzt besonders begehrt waren. Nachdem die Anzahl der Bulleninvestoren in kürzester Zeit von 112 auf 139 angestiegen war, gehörte die Aktie Ende 2016 zu den drei beliebtesten Wettobjekten überhaupt.

Insgesamt sei der Wert der BoA-Beteiligungen im letzten Quartal um unglaubliche 72 Prozent auf 12,49 Milliarden Dollar angeschwollen. Zu verdanken ist das natürlich auch der unerwarteten Trump-Rally nach der US-Wahl, in deren Folge das Papier einen Sprung von 40 Prozent hinlegte. Der neue geldpolitische Kurs der Fed sowie die vom Präsidenten angedachte Deregulierung dürften hierzu ihr Übriges tun. 

Technik

Natürlich zählen auch die unangefochtenen Tech-Giganten zu den beliebten Evergreens der Hedgefonds. Überraschend ist hier jedoch, dass der Dauerfavorit Apple nicht mehr, wie früher, den ersten Platz belegt, sondern ziemlich stark abgerutscht ist - auf Platz Sieben. Stattdessen konzentrieren sich die Investoren nunmehr verstärkt auf die Titel des Online-Riesen Amazon sowie auf den Softwarehersteller Microsoft.

Auch wenn die Zahl der Amazon-Bullen im dritten Quartal leicht zurückgegangen war, sind mit 123 Fonds immer noch reichlich viele Experten in Amazon investiert. Dabei ist das Papier mit einem derzeitigen KGV von rund 150 nicht gerade billig. Im Gegensatz zur BoA zählt das Unternehmen zudem nicht unbedingt zu den Trump-Gewinnern. Zusammen mit den enttäuschenden Geschäftszahlen aus dem dritten Quartal ließ die Aktie im Herbst daher zunächst einige Federn. Mittlerweile hat sich der Kurs aber wieder stabilisiert, die Monkeys erachten ein langfristiges Investment in den Mega-Versandhändler bislang als grundlegend sinnvoll. 

Selbiges gilt auch für Microsoft, wo mit 26 Fonds immer noch genauso viel Experten auf einen steigenden Kurs setzen, wie im dritten Quartal 2016. Seit nun schon sieben Jahren verzeichnet das Papier einen mal mehr, mal weniger kontinuierlichen Aufwärtstrend. Allein seit Juli letzten Jahres legte die Aktie um mehr als 25 Prozent zu. Die Analystenerwartungen konnte Microsoft in den zurückliegenden Quartalen meist übertreffen. Hinzu kommt die attraktive Dividendenrendite von aktuell rund 2,2 Prozent, bei der Investoren nur allzu gerne auf den Zug aufspringen. 

Online-Vermarktung

Noch gieriger als auf die zwei eben genannten Techies sind die Hedgefonds nur auf Alphabet (A) und Facebook. Ganze 139 Investoren haben sich Long-Positionen bei der Google-Mutter gesichert, 146 Fonds glauben darüber hinaus an weitere Höhenflüge des sozialen Netzwerks. Während man bei Alphabet hauptsächlich auf die Fortführung der Vorherrschaft im Online-Marketing sowie auf diverse andere Projekte setzt (Stichwort: autonomes Fahren), hofft man bei Facebook auf den Durchbruch bei der Monetarisierung des Messengers.

Insidern zufolge versuche das Netzwerk derzeit spezielle Werbebuttons in die Nachrichten-App zu integrieren. Mit ihnen sollen die User in der Lage sein, noch beim Chatten ein Taxi zu bestellen, Kinotickets zu erwerben oder sonstige Dinge just in time zu erledigen. 

 

Wertpapier: Amazon.com, Apple, Alphabet (A), Microsoft, Bank of America, S&P 500, Facebook (A)


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