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Yellen hat es plötzlich sehr eilig

Gastautor: Daniel Saurenz
13.03.2017, 06:00  |  515   |   |   

Börse-Dax-1Nach der überraschenden Entwicklung der vergangenen Wochen und den Aussagen von Janet Yellen scheint eine US-Zinserhöhung im März für viele Investoren ausgemachte Sache zu sein. Der plötzliche Sinneswandel erstaunt dabei manche Investoren doch sehr. Welche Folgen hätte eine Erhöhung für den Aktienmarkt?

Um 19 Uhr waren alle Augen auf Janet Yellen gerichtet: Zu dem Zeitpunkt begann ihre Rede vor Geschäftsleuten in Chicago. Die Investoren achteten noch genauer als sonst auf Yellens Aussagen, nachdem Yellen eine Zinsanhebung bei der kommenden Notenbanksitzung Mitte März in Aussicht gestellt hatte.

Das ist eine enorme Veränderung, nachdem die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt noch vor wenigen Wochen bei lediglich 30 bis 35 Prozent gelegen war. Zuletzt haben aber etliche Mitglieder der US-Notenbank angedeutet, dass eine Zinserhöhung bereits im März auf dem Tisch liegen könnte. Die Mitglieder testen üblicherweise mit ihren Aussagen die Reaktionen des Finanzmarktes. Nachdem der Aktienmarkt trotz der möglicherweise bevorstehenden Zinserhöhung auf Rekordhochs geklettert ist, dürften Yellen und die anderen Fed-Mitglieder das als grünes Licht für eine Zinserhöhung interpretieren.

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FEDDer plötzliche Meinungsumschwung der Fed überrascht viele Investoren sehr. Zwar floriert der Arbeitsmarkt, wodurch die Arbeitslosenquote zuletzt bei lediglich 4,8 Prozent lag. Dennoch lagen die durchschnittlichen Wochenlöhne im Januar um lediglich 1,9 Prozent über dem Vorjahr und zeigen damit keinerlei Inflationsdruck von der Lohnseite an. Hingegen war die Inflationsrate zuletzt auf 2,5 Prozent nach oben geschossen. Das war der stärkste Anstieg seit März 2012, weshalb die Fed einen Grund hätte, die Zinsen anzuheben, weil die Inflationsrate über dem Ziel der Fed von rund zwei Prozent liegt.

Das Problem ist allerdings, dass die Fed nicht auf diese Inflationsrate schaut, sondern auf den sogenannten „Personal Consumption Expenditures“ Preis-Index, kurz PCE. Er misst, wie sich die Inflation verhalten hätte, wenn die Verbraucher die teuren Güter durch günstigere ersetzt hätten, wenn also beispielsweise Steaks teurer werden, würden Amerikaner verstärkt zu Hamburgern greifen. Die Folge des PCE: diese Inflationsrate ist deutlich niedriger als die herkömmliche Inflationsrate, obwohl der PCE zuletzt auf 1,9 Prozent gestiegen war. Die Fed und viele Investoren wissen aber schon seit Längerem, dass der PCE in den nächsten Monaten wegen des kräftigen Anstiegs des Ölpreises noch etwas steigen dürfte. Diese und weitere aktuellen Themen sowie Infos rund um Investment und Trading finden Sie auch im Magazin onemarkets.

Im zweiten Teil schauen wir uns am Dienstag die Perspektiven der US-Wirtschaft an…



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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