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Fast Clean Urteil zu Glyphosat könnte Monsanto Aktie Aufwind geben

16.03.2017, 09:26  |  2112   |   |   

Das Urteil zu Glyphosat entlastet Monsanto. Die Risikoeinstufung des Unkrautvernichters ließ Monsanto zu wohl einer der unbeliebtesten Firma der Welt werden. Jetzt kam der Befreiungsschlag, denn das ECHA-Gutachten wies den Vorwurf der krebserregenden Wirkung zurück.

Das Gutachten der europäischen Chemikalienagentur ECHA bestätigte am Mittwoch, dass das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nicht krebserregend sei, siehe hier. Somit wird das Mittel wahrscheinlich auch nach 2017 in der EU zugelassen sein.

Im vergangenen Sommer hatte die EU-Kommission entschieden, dass das Mittel vorerst nur bis Ende 2017 zugelassen bleibt, weil sich die EU-Länder nicht über ein Verbot oder eine Verlängerung hatten einig werden können. Das Studienergebnis von ECHA wird als Grundlage bei der neuen Abstimmung fungieren. Hintergrund der Studie: Im März 2015 hatte die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Stoff als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft. Jedoch teilte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) diese Bedenken nicht (“foodwatch”). 

Pflanzenschutzmittel kommen in der Landwirtschaft in großem Umfang zum Einsatz. Der Einsatz von Pestiziden, in erster Linie von Glyphosat, gehört gewöhnlich zum konventionellen Landbau. Aber nicht nur in der Landwirtschaft findet dieses Mittel Verwendung, auch im Haus- und Gartenbereich werden glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Selbst wenn die EU-Kommission Glyphosat aus den Regalen verbannen würde, stünden der Agrarindustrie bereits mindestens ebenso bedenkliche Folgeprodukten parat.

Die Aktie des Herstellers Monsanto zeigte sich in den letzten 52-Wochen wenig beeindruckt von dem erwarteten Studienergebnis. Seit Ende Mai nimmt das Papier eine kontinuierliche Seitwärtsbewegung und stieg am 02.03.2017 auf sein 52-Woche-Hoch von 109,52 Euro (Schlusskurs).

 

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Monsanto


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Wesentliches Wissen zur ECHA:

"Im Kontext einer Pressemitteilung des Europäischen Rechnungshofshofs vom 11. Oktober 2012 gab der Hof bekannt, dass die ECHA Interessenskonflikte nicht angemessen handhabe. Obgleich interne Vorgehensweisen und Verfahren für die Behandlung von Interessenkonflikten installiert worden sind, wurden „erhebliche Mängel“ bezüglich des Personals der Agentur und der Mitglieder der Widerspruchskammer festgestellt. Der Europäische Ombudsmann, P. Nikiforos Diamandouros, kam im Juni 2013 zu dem Schluss, dass die ECHA angemessene Schritte unternommen hat, diesbezügliche Vorschläge umzusetzen."

Dies lässt erahnen wie "neutral" diese Gutachten sind! Einen Nachweis zu führen, dass Glyphosat nicht krebserregend ist, dürfte äusserst schwer sein.

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