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Wie die Probleme von Intel Qualcomm geholfen haben

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.03.2017, 16:00  |  464   |   |   

Es ist kein Geheimnis, dass der Drahtlos-Chip-Gigant Qualcomm (WKN:883121) gerade mit Hochdruck daran arbeitet, ein großer Player im Markt für Datencenter-Prozessoren zu werden. Das Unternehmen hat nicht nur öffentlich Pläne angekündigt, in diesen Markt vorrücken zu wollen, der Chiphersteller verkündete vor Kurzem auch, dass man mit dem Software-Riesen Microsoft (WKN:850747) zusammenarbeiten wolle, um die nächste Generation der Cloud-Dienste schneller auf den Markt zu bringen. Das soll mit der Qualcomm Centriq-2400-Plattform möglich sein. Diese Zusammenarbeit soll die zukünftigen Generationen von Hardware, Software und Systemen betreffen.

Du hast vielleicht schon gemerkt, dass Qualcomm gerne die Tatsache betont, dass der Centriq 2400 die 10-Nanometer-Technologie benutzt. Das ist Absicht, denn der Marktführer Intel (WKN:855681), mit dem Qualcomm in Konkurrenz steht, wird seine eigene 10-Nanometer-Technologie nicht in naher Zukunft auf den Markt bringen.

Intel wird argumentieren, dass die 14-Nanometer-Technologie in etwa dasselbe ist wie die 10-Nanometer-Technologie, die Qualcomm für seine Chips benutzt. Intel gibt aber zu, dass die 10-Nanometer-Technologie der 14-Nanometer-Technologie in dieser Hinsicht etwas voraus hat.

Das ist zwar ein vernünftiges Argument, doch es bringt auch noch unangenehme Folgen mit sich. Die neuen Centriq-2400-Prozessoren von Qualcomm werden mit einer anderen Herstellungstechnologie produziert als die neuen Prozessoren von Intel.

Es ist klar, dass die Probleme von Intel im Bezug auf die Produktentwicklung als auch auf die Herstellungstechnologie Qualcomm geholfen haben. Im Folgenden möchte ich gerne erklären, warum.

Intel gibt sich mit den falschen Chips ab

Wäre Intel bei der Herstellung und der Produktentwicklung nicht so oft vom rechten Weg abgekommen, dann wäre der neue Skylake-Server schon Ende 2016 auf den Markt gekommen und das Unternehmen würde sich jetzt auf die Markteinführung der ersten 10-Nanometer-Server in der zweiten Jahreshälfte 2017 vorbereiten.

Bildquelle: Intel.

In diesem Fall wäre Intel rechtzeitig auf den Markt gekommen, um mit Qualcomm im Hinblick auf die 10-Nanometer-Technologie zu konkurrieren.

Das hätte bedeutet, dass Intel den leistungsfähigeren Chip auf dem Markt hätte, und damit wäre die potentielle Bedrohung durch Qualcomm gleich ausgeschaltet.

Das wird noch dauern

Es ist unwahrscheinlich, dass Intel die 10-Nano-Technologie schon 2018 auf den Markt bringen wird. Das ist zumindest aus einem Dokument hervorgegangen, das aufgrund eines Datenlecks bei Dell im Netz kursierte.

Wenn wir annehmen, dass die ersten Server-Prozessoren mit der 10-Nanometer-Technologie in der ersten Jahreshälfte 2019 kommen werden, dann ist es wahrscheinlich, dass Qualcomm bereits mit dem nächsten Produkt aufwarten kann. Das könnte die 7-Nanometer-Technologie sein.

Da diese neue Technologie bezüglich Transistordichte der 10-Nanometer-Technologie von Intel ähnlich sein wird, ist es unwahrscheinlich, dass Intel seinem Konkurrenten hier etwas voraus haben wird.

Qualcomm wird also auch den allerersten 7-Nanometer-Serverchip auf dem Markt haben.

Der erste Schritt besteht darin, zuzugeben, dass man ein Problem hat

Es ist schlimm genug, dass die Probleme bei der Umsetzung es einem relativ kleinen Unternehmen erlaubt hat haben, Chips auf den Markt zu bringen, die besser sind als die von Intel. Was die Sache aber noch schlimmer macht, ist, dass das Management von Intel einfach nicht öffentlich zugeben will, dass es ein Problem haben könnte.

Das Unternehmen erzählt den Investoren immer noch, dass man in Bezug auf die Dichte bei der Herstellungstechnologie drei Jahre voraus wäre.

Solange Intel davon überzeugt ist, dass man den Konkurrenten drei Jahre voraus ist, aber trotzdem große Probleme hat, die eigenen Zeitpläne nicht einhalten kann und jede Menge Produkte immer wieder aufschieben muss, dann ist es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen die nötigen Schritte ergreifen wird, um in der eigenen Organisation klar Schiff zu machen.

Der erste Schritt würde darin bestehen, zuzugeben, dass man ein Problem hat. Wenn es um die Technologie geht, dann ist Intel dazu einfach noch nicht bereit.

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Teresa Kersten ist Angestellte von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Teil von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Qualcomm. The Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von Ashraf Eassa auf Englisch verfasst und wurde am 13.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Intel, Qualcomm


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