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Kapitalkiller E.ON, Deutsche Bank, Commerzbank: Trotz Dividende ein Schlag unter die Gürtellinie

24.03.2017, 14:43  |  10273   |   |   

Jedes Jahr veröffentlicht die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) ihre Listen der größten Kapitalvernichter und gibt Anlass zur Sorge. Wer auf Dividende aus Sicherheitsindiz setzte, wird eines Besseren belehrt.  

Die Liste der DSW mit den 50 größten Kapitalvernichtern unter den im Prime Standard notierten Gesellschaften zeigt, dass Dax-Werte nicht unbedingt die beste Performance lieferten. So landeten auf der DSW-Watchlist für die schlechteste Kursentwicklung auf Platz 21 E.ON, auf Platz 24 die Deutsche Bank und auf Platz 33 die Commerzbank. Ähnlich gestaltet sich die Situation in Bezug auf die Performance, denn auf Platz 24 landete die Deutsche Bank, auf Platz 27 E.ON und auf Platz 31 die Commerzbank. Auf beiden Listen landeten die gleichen Unternehmen.

Zur Gesamteinordnung der Platzierung der DAX-Unternehmen auf den Listen der größten Kapitalvernichter soll der Spitzenreiter genannt werden: Die Kursliste 2016 führt Singulus Technologies mit -90,2 Prozent. Und auch auf der Performanceliste bildet die Spitze der Kapitalvernichter Singulus Techonologies mit -90,2 Prozent an.  

Singulus Technologies

Kapitalvernichter Deutsche Bank
Das Papier des Bankhauses konnte in der Kursbetarchtung seine Position wesentlich verbessern, denn 2014 und 2015 hatte es Platz 41, während es 2016 auf Platz 24 kletterte. Die Kursentwicklung 2016 in Prozent belief sich auf -23,4 Prozent und im fünf Jahres Rückblick auf -38,5 Prozent.

Für die Performance lässt sich ein ähnliches Bild nachzeichnen, denn sie verbesserte sich von 41 (2014), 40 (2015) auf Platz 24 (2016) und lag bei -23,4 Prozent. In der Fünf-Jahresschau zeigt das Papier der Deutschen Bank eine Performance von Minus 32,1 Prozent. 

Deutsche Bank

Kapitalvernichter Commerzbank
Das Wertpapier der Commerzbank belegt in der Kursbetrachtung Platz 33 - mit einem Jahres-Minus von 24,3 Prozent. Bereits in den vergangenen beiden Jahren belegte das Papier den 32 bzw. 33 Platz. In der Fünf-Jahresschau zeigt sich eine Kursentwicklung von -25,5 Prozent.

Und auch auf der Performanceliste belegt die Commerzbank eine Position im Mittelfeld: Platz 31 (2016), Platz 29 (2015), Platz 32 (2014). Ähnlich wie die Deutsche Bank-Aktie schnitt das Papier der Commerzbank mit einer Performance von -22,5 Prozent ab und in der Fünf-Jahresschau zeigt sich ein Minus von 23,7 Prozent.    

Commerzbank

Kapitalvernichter E.ON
Der Aktienkurs von E.ON schnitt kurzfristig unter den schlechtesten DAX-Werten noch am Besten ab. Das Papier zeigte 2016 eine Kursentwicklung von -14,5 Prozent, jedoch in der Fünf-Jahresschau ein Minus von 54,2 Prozent. Die Performance der Aktie lag 2016 bei -9,6 Prozent und in der Rückschau bei -39,5 Prozent (5 Jahre).  

E.ON

Weitere Beobachtungen der DSW
Neben den 50 größten Kapitalvernichtern hat sich die DSW auch die Kurse und Performance vom DAX30, MDAX, SDAX und TecDAX angeschaut. In der Jahresschau schnitt der TecDAX am schlechtesten ab (-1 Prozent), wohingegen er in der Fünf-Jahres-Betrachtung das Feld mit einem Plus von 164 Prozent anführt. Im Vergleich dazu kommt der DAX30 auf 94 Prozent, der MDAX auf 149 Prozent und der SDAX auf 115 Prozent (5 Jahre). 

Neben den Kapitalvernichtern, gab es auch viele Gewinner. Dazu gehörte das Papier von Adidas, welches ein Plus von rund 67 Prozent erzielte. Auch mit Siemens konnte man ein Plus einfahren - immerhin 30 Prozent - und mit BASF hatte man auch aufs richtige Pferd gesetzt, denn das Papier legte um rund 25 Prozent zu. Die Schlusslichter der Kursbetrachtung unter den DAX30-Werten bilden die Commerzbank mit -24,3 Prozent und Deutsche Bank mit -23,4 Prozent.

Generelle Markteinschätzung
Laut der DSW reagieren derzeit Aktionäre sehr sensibel auf Veränderungen in der Dividendenpolitik ("DSW"). Sie wird als eine Art Fieberthermometer gewertet. Darüber hinaus lässt sich beobachten, dass Unternehmen mit Prognosen immer vorsichtiger umgehen und nur noch kurze Periode betrachten - drei oder fünf Jahre sind eine Seltenheit geworden.

Ein weiteres Thema des vergangenen Jahres waren Aktienrückkaufprogramme. Dies sei in Deutschland, im Vergleich zu den USA, noch nicht so weit verbreitet, jedoch lässt sich eine Druckerhöhung auf die Unternehmen bereits feststellen. Ferner wird konstatiert, dass Unternehmen öfter in größere Skandale verwickelt sind: Kartellverfahren und Kartellstrafen.

Dies alles trägt dazu bei, dass die DAX Unternehmen vor ganz speziellen Herausforderungen stehen und Anleger noch genau prüfen müssen. 

 



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