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Rohstoffe: Ölpreise steigen nach OPEC-Zahlen und US-Lagerdaten
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Rohstoffe Ölpreise steigen nach OPEC-Zahlen und US-Lagerdaten

Gastautor: Eugen Weinberg
30.03.2017, 11:24  |  1812   |   |   

Energie: Der Anstieg der Ölpreise setzt sich fort und gewann gestern Nachmittag nach der Veröffentlichung der US-Lagerdaten und einer Umfrage zur OPEC-Produktion im März noch an Dynamik. Brent steigt daraufhin am Morgen bis auf 52,5 USD je Barrel, WTI nähert sich wieder der Marke von 50 USD je Barrel. Von den Tiefständen zu Wochenbeginn haben sich die Preise somit um ca. 5% erholt. Preistreibend sind Nachrichten, welche auf ein eingeschränktes Angebot hinweisen. Die neuerlichen Produktionsausfälle in Libyen hatten wir bereits gestern thematisiert. Laut US-Energieministerium sind die Rohölvorräte in den USA zwar um 867 Tsd. Barrel gestiegen. Das war aber weniger als erwartet und deutlich weniger als das API am Vorabend berichtete. Dafür kam es bei den Ölprodukten erneut zu einem kräftigen Lagerabbau. Die Benzinbestände fielen um 3,75 Mio. Barrel, die Destillatebestände um 2,5 Mio. Barrel. Beides lag deutlich über den Erwartungen und auch über den entsprechenden Zahlen des API. Bemerkenswert ist auch, dass der Lagerabbau trotz einer deutlich gestiegenen Rohölverarbeitung erfolgte. Der Lagerabbau war also auf eine starke Nachfrage nach Benzin und Destillaten zurückzuführen, was als positives Zeichen zu sehen ist. Laut einer Reuters-Umfrage belief sich die Umsetzung der OPEC-Produktionskürzungen im März auf 95%. Innerhalb der Länder gab es einige Veränderungen. Saudi-Arabien hat seine Produktion im März etwas erhöht, der bisherige Nachzügler, die Vereinigten Arabischen Emirate, haben ihre Produktion dagegen reduziert. Saudi-Arabien trägt die Kürzungen somit nicht mehr größtenteils im Alleingang, was die Chancen auf eine Verlängerung der Produktionskürzungen bis zum Jahresende erhöht.

Produktidee: BEST Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE94JJ Bull Oil WTI Light Crude Future May 2017 Hebel: 21,0
CE8JEK Bear Oil WTI Light Crude Future May 2017 Hebel: 16,0

Edelmetalle: Gold handelt am Morgen weiter um 1.250 USD je Feinunze. Gestern stand ein festerer US-Dollar einem höheren Goldpreis entgegen. Die EZB äußerte sich gestern dahingehend, dass sie mit ihrer Kommunikation im Nachgang zur letzten Ratssitzung nicht beabsichtigt hatte, einen Wechsel in Richtung restriktivere Geldpolitik anzudeuten. Der Markt hätte dies überinterpretiert. Der Euro gab daraufhin merklich nach. Dies führte aber auch dazu, dass sich Gold in Euro gerechnet auf gut 1.160 EUR je Feinunze verteuerte.
Platin und Palladium sahen sich in dieser Woche bislang Verkaufsdruck ausgesetzt, nachdem vor allem Palladium zuvor stark gestiegen war. Neben Gewinnmitnahmen seitens spekulativer Finanzinvestoren führen wir dies auch auf die schwache südafrikanische Währung zurück. Der Rand hat seit Wochenbeginn deutlich abgewertet, nachdem Gerüchte aufkamen, wonach Präsident Zuma Finanzminister Gordhan entlassen will. Letzterer gilt als Garant für eine stabilitätsorientierte Politik mit dem Ziel, die aus dem Ruder gelaufenen Staatsfinanzen zu sanieren und der schwachen Wirtschaft durch (Auslands-)Investitionen auf die Beine zu helfen. Die schwächere Währung entlastet die Kostenseite der Minenunternehmen, so dass in Südafrika wieder mehr Platin und Palladium produziert werden könnte. Südafrika ist sowohl der weltweit größte Platin- als auch der größte Palladiumproduzent.

Produktidee: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE79FH Bull Gold Hebel: 12,3
CE5RWD Bear Gold Hebel: 14,5

Industriemetalle: Die Produktionsprobleme in einigen großen Kupferminen machen sich in den Schmelz- und Verarbeitungsgebühren (sog. TC/RCs) bemerkbar. Laut Angaben des chinesischen Analysehauses SMM haben sich diese Woche die größten chinesischen Kupferschmelzen mit ihren Lieferanten für das zweite Quartal auf TC/RCs von 80 USD je Tonne bzw. 8 US-Cents je Pfund geeinigt. Dies sind 11% weniger als im ersten Quartal, und auch dieser Wert lag schon etwas unter dem vorherigen Niveau. Anfang des Jahres hatte bereits der größte japanische Kupferschmelzer niedrigere TC/RCs akzeptiert. Für das Gesamtjahr 2017 wurden damals Verträge zu 92,5 USD je Tonne bzw. 9,25 US-Cents je Pfund abgeschlossen. Dies war 5% weniger als im Vorjahr. Je eingeschränkter das Minenangebot ist, desto niedriger sind die Gebühren, die die Schmelzen zum Verarbeiten des Kupferkonzentrats von den Minen erhalten. Da die Produktionsunterbrechungen bald gelöst werden sollten – in der „Escondida“-Mine sind sie es bereits –, gehen wir davon aus, dass auch die TC/RCs im Jahresverlauf wieder steigen werden. Auch in Indonesien könnte sich die Lage entspannen. Laut Angaben des Energie- und Bergbauministers ist Freeport-McMoRan, der Betreiber der „Grasberg“-Mine, angeblich bereit, die von der Regierung vorgegebenen neuen Vertragsregularien zu akzeptieren. Sollte es hier zu einer Einigung kommen, wird Freeport wohl eine neue Genehmigung für den Export von Kupferkonzentrat erhalten, womit dem Markt auch aus Indonesien wieder mehr Angebot zur Verfügung stehen würde.

Produktidee: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE403A Bull Copper Future May 17 Hebel: 2,3
CE8523 Bear Copper Future May 17 Hebel: 2,8

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Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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