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Ausblick für Schwellenländer trotz Fed-Zinserhöhung positiv

Gastautor: Daniel Saurenz
05.04.2017, 09:00  |  427   |   |   

asien_emergingmarkets2Die Fed im Straffungsmodus: Im März erhöhte sie die Leitzinsen – das erste Mal in diesem Jahr und so mancher Anleger freut sich mit dem Turbo DG3BFQ aus unserer ISIN-Liste bereits über einen steigenden Dollarkurs. Allerdings hatte traditionell eine Leitzinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) sich auch negativ auf so manche Schwellenländer ausgewirkt. Die Global Fixed Income-Experten von T. Rowe Price stellen angesichts der aktuellen Entwicklung allerdings eine Frage: Könnte es dieses Mal anders sein?

Im Gegensatz zu vergangenen Zinserhöhungen hat die jüngste allerdings nicht zu Turbulenzen an den Schwellenmärkten geführt. Selbst im Vorfeld des Fed-Treffens, als erwartet wurde, dass die Notenbank eine härtere Gangart einschlägt, entwickelten sich Anleihen aus den Schwellenländern erstaunlich gut – ohne Anzeichen einer Wiederholung des sogenannten Taper-Tantrums aus dem Jahr 2013. Damals hatten Erwartungen über eine künftige Straffung der US-Geldpolitik deutliche Kapitalabflüsse aus Schwellenländern bewirkt.

„Schwellenländeranleihen sind zuletzt bemerkenswert robust gewesen – im Vergleich zu den vergangenen Jahren, als der Markt erheblich durch die Fed beeinflusst wurde“, sagt Andrew Keirle, Portfoliomanager von T. Rowe Price. Welchen Einfluss die Zinserhöhungen der Fed auf die internationalen Märkte hat und welche Entwicklungen noch beachtet werden sollten, diskutieren wir auch wieder in unserer Finanzmarktrunde am 05.04. um 18.00 Uhr. Hier gehts zur Anmeldung…

Schwellenländer rechneten mit Zinserhöhung

Warum hat die Anlageklasse nun aber anders reagiert? Die Fed hatte bereits frühzeitig signalisiert, dass sie die Geldpolitik wieder straffen wird. Dies gab den Schwellenländern Zeit, sich darauf vorzubereiten. „Die Schwellenländer hatten mit der Leitzinserhöhung gerechnet und zum Teil ihre Emissionen vorgezogen, um von attraktiveren Finanzierungslevels zu profitieren. Dies bietet etwas Schutz vor potenziell höheren Leitzinsen“, erläutert Keirle.

asien_emergingmarkets3Das Global Investment-Team von T. Rowe Price hat zudem beobachtet, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den Schwellenländern verbessert haben. Zugleich haben einige Industrieländer in den vergangenen Jahren schwierige Anpassungen und Strukturreformen durchgeführt. Dies ließ die Emerging Markets widerstandsfähiger gegenüber den langsam und stetig steigenden US-Leitzinsen werden.

Die Fed bleibt bei ihrer moderaten Zinserhöhungsstrategie und lässt ihre mittelfristigen Prognosen unverändert. „Während die Fed den Leitzins im März erhöhte, blieb der natürliche Zinssatz unverändert bei drei Prozent. Dadurch besteht das positive Bild für die Emerging Markets weiterhin“, unterstreicht Keirle.

Interessierten Anleger, die von einer weiteren positiven Entwicklung ausgehen, empfehlen wir auch einen Blick auf die ETFs von Lyxor zu werfen. Hier finden Sie viele interessante Anlageideen rund um die Emerging Markets. 

Gefahr kurzfristiger Rückschläge

Dennoch halten die Experten die potenzielle Gefahr von kurzfristigen Rückschlägen für die Emerging Markets nach wie vor aufmerksam im Blick. Die Schwellenländer entwickeln sich seit einigen Monaten vorteilhaft. Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange dieser Trend anhalten wird. Außerdem haben die Schwellenländer bislang nur die erste Leitzinserhöhung überstanden – in diesem Jahr könnte die Fed noch zweimal an der Leitzinsschraube drehen. Dies dürfte wiederum den US-Dollar stärken.

„Derzeit können wir keine bedeutende und breite Aufwertung der Emerging-Markets-Währungen gegenüber dem US-Dollar erkennen“, sagt Andrew Keirle. „In einigen Fällen dürfte es sich wohl aber lohnen, Positionen in anderen Leitwährungen der entwickelten Länder wie zum Beispiel den australischen und kanadischen Dollar zu verringern, um langfristige Investments in Schwellenländerwährungen einzugehen“, ergänzt der Experte.

Asien_Indien_2Bei Betrachtung der Chancen von Schwellenländeranleihen im aktuellen Umfeld ist es wichtig, nach länderspezifischen Investmentstories zu suchen, die weniger empfindlich gegenüber der Fed-Politik sind – dabei ist die Inflationsdivergenz der verschiedenen Anlageregionen der Schlüssel zum Erfolg.

„Während die Fed im Zuge des Wirtschaftswachstums und der steigenden Inflation die Leitzinsen anzieht, befinden sich etliche Schwellenländer mit attraktiven realen Renditen wie Brasilien, Kolumbien und Russland in einem disinflationären Stadium ihres Wirtschaftszyklus. Dies macht ihre lokalen Anleihemärkte attraktiv – selbst wenn die US-Notenbank ihre Geldpolitik straffen sollte“, resümiert Andrew Keirle.

Quelle:  T. Rowe Price

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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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