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Rohstoffe: Ankündigung von Neuwahlen in Großbritannien lässt den Goldpreis kalt
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Rohstoffe Ankündigung von Neuwahlen in Großbritannien lässt den Goldpreis kalt

Gastautor: Eugen Weinberg
19.04.2017, 11:08  |  3698   |   |   

Energie: Dreht nun die Stimmung am Ölmarkt wieder ins Negative? Wenn man die jüngsten Preisreaktionen betrachtet, kommt man zum Schluss, dass der einzige Grund für den Preisanstieg zuvor die Erwartung weiterer Produktionskürzungen seitens der OPEC war. Denn nachdem der saudische Ölminister Al-Falih gestern in einem Interview diesen Erwartungen zumindest einen Dämpfer verpasst hat, hat der Ölpreis nicht mehr auf die sonst eigentlich stützenden Faktoren reagiert. So gab JODI bekannt, dass die saudischen Ölexporte im Februar mit unter 7 Mio. Barrel täglich auf den niedrigsten Stand seit Mai 2015 gefallen sind. Dies konnte den Ölpreisrückgang jedoch ebenso nicht stoppen wie der schwächere US-Dollar, der oft mit einem höheren Ölpreis einhergeht, oder die Gefahr weiterer Sanktionen gegen den Iran, nachdem die US-Regierung gestern die Überprüfung des Atomabkommens angeordnet hat. Die Lagerzahlen des API zu Rohöl und Ölprodukten haben den Preisrückgang dann noch beschleunigt. Zwar sind die Lagerbestände für Rohöl laut API um 840 Tsd. Barrel gesunken, dabei allein in Cushing um 670 Tsd. Barrel, und die Destillatevorräte sind sogar um rund 1,8 Mio. Barrel gefallen. Doch war zum einen der Rohöllagerabbau geringer als erwartet. Zum anderen sind die Benzinlagerbestände unerwartet um fast 1,4 Mio. Barrel gestiegen, was im Hinblick auf die beginnende Fahrsaison schwer wiegt. Dementsprechend wichtig werden die heutigen Lagerdaten des US-Energieministeriums sein. Der Bloomberg-Konsens rechnet mit einem Rückgang der Bestände für Rohöl um rund 1 Mio. Barrel und bei Benzin um über 1,6 Mio. Barrel.

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Edelmetalle: Der Goldpreis sprang gestern in einer relativ engen Handelsspanne viel hin und her. Am Ende stand für Gold aufgrund eines schwächeren US-Dollar ein kleines Plus von 0,4% zu Buche. Gold in Euro gerechnet gab entsprechend leicht nach. Die überraschende Ankündigung von Neuwahlen der britischen Premierministerin Theresa May, die Anfang Juni stattfinden sollen, hatte gestern keine Auswirkungen auf den Goldpreis. May erhofft sich durch diesen Schritt, vom Volk ein starkes Mandat für den Brexit zu erhalten. An den wohl schwierigen Verhandlungen über die Brexit-Modalitäten zwischen Großbritannien und der EU dürfte die gestrige Ankündigung von May aber nichts ändern. Für die Teilnehmer am Goldmarkt ist damit ein weiteres politisches Risiko hinzugekommen, das zu einer soliden Goldnachfrage beitragen sollte.
Wie der Verband der europäischen Automobilproduzenten (ACEA) heute Morgen mitteilte, sind die Autoneuzulassungen in der EU im März im Vergleich zum Vorjahr um 11,2% auf 1,89 Mio. Autos gestiegen. Dies war zugleich ein Rekordwert. Grund für den starken Anstieg ist allerdings ein Kalendereffekt, da Ostern letztes Jahr im März und dieses Jahr im April lag. Im ersten Quartal wurden Daten der ACEA zufolge in der EU 8,4% mehr Autos neu zugelassen als im Vorjahr. Der Platinpreis profitierte aber nicht von der starken Autonachfrage und gab im März um über 7% nach.

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Industriemetalle: Die Korrektur der Metallpreise hat sich gestern nicht nur fortgesetzt, sondern sogar stark beschleunigt. Am Handelsende stand für Blei ein Minus von über 6% zu Buche, Nickel gab um 4,5% nach und Zink verbilligte sich um fast 4%. Kupfer verlor „nur“ gut 2% und Aluminium knapp 1%. Kupfer, Zink und Blei fielen auf den niedrigsten Wert seit Anfang Januar, Nickel markierte sogar den tiefsten Stand seit Mitte letzten Jahres. Offensichtlich hat sich nicht nur die Stimmung der Marktteilnehmer deutlich eingetrübt, auch das charttechnische Bild hat sich bei einigen Metallen merklich verschlechtert. Wir hatten oft darauf hingewiesen, dass die Preisanstiege seit Oktober bis weit in das erste Quartal hinein übertrieben waren und sich unseres Erachtens Korrekturpotenzial aufgebaut hatte. So wie der Anstieg zuvor überzogen war, kann nun aber auch die Korrekturbewegung übertrieben ausfallen. Aus Konsumentensicht sehen wir dennoch mittlerweile bei Zink, Blei und Nickel die aktuellen Preisniveaus als attraktive Absicherungsmöglichkeiten.
Die staatliche chilenische Kupferkommission Cochilco hat ihre Prognose für die diesjährige Kupferproduktion Chiles aufgrund des Streiks in der „Escondida“-Mine deutlich reduziert. Sie erwartet statt +4,3% jetzt noch einen Anstieg um 0,8% auf knapp 5,6 Mio. Tonnen. Dafür soll die Produktion im nächsten Jahr dann deutlich anziehen (um 5,9% auf 5,9 Mio. Tonnen).

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Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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